Berlinale wird weiblicher

vor 3 Monaten

Die Berlinale schafft Raum für den Erfolg von Frauen in der Filmbranche.

Bei der 69. Berlinale, die im Februar 2019 stattgefunden hat, mussten sich die Männer vor ihrer weiblichen Konkurrenz in Acht nehmen. Mehr als 40 Prozent der wettbewerbsfähigen Filme wurden von Frauen gedreht. Sieben der 17 Filme im Wettbewerb stammten von Regisseurinnen. Im Vorjahr waren wiederum 4 Regisseurinnen an den 19 Wettbewerbsfilmen beteiligt. Mit dem diesjährigen Anstieg der weiblichen Anzahl macht die Berlinale anderen Filmfestspielen vor, wie es richtig geht. In Cannes waren es letztes Jahr vergleichsweise nur drei Regisseurinnen und in Venedig nur eine Anwärterin, die ins Rennen um einen begehrten Preis gingen. Bei den Oscars 2019 wird sogar kein einziger Film einer Frau zur Wahl für die Kategorie „bester Regisseur“ gestellt. Diese ernüchternden Zahlen und schwierigen Gegebenheiten nehmen Frauen den Raum als Filmemacher erfolgreich agieren zu können. Da fungiert die Berlinale 2019 wahrhaftig als Positivbeispiel. Im Vorfeld der Berlinale 2019 verriet Festival-Direktor Dieter Kosslick, dessen Berlinale-Ära nun 2019 zu Ende ging, dass 53,3 Prozent der an der Auswahl der Wettbewerbsfilme beteiligten Personen Frauen waren, und dass die Auswahlkommissionen für die meisten Bereiche des Festivals bereits eine weibliche Mehrheit aufweisen konnten.

Die in Berlin lebende Regisseurin Angela Schanelec, die seit Jahren zu den wichtigsten Filmemacherinnen in Deutschland gehört, hat mit ihrem Berlinale-Beitrag „Ich war Zuhause, aber“ ein solch herausragende Leistung gezeigt, dass sie mit dem silbernen Bären für die beste Regie erstmals ausgezeichnet wurde. Thematisch im Fokus des Films steht eine schwierige Mutter-Sohn-Beziehung. Der Film beginnt mit dem Rätsel der Heimkehr des für eine Woche verschwundenen 13-jährigen Jungen, der seiner alleinerziehenden Mutter nicht sagen will, wo er gewesen ist. Astrid, der Mutter des Jungen, fällt es schwer zu akzeptieren, dass ihr Kind ein eigenes Leben führt. Was sich während des Verschwindens aber ereignete, wird nicht weiter thematisiert. Vor zwei Jahren verstarb der Vater ihrer beiden Kinder, der Theaterregisseur war. Seither ist die Mutter überfordert mit der Erziehung ihrer Kinder und ihr Blick auf die Geschehnisse im Leben hat sich verändert.

 

Text: Yamur Cellik
Bild: Youtube

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