Inspiration: Erwachsenwerden mit Skins

vor 11 Monaten

Kennt ihr noch Cassie, Sid und Tony?

 

Noch nie zuvor gab es so viele Serien wie jetzt. Es ist die reinste Übersättigung und in dieser Flut den Überblick zu behalten ist schier unmöglich. Wir wollen uns zurückbesinnen auf die Zeit vor der Netflix-Ära und dem digitalen Serienmarathon. Auf eine Serie, mit deren Figuren wir ein Stück weit gemeinsam erwachsen wurden. Einige weibliche Leserinnen werden dabei an Gossip Girl denken. Die Geschichte um Serena und ihre New Yorker Upper East Side-Clique, die sich à la Cruel Intentions, stets in gefährliche Romanzen, Neid, Intrigen und Drogen stürzte, hat uns tagelange an den Bildschirm unseres Laptops gefesselt. Doch da gab es noch eine weitere, entscheidende Serie, die für noch größeres Suchtpotential und Gefühlsturbulenzen sorgte.

2007 feierte die britische Fernsehserie Skins Premiere. Zwischen 2007 und 2013 wurden insgesamt sieben Staffeln abgedreht, wobei vor allem die ersten beiden Staffeln für Aufsehen und eine enorme Reichweite sorgten. Skins, zu Deutsch Hautnah, schildert das Leben junger Heranwachsender in Bristol, ihren Alltag und ihre hemmungslosen, dramatischen Erlebnisse. Über die erschöpfende Beziehung zu seinen Eltern, Rebellion, exzessive Feiereien und besinnungsloses Betrinken, der erste Drogenrausch, stürmische Liebschaften und der bevorstehende Beginn des Studiums.

Dass die Serie so faszinierend und bewegend war, mag daran liegen, dass die Ereignisse um die Protagonisten etwa parallel mit unserer eigenen Lebenswirklichkeit stattgefunden haben (wenn auch etwas übersteigert). Für die damals frisch von der Schule entlassenen Traumtänzer schien plötzlich alles möglich und doch unvorhersehbar. Man war erregt von der großen weiten Welt, die auf uns wartete. Da kam die Coming Of Age-Serie wie gerufen, als ein Abbild dessen, was viele von uns in dieser entscheidenden Phase durchlebten. Und so empfanden wir höchste Empathie mit dem Gefühlschaos von Tony, Cassie, Sid, Michelle, Jal, Anwar und Maxxie.

Die Darsteller sowie die Songtitel der Serie wurden intelligent und aufmerksam ausgewählt, ein kuratiertes Gesamtkonzept mit großer Wirkung. In den Jahren 2007 und 2008 erlebte die Indie-Szene ihren Höhepunkt, unschwer am Soundtrack der Serie zu erkennen. Yeah Yeah Yeahs, The Chemical Brothers, Bloc Party, Grizzly Bear, Feist, MGMT, LCD Soundsystem, Beach House und Arcade Fire konnte man in vielen der Filmszenen hören. Skins hatte ein solches Echo, dass in Großbritannien und den USA regelrechte Nachahmungspartys stattgefunden haben, auf denen Teeanger im Stile der Serie exzessive Housepartys feierten. Wer seine Jugend noch einmal Revue passieren lassen möchte, kann das mit Skins gewiss tun. Und dazu gibt es eine Liste mit unseren Lieblingsdarstellern, sowie ein kurzer Überblick, wo diese nach der Skins-Epoche zu sehen waren.

Cassie
Eine der interessantesten Figuren der ersten beiden Skins-Staffeln war die der Cassie, gespielt von Hannah Murray. Das leicht autistisch und verletzlich wirkende Mädchen ist eine Träumerin, gefangen in ihrer eigenen Welt, die mit Sid die erste große Liebe erfährt. Hannah Murray spielte nach Skins schon in diversen größeren Produktionen mit, unter anderem als Goldy in Game of Thrones und im Independent Musical-Film God Help the Girl.

Sid
Sid, gespielt von Mike Bailey, schien nach außen hin nicht wie der Typ, in den sich reihenweise Mädchen verlieben würden. Dabei ist Sid das perfekte Beispiel dafür, dass es nicht die Arschlöcher und Machos sind, in die wir uns vergucken. Eigentlich sehnen wir uns nach jemanden wie ihn, der sein Herz am rechten Fleck trägt und seiner großen Liebe bis ans andere Ende der Welt folgt. Na gut, in Skins war es nur eine andere Stadt. Aber trotzdem!

Tony
In jedem Film und jeder Seifenoper gibt es einen Herzensbrecher, einen coolen Typen, auf den die Mädchen stehen und der sich als Arschloch der Außenwelt präsentiert. Bei Skins war das Tony, Sids bester Freund. Verkörpert wird dieser durch Nicholas Hault. Tony erlebt im Laufe der beiden Staffeln eine interessante und überraschende Verwandlung, die wir aber – für diejenigen die Skins noch nicht gesehen haben – nicht spoilern wollen. Nicholas Hault ist einer der erfolgreichsten Darsteller der Skins-Saga. Zuvor übernahm er die Hauptrolle des kleinen Weirdo-Jungen in About a Boy, erschien in Filmen wie X-Man und Mad Max und ist ab Juli an der Seite von Kristen Stewart in dem Sci-Fi-Drama Equals zu sehen.

Maxxie
Mitch Hewer übernahm in Skins die Rolle des homosexuellen Jungen Maxxie Oliver, ein gut aussehender Teenager mit blonder Boyband-Frisur, der seinem Traum vom Tanzen nacheifert. An sein zartes Gesicht und seine intimen Tanzszenen über die Plattenbauten seiner Stadt erinnern wir uns gerne zurück. Mitch Hewer spielte nach der Serie in weniger internationalen Produktionen mit. 2008 war er in der britischen Musical-Serie Britannia High zu sehen und zuletzt in Behaving Badly neben Selena Gomez.

Beitrag: Alina Amato
Foto: Still via Tumblr

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