Talent: Pharmakon

vor 3 Jahren

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Pharmakon macht Noise-Musik, die von ganz weit unten zu kommen scheint, und denjenigen, der sich ihr hingibt, wie neugeboren und gereinigt zurücklässt.

Alleine ihr Name deutet auf etwas hin, das wehtut – Pharmakon bedeutet Medizin, aber auch Gift und so klingt auch die Musik der 22-jährigen New Yorkerin Margaret Chardiet: Sie schreit, bearbeitet Metall und schlägt mit einem Holzbrett auf den Boden. Es entsteht ein musikalischer Schock, Noise-Musik, die von irgendwo ganz weit unten herrührt.

Diese wird, wenn man sich überwindet und hingibt, zur Reinigung, da man alles Dunkle und Brutale durchlebt und von Gänsehaut geschüttelt wird, um wie neu geboren aus ihrem Konzert zu kommen.  Katharsis ist ein großes Wort, aber was soll man sonst dazu sagen?

Dass diese Musik von einer zarten, blonden Frau kommt, bildet dabei einen wunderbaren Kontrast, denn für gewöhnlich dominieren Männer die Szene. Nach ihrem ersten Album „Abandon“ (Hingabe) tourte Pharmakon durch die Welt und löste auch abseits der Noise-Welt Begeisterung aus. Das Video zeigt sie bei einem Liveauftritt im MOMA PS1 in Zusammenarbeit mit dem New Yorker Museum of Modern Art.

Text: Maja Hoock
Foto: Jane Chardiet

Dieser Artikel erschien in Fräulein Nr. 13

vor 3 Jahren