Hip-Hop goes Hoemies

vor 2 Wochen

Die Partyszene wird von Techno & männlichen DJ’s dominiert –
Hoemies ändern das.

 

Gizem Adiyaman und Lucia Luciano sind die Gründerinnen von Hoemies. Wenn man in ihre Playlist reinhört erwarten einen Tracks von Aaliyah über Kehlani bis Foxy Brown. Das Wortspiel „Hoemies“ setzt sich aus den Worten „Hoe“ (Slang und steht für Hure) und „Homies“ (Jugendsprache und bedeutet Kumpel) zusammen. Ihr Name zeigt die Notwendigkeit von Provokation auf, damit Wörter wie „Hoe“ nicht mehr als Mittel für Slut-Shaming gebraucht und instrumentalisiert werden. Das Konzept hinter Hoemies ist komplex und lässt sich nicht so einfach umreißen, sie selbst würden sich als Community labeln. Zunächst einmal veranstalten sie Partys, die insbesondere Frauen und transgeschlechtliche Menschen empowern sollen. Desweiteren verstehen die beiden sich nicht nur als Partyreihe, sondern auch als Zufluchtsort für all diejenigen, die in der Hip-Hop Szene untergehen oder kein Gehör finden. Ein weiteres Credo der beiden ist die Vernetzung mit anderen Akteurinnen der Szene. Sie möchten eine Plattform sein für junge Künstlerinnen, die sich austauschen und gemeinsam kreativ agieren können. In Berlin-Moabit aufgewachsen, hilft ihnen ihr eigener diverser Background dabei und lässt sie daraus schöpfen.

 

 

"Sie möchten, dass Frauen in Zukunft als Hauptakteurinnen auftreten und nicht mehr nur als Randerscheinungen auf Parties fungieren."

Noch immer existieren viele Stimmen, die behaupten Frauen legten schlechter auf als Männer und auch Hoemies bemerken, dass sie, insbesondere von männlichen Kollegen, kritisch beäugt werden. Zu groß ist noch die Skepsis. Doch woran könnte das liegen? Vielleicht an dem Fakt, dass Frauen in der Vergangenheit noch unterrepräsentierter waren als heute und sie sich erst langsam ihren Weg in die DJ-Szene bahnen? Vielleicht muss sich erst noch unsere Sichtweise an dieses „neue“ Bild von Frauen hinter den Turntables anpassen? Bei weiblichen DJanes scheint das Geschlecht nach wie vor eine Rolle in Bezug auf die nötige Kredibilität in der Szene zu spielen. Hoemies möchten ein Bewusstsein dafür schaffen und treten dafür ein, dass jeder, unabhängig seines Geschlechts, dafür aufgrund seiner Fähigkeiten beurteilt wird. Sie möchten, dass Frauen in Zukunft als Hauptakteurinnen auftreten und nicht mehr nur als Randerscheinungen auf Parties fungieren.

"Hoemies tragen dazu bei, dass zumindest auf den Tanzflächen der Clubs die Welt zu einem besseren Ort gemacht wird."

Denn es lässt sich feststellen, dass sich die gleichen diskriminierenden Mechanismen, die allgemein in der Gesellschaft existieren auch in der Kreativ -oder insbesondere Musikbranche wiederfinden lassen. Gizem und Lucia stehen für eine Revolution gegen patriarchische Strukturen ein und erinnern uns an den Kern von Hip-Hop – Hip-Hop war in seinen Ursprüngen schließlich der Musikstil der gesellschaftlichen Randgruppen, der Outlaws, der Schwarzen. Hoemies tragen dazu bei, dass zumindest auf den Tanzflächen der Clubs die Welt zu einem besseren Ort gemacht wird.
Die nächste Hoemies Party findet am 16.02. im St. Georg in Berlin statt.

 

Text: Rina Kasumaj
Bilder: Hoemies

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