Filmpremiere: LICHT von Barbara Albert

vor 9 Monaten

Der neue Film von Barbara Albert erzählt uns die emotionale Reise einer jungen, erblindeten Pianistin im adeligen Österreich um 1777.

 

Der Spielfilm „Licht“ von Regisseurin Barbara Albert erzählt uns von der Macht der Musik, dem individuellen Empfinden und der Suche nach Glück. Frei nach dem Roman „Am Anfang war die Nachtmusik“ von Alissa Walser übersetzt die österreichische Regisseurin das Buch in ein Historiendrama mit wunderbarer Besetzung und einer eindringlichen Erzählung in Bildern.

Wir sehen ein Österreich zur Lebenszeit Mozarts und treffen die im Kindesalter erblindete Protagonistin Maria Theresia „Resi“ Paradis, gespielt von Maria Dragus, die von ihren wohlhabenden Eltern zu dem Arzt Franz Anton Mesmer (Devid Striesow) in Behandlung geschickt wird. Durch ihr außergewöhnliches Talent im Klavierspielen begegnet ihr die adlige Gesellschaft bei ihren Auftritten mit viel Respekt, Entzücktheit, aber auch Mitleid. Die junge Maria, die ebenso selbstbestimmt, wie eitel ist, begibt sich in die ärztliche Behandlung und trifft auf eine neuartige Welt voll ärmlicher Verhältnisse, fernab der österreichischen Adelshöfe.

 

„Der nicht sehen kann, wird auch nicht gesehen und wer auch nicht gesehen wird, wird auch nicht gehört - der lebt nicht.“

In langsamen Schritten, bei denen sie auch ihr Korsett und ihre Perücke ablegen muss, lernt der Zuschauer die teilweise tragische Figur der „Resi“ in beängstigenden, ehrlichen Unterhaltungen kennen. Besonders auffällig ist dabei, dass uns als Betrachter die Szenerie des Barocks inklusive aufwendiger Kostüme und Kulisse und die oft kodierte Sprache einen Schritt entfernt, aber das gesellschaftliche Thema nah bleibt.

 

„Die Augen sind wie geschaffen für die Wahrheit."

"Da muss ich Sie enttäuschen. Die Augen sind der Wahrheit kein bisschen näher als die anderen Sinne - alles Einbildung.“

Im Laufe ihrer erfolgreich verlaufenden Kur erlangt sie ihr Augenlicht zurück. Durch das Sehen verändert sich auch Resis Interpretation und Reaktion auf die Dinge, die ihr begegnen. Aus der anfangs teilweise strengen, adeligen jungen Dame wird eine sensibilisierte, nachdenkliche Resi, die überfordert scheint und ihre Mühelosigkeit im Klavierspielen verliert und in Folge dessen von der Adelsgesellschaft verspottet wird.

Tragischerweise muss sie nach Aufforderung ihres Vaters die Klinik verlassen und bricht voller Angst zusammen.

Eine komplexe Geschichte, die von dem Wunsch nach Akzeptanz und der Suche nach Glück erzählt. Themen, die wohl zu jeder Zeit unserer Existenz relevant sein wird.  Die Abscheu gegenüber der oberflächlichen Gesellschaft und die Reise der jungen Resi, die das Wahre auch ohne Augenlicht erblickt, bringt uns die Wertschätzung unseres eigenen Glücks näher.

Der Film wird ab dem 01.02.2018 in den deutschen Kinos zu sehen sein. 

 

 

 

 

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