Der Fall Nina Fuchs – ein Update

vor 1 Woche

Solidarität! Ein Beispiel mit viel Wirkung.

Vor zwei Wochen haben wir über den Fall von Nina Fuchs berichtet.
Nina wurde in der Nacht vom 18. auf den 19. April 2013 von zwei Männern im Münchener Park am Maximiliansplatz vergewaltigt. Das Verfahren wurde aufgrund fehlender Hinweise eingestellt. Erst Jahre später erreichte Nina ein Anruf. Die DNA eines Mannes, der aufgrund eines anderen Dialektes festgenommen wurde, konnte eindeutig der Probe, die in ihrem Fall sicherstellt wurde, zugeordnet werden.

Gerechtigkeit erfuhr Nina nicht. Die Geschädigte, so lautete die offizielle Formulierung der Staatsanwaltschaft, könne sich nicht an alle Vorgänge der Tatnacht erinnern. Der Mann selbst schweigt. Das DNA-Material, das ein Beweis dafür sei, dass zwischen Nina und dem Mann körperlicher Kontakt bestand, wäre dennoch kein eindeutiger Indiz, dass es sich tatsächlich um den Täter handle. Es bestehe weiterhin die Möglichkeit, dass Nina in der Tatnacht mit weiteren Männern sexuellen Kontakt hatte. Eine Verurteilung des Beschuldigten wäre aus diesen Gründen nicht anzunehmen. Für die Erhebung einer öffentlichen Anklage sei daher kein Raum.

Ninas Anwalt versucht für Gerechtigkeit zu sorgen. Im Gegensatz zur Staatsanwaltschaft hält er eine Verurteilung für sehr wahrscheinlich und verweist zudem auf fragwürdige Vorgehensweisen von Seiten der Justiz in ihrem Fall.

Nina startete eine Petition. Mit den Stimmen der Bevölkerung möchte sie erneut mit der Bitte an die Generalstaatsanwaltschaft herantreten, der vorgelegten Beschwerde ihres Anwalts stattzugeben und ihren Fall neu aufzurollen.

Am 08. April erreichte uns die Botschaft: mehr als 81.000 Menschen haben die Petition unterschrieben. Nina bedankt sich in ihrer Stellungnahme für die Unterstützung und für die vielen Nachrichten, die ihr Mut und Kraft spenden.
Am 16.04 wird die Bittschrift der Generalstaatsanwaltschaft übergeben.

Die Vergewaltigung an Nina ist ein Beispiels aus einer Reihe von Straftaten, die an Frauen verübt werden. Ihre Medienpräsenz kann helfen, Frauen weltweit Gehör zu verschaffen und Mut zu machen, mit ihrer eigenen Geschichte an die Öffentlichkeit zu treten. Sechs Tage verbleiben um Nina eine Stimme zu geben.

Text: Teresa Löckmann
Bild: Unsplash

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