Fernanda Maciel: Laufen für die Umwelt

vor 3 Monaten

Fernanda Maciel ist Rekorde aufstellende Ultraläuferin: in Frauenbestzeit lief sie den höchsten Gipfel in sowohl Afrika – den Kilimanjaro – als auch beider Amerikas – den Aconcagua – auf und ab. Ihre Passion gilt den Bergen: sie zu beschreiten, aber auch zu beschützen.

In hohen, sonnigen Gebirgslandschaften entfaltet Maciel ihr größtes Potenzial, wobei ihr auf jeder Strecke die Schönheit und Stille der Natur eine einzigartige Freude bereitet. Dass es diese zu verteidigen gilt, wusste sie früh – weswegen sie inzwischen einen Weg gefunden hat, ihre beiden Leidenschaften auf vollkommen nahtlose Art und Weise zu verbinden.

Die Brasilianerin trainierte ursprünglich in rhythmischer Sportgymnastik und nahm bereits im Alter von 10 Jahren an großen Wettbewerben in den USA teil. Fünf Jahre später wechselte sie zum Laufen und begann parallel, Kampfsport von ihrem Vater und Großvater zu lernen – beide waren Champions in ihren jeweiligen Disziplinen, ersterer etwa in Capoeira. Inzwischen ist Maciel vor allem auch in der Selbstverteidigungskunst des Jiu-Jitsu hochversiert, denn für sie gilt: jede Frau sollte wissen, wie man kämpft.

Knowing how to defend yourself is amazing. It makes you feel confident and self-protected. If you know that physically [you are strong], you also feel it in your mind, as well as emotionally and spiritually. I think it's very important for a woman.

Bereits in ihrer Kindheit begründeten viele Campingtrips mit ihrer Familie eine selbstverständliche Ehrfurcht vor der Natur, welche sich mit jedem ihrer Läufe und den vielen, sich dort bietenden Aussichten nur stetig multiplizierte. Mit 19 entschied Maciel daher, Jura zu studieren und war schließlich eine Zeit lang als Umweltanwältin in Sao Paulo tätig – bis die Berge sie wieder riefen und sie wusste, wo sie am glücklichsten war.

When I'm running on top of mountains or paddling in the ocean, I feel so small and yet I feel the most intense feelings of freedom and peace.

Sie beschreibt es als magischen Zustand; fast wie ein Zuhause (derzeit lebt sie in einem Dorf in den spanischen Pyrenäen). Auf ihrem Instagramkanal begegnen wir daher inbesondere hinreißenden Berglandschaften, aber auch Tieren in freier Wildbahn oder bedürftigen Kindern, welche sie alle mit ihrem Herzensprojekt „White Flow“ unterstützen möchte: eine Serie an beeindruckenden Läufen, die Fernanda selbst bewältigt, um internationales Bewusstsein für ökologische wie soziale Probleme der jeweiligen Region zu schaffen. So lief sie etwa durch Favelas in Brasilien oder half den Kindern im Kilimanjaro-Waisenzentrum.

Zur Vorbereitung auf all ihre Missionen wie täglichen Trainingseinheiten schwört Maciel auf Reiki, Yoga und Meditation – auf Ruhe legt sie großen Wert. Beim Laufen selbst lässt sie sich vor allem von der Stille um sie herum tragen und betont in Interviews immer wieder, wie sie sich während all dieser extremen Stunden auf ein Gefühl der Dankbarkeit fokussiert und mentale Präsenz über alles stellt – oder wie Autor Christopher McDougall es gut zusammenfässt: „Es ist bitterkalt, sie ist allein, sie ist müde und kann nicht richtig schlafen. Doch Fernanda sieht sich um und sagt: ‚Hier bin ich genau richtig.‘“

 

Mehr Infos zu Maciel und der Kampagne #shemovesmountains findet ihr auf thenorthface.de.

 

Text: Dieu Linh Nguyen Xuan

Bilder: PR

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