Die negative Seite der direct messages

vor 9 Monaten

Das Wort creepy umschreibt die Situation perfekt.

Als Fotograf lichtet Atisha Paulson vorwiegend Frauen in sexy Posen ab – seine Arbeiten wurden unter anderem in Magazinen wie Playboy veröffentlicht – die er auch auf seinem Instagramprofil teilt. Kurz nach der Veröffentlichung der ersten Bilder auf seinem Account, erreichten ihn anzügliche Nachrichten und Dick Pics per direct message. Aufgrund seines Namens hielten viele User Paulson wohl selbst für die Frau, die auf seinen Bildern abgebildet war.

Als Mann, der von einer starken Frau erzogen und mit Schwestern aufgewachsen ist, fragte sich der Fotograf schnell: In welcher Welt ist es in Ordnung, so mit Frauen umzugehen?

Um die Verfasser der unangebrachten Nachrichten zu entblößen, begann er schon bald die Chatverläufe in seinen Instagram-Stories zu posten – unzensiert, versteht sich. Ermutigt durch viele positive Nachrichten von Frauen (und Männern), die diese Situation nur zu gut kennen – denn seien wir mal ehrlich: Wem von uns ist so etwas noch nicht passiert? – entschloss Paulson sich dazu, die Nachrichten für ein Projekt zu benutzten.

Sein nun veröffentlichtes Zine „DM“ (kurz für direct message) zeigt seine Fotografien in Verbindung mit den Direktnachrichten, die er als Reaktion darauf bekam. Ein gelungenes Projekt, das ein Verhalten reflektiert, welches auf sozialen Medien zur Normalität geworden zu sein scheint.

Bilder: Atisha Paulson

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