Fräulein’s Leseempfehlungen zum Wochenende

vor 3 Monaten

Dieses Mal ein paar politische Töne zu den Themen Kapitalismus, Umwelt, Organspende, Trump und „Me Too“.

Die Welt dreht sich weiter, auch ohne uns. Nicht alles auf der Erde ist schlecht und wir glauben an das Gute im Menschen. Doch manche Tatsachen stimmen uns traurig und wir sollten nicht länger wegschauen. Diese Beiträge machen es mal wieder deutlich.

 

Wir schweigen uns zu Tode

Klimawandel? Langweilig. So seltsam das ist, noch mehr erstaunt der Zeitpunkt: als würde man mit dem Auto auf eine Wand zurasen und dann, statt auf die Bremse zu treten, plötzlich in den Schlaf sinken. In vielen Ländern fürchten sich sogenannte besorgte Bürger vor einer Überfremdung, aber nicht vor der Überhitzung des Planeten, die längst Realität ist. Auf Zeit Online.

 

Zahl der Organspender in Deutschland fällt auf 769 

Die Zahl der Spender, denen tatsächlich Organe entnommen wurden, lag in Deutschland dem Bericht zufolge bei 9,3 pro Million Einwohner und somit unter der kritischen Marke von 10 pro Million Einwohner, die international als Voraussetzung für ein ernstzunehmendes Organspendesystem gilt. Auf Spiegel Online.

 

Das Nr.1-Gefühl des Kapitalismus

Vorfreude ist der tragende Pfeiler unserer Konsumgesellschaft, weil sie Langeweile vertreibt, uns eine Richtung gibt und erlaubt, noch härter zu arbeiten, um mehr zu verdienen, als wir brauchen. Vorfreude gibt den Religiösen Hoffnung auf das bessere Leben im Jenseits oder den Rationalen Hoffnung auf ein erträgliches Leben im Diesseits. Vorfreude ist objektiv begründbarer Optimismus, Zuversicht mit minimaler Naivität. Nicht nur wird das Zukunfts-Ich ein besseres Leben haben, nein, das Jetzt-Ich hat durch intensiven Raubbau am eigenen Genuss auch noch maßgebend dazu beigetragen und verdient es, jetzt schon präventiv auf die Schulter geklopft zu werden. Vorfreude herrscht. Von Hazel Brugger.

 

„Er ist der ultimative Idiot“

Wir leben in einer Zeit ohne Stimmlagen. Es wird immer schwerer für die Leute, zu hören, zu verstehen, was ein Witz ist, ob ein Text provokativ oder ernst ist. Alles muss eingängig sein. Heute werden Romane mit dem Aufkleber „Feelgood-Buch“ verkauft oder der Behauptung: „So spannend, man kann es nicht mehr weglegen.“ Eine bestimmte Idee von Literatur ist völlig verloren gegangen: Dass der Autor will, dass sein Leser sein Buch weglegt, es an die Wand wirft, weil es ihn aufwühlt, aufregt, ärgert. Ein Interview der Taz mit Howard Jacobson über sein neues Trump-Satire-Buch „Pussy“.

 

Der Fall Ansari spaltet die „Me Too“-Bewegung

Es könnte ein typischer „Me Too“-Fall sein: Ein männlicher Prominenter, der sich über den Willen einer Frau hinwegsetzt und sexuell übergriffig wird. Doch anders als beim Fall Weinstein regt sich auch von feministischer Seite Kritik an den Vorwürfen. Ein Beitrag auf Süddeutsche.de.

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