Vandana Shiva und ihr beachtlicher Kampf für die Umwelt und Frauenrechte

vor 3 Monaten

Es erinnert an den Kampf zwischen David gegen Goliath: die indische Umweltaktivistin Vandana Shiva setzt sich seit 40 Jahren gegen den umstrittenen Saatguthersteller Monsanto ein. Doch damit nicht genug – sie engagiert sich auch stark für die Rechte von Frauen in der dritten Welt. Das Forbes Magazine handelt sie als eine der einflussreichsten Frauen des Globus.

Sie wird liebevoll mit Mutter Theresa verglichen oder auch „Ghandi of Grain“ genannt. Vandana Shiva wanderte für ihr Studium der Physik nach Kanada aus und promovierte später im Bereich der Quantenphysik. Physik bedeutete für die Inderin, die Zusammenhänge der Welt zu verstehen. Ihren Sinn für die Umwelt entwickelte sie bereits als junge Frau, als sie eines Tages an den Fluss zurückkehrte, an dem sie einst als kleines Mädchen gespielt hatte – nur, um ein ausgetrocknetes Stück Land vorzufinden. Da begriff sie: die Welt verändert sich, und die natürlichen Ressourcen und Wachstum sind begrenzt.

In den 1970er Jahren setzte sie sich mit der ersten indischen Umweltbewegung – dem Chipko Movement –  gegen die kommerzielle Abholzung von Wäldern ein, bei welcher vor allem Frauen sich mit dem Wunsch an Bäume ketteten, die Lebensgrundlage vieler Menschen zu schützen. Shiva gilt seitdem auch als Mitbegründerin des „Ökofeminismus“.

In Shivas Augen ist unter anderem das kapitalistische Patriarchat schuld, welches durch seine Profitgier der Natur den Tod erklärt hat und Frauen als zweites Geschlecht ansieht, weshalb sie die Bewegung „Diverse Women for Diversity“ ins Leben gerufen hat, welche Teil ihrer 1991 gegründeten Organisation „Navadanya“ ist. Navdanya versteht sich als Frauen geleitetes Netzwerk zum Schutz von Biodiversität und kultureller Vielfalt. Navdanya ist in 22 Regionen Indiens vertreten und schulte bereits über 90.000 Bauern  in Sachen nachhaltiger Landwirtschaft, Saatgut-Hoheit und half bei der direkten Vermarktung. Denn viele Bauern sind durch die Patentierung von Saatgut und Nutzpflanzen unter die Kontrolle von Großkonzernen, wie dem Saatguthersteller Monsanto geraten. Weniger als zehn Unternehmen dominieren den Weltmarkt für Pestizide und Saatgut, was dafür sorgt, dass Bauern, die Gentech-Pflanzen benutzen wollen von Lizenzgebühren betroffen sind und mit teuren, speziell abgestimmten Düngemitteln in Abhängigkeit geraten, sowie das Recht verlieren ihr Saatgut selber zu verbreiten. Verschuldungen waren die Folgen, welches ca. 270.000 Bauern Ende der 1990er in den Suizid trieb. Für die Inderin, mit dem Bindi auf der Stirn, war es eine Unart, so mit Menschen umzugehen sprach in diesem Zusammenhang sogar von einem „Genozid“.

Auch außerhalb ihrer Heimat ist Shiva an Bewegungen, die sich gegen den Einsatz von Gentechnik verschreiben, beteiligt. Sie half Vereinigungen in Asien, Afrika, Irland, der Schweiz, Lateinamerika und Australien.

„Silence will not save you!“

Heute berät sie Regierungen auf der ganzen Welt und kämpft weiterhin gegen den Totalitarismus unserer Lebensmittel und macht mit ihren Büchern wie, The Violence of the Green Revolution, Water Wars oder Staying Alive auf die Probleme in Umwelt und Genderfragen in der dritten Welt aufmerksam.

Vandana Shiva ist eine moderne Revolutionärin, Pionierin, Autorin, Wissenschaftlerin und ein Vorbild, wie es sie sonst kaum gibt. Sie inspiriert durch ihren Optimismus und ihren couragierten Einsatz, die Dinge zum Guten zu wenden.

 

Text: Miriam Galler

Foto: Filmstill „Field of View“

 

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