Inspiration: Mord ist ihr Hobby

vor 2 Wochen

Locker flockig Morde aufdecken mit Jessica Fletcher.

Es gibt Serien, da wird uns wohlig warm und es gibt Serien, da beißen wir vor Spannung die Zähne zusammen. Aber manchmal, ganz manchmal, da passiert etwas Wunderbares: Da beißen wir in wohliger Gemütlichkeit unsere Zähne zusammen und fühlen uns einfach nur gut. Über so eine Serie, genauer TV- Sendung, möchte ich reden. Denn tatsächlich kann diese Serie zu den älteren Pferden im Stall gezählt werden. Und damals, so vor 20, 30 Jahren, da hießen Serien noch TV-Sendungen. Wenn beim Lesen eine Melodie eingefügt werden könnte, dann würde ich sie jetzt in euren Köpfen einspielen lassen, ihr alle kennt die frische glückliche Titelmelodie von: Mord ist ihr Hobby. Angela Lansbury in der Rolle von Jessica Fletcher, sitzt in ihrer Schreibstube und tippt an einem neuen Bestsellerkrimi, während Szenen aus ihrem freiberuflichen Detektiv-Dasein eingeblendet werden. Die Schreibmaschine wurde später von dem Rechner weggekickt. Der Charme blieb da, wo er war. Kennen werden die meisten die Serie vom Super RTL, um 20 Uhr lief sie, nachdem die Kindersendungen zu Ende geschaut waren, man sich aber noch ein wenig vor dem Schlafengehen drücken durfte. Mir ging es damals so, dass ich ehrlich gesagt, nicht viel von der Handlung verstanden habe. Ich sah diese etwas ältere Frau in diesem malerischen Städtchen, die ab und an, etwas schnelleren Schrittes irgendwo hin wollte. Es stellt sich heraus, dass sie frohen Schrittes Richtung Mordaufklärung unterwegs war. Und am Anfang da trällerte die besagte Melodie. Wenn ich mir jetzt „Mord ist ihr Hobby“ anschaue, dann kann ich zum einen der Handlung folgen und zum Anderen fühle ich mich gut. Kindheitsserien sind eben so eine Sache. Sie laden sich mit gemütlicher Energie auf und geben sie dann an uns frei, wenn wir sie wiederentdecken. Das Besondere an Mord ist ihr Hobby oder in Original murder she wrote ist, dass als Sendung, die damals im late night Super RTL lief, auch heute wirklich wunderbar ist. Wahrhaftig wunderbar an der Sendung ist aber Jessica Fletcher. Locker flockig lebte sie ihr Leben im Küstendorf Acbot Cove und selbst in absoluten Extremsituationen hatte sie einen beruhigenden Spruch auf Lager. Erstaunlich, trotz wirklich verstörender Szenen scheint Fletcher nie ihre Coolness zu verlieren. Ich kann mich noch an eine Szene erinnern. Da öffnet Fletcher einen Wandschrank und ihr fällt ein Mann entgegen. Ein toter Mann. Es ist ein höfliches „Oh“ zu hören und das war’s dann auch. Sie verliert nie ihre Coolness und ihre Bodenständigkeit auch nicht. Eine Serie, die zum Handlungsgegenstand zwar ausschließlich Mord hat, trotzdem aber nicht blutrünstig ist. Nostalgie ahoi!

 

Text: Maria Kustikova
Bilder: PR

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