Bässe in den Tiefen der Seele

vor 4 Jahren

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Der Nachtmahr von AKIZ, mit Carolyn Genzkow in der Hauptrolle, führt uns zu Berghain-Techno in die Untiefen unserer Psyche hinab.

Gleich zu Beginn von Der Nachtmahr dröhnen die Bässe. Ein nächtliches Open Air in einem Freibad am Stadtrand von Berlin: zu Berghain-Techno tanzen junge Körper in Strobo. Aber so ausgelassen und cool die Szene sein mag, etwas Lauerndes liegt im Dunkeln.

Als Tina (Carolyn Genzkow) es für einen kurzen Moment erblickt bricht sie zusammen. Eine Reise ins Innerste der Seele beginnt. Der Nachtmahr des Regisseurs AKIZ (Achim Bornhak) folgt einer inneren Traumlogik. Der Firnis zwischen Realität und Unterbewusstem ist hier immer zum zerreißen dünn. Schicht legt sich über Schicht. Was ist normal? Wie weit können wir unserem eigenen Kopf trauen und wann beginnt sich Freundschaft und Liebe in Ablehnung und Ekel zu wenden?

Der Nachtmahr ist vielleicht der seit langem gelungenste deutsche Genrefilm, der keinem Genre folgt. Ein psychologischer Thriller, ein Art-House-Horrofilm, eine Coming-of-Age Geschichte – oder gleich alles zusammen? Man spürt den Einfluss von David Lynch, AKIZ’ Liebe für die Mythologien von William Blake und die unbedingte Nähe zum Club.

Sehr sehenswert und ab 26.5.2016 im Kino!

Das Interview mit AKIZ gibt es dieses Wochenende auf fräulein.de!

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