Dr. Hauschka: Eine Reise durch den Heilpflanzengarten

vor 3 Monaten

Wir haben mit Annette Greco, Head of Product Development bei Dr. Hauschka, über natürliche Schönheit aus der Kraft der Natur gesprochen.

Am Anfang ihrer Geschichte waren sie Avantgardisten und Pioniere in einer Gesellschaft, die kaum mehr Bewusstsein für natürliche Präparate besaß. Die schnelle technische Lösung schien das Denken in Zusammenhängen abgelöst zu haben. Lange bevor uns der Begriff Nachhaltigkeit bekannt war, hat sich Dr. Hauschka schon längst an seiner Bedeutung orientiert. Denn natürliche Kreisläufe und die Kraft vitaler, unbelasteter Rohstoffe bilden die Basis für alle Produkte von Dr. Hauschka.

Nachhaltigkeit und Umweltschutz werden bei Dr. Hauschka großgeschrieben. Sie beziehen die Pflanzen, Öle, Wachse und weiteren Bestandteile der Naturprodukte (fast) ausschließlich aus kontrolliert-biologischem Anbau, möglichst in biologisch-dynamischer Qualität und aus fairem Handel. So hat das Unternehmen sogar ihren eigenen Heilpflanzengarten, in denen sie liebevoll die bunten Bestandteile der Pflegeprodukte anbauen und sorgsam ernten.

Annette Greco, Head of Product Development im Interview:

Wie definieren Sie die Schönheit der Natur?
Die Schönheit erlebe ich immer dort, wo ein roter Faden, ein Gestaltungsprinzip erlebbar ist. Natürlich kenne ich nicht die Baupläne der Natur, aber eine Konzeption ist für mich spürbar. Es fügt sich, es ist stimmig, harmonisch und alles steht untereinander in Beziehung. Das erlebe ich als Schönheit: in einer einzelnen Blüte, im Wald, an einer Ameise oder einem Quarz und bei jedem Menschen.

Wie sind Sie zu Ihrem Beruf gekommen? Wie kam es zu dem Punkt an dem Sie sich entschieden haben Pharmazie und die Heilpraktik zu vereinen?
Ich sehe die Pharmazie als eine Brückendisziplin. Ich habe bewusst ein Studium gewählt, dass mir Vielfalt bietet: Chemie, Biologie, Physik, Medizin, Kommunikation etc.
Extreme Spezialisierungen empfinde ich als Einschränkung. Die Vielfalt ermöglicht mir unterschiedliche Blickwinkel auf ein Thema einzunehmen – dann ist meine Herangehensweise im Handeln und Entscheiden umfassender. Mit der Heilpraktiker Ausbildung und der Prüfung vor dem Amtsarzt wollte ich mein schulmedizinisches Wissen verstärken. Das hilft mir heute sehr im Verständnis für den Menschen wenn wir Kosmetika und Arzneimittel entwickeln.

Was macht eine Pflanze zur Heilpflanze?
Ich sage gerne: Die schwarzen Schafe einer Familie sind die Besonderen. Das ist nicht nur im familiären Zusammenhang so, sondern auch bei den Pflanzen. Heilpflanzen sind die schwarzen Schafe einer Herde. Es braucht besondere Kräfte um sich von der Art abzuheben. Diese Kräfte nutzen wir in der medizinischen oder kosmetischen Anwendung dieser Pflanzen.

Was für eine Bedeutung hat es für die Arbeit einen regionalen Heipflanzengarten zu haben?
Beschäftigung mit Pflanzen bedeutet, sie „verstehen“ zu wollen. Dafür nutzen wir natürlich die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse, aber genauso wichtig ist die Begegnungsebene. Ich möchte etwas vom Wesen verstehen. Auch ihr Arzt kennt sie als Mensch nur bedingt über ihr Blutbild. Dafür ist der Heilpflanzengarten großartig. Ich kann die Pflanzen mit allen Sinnen wahrnehmen und das zu jeder Tages- und Jahreszeit.

In dem Heilpflanzgarten wachsen über 150 verschiedene Heilpflanzen. Wie entscheidet man sich für die Mischungen der Pflanzenarten für die Dr. Hauschka Produkte?
Wir gehen immer vom Menschen und seinen Bedürfnissen aus: Mensch, was ist Dein „Prozess“ z. B. hinter der trockenen Haut. Die Feuchtigkeit einfach zu ersetzen ist nicht unser Anliegen. Wir möchten Prozesse anregen, dass man selber in sein individuelles Gleichgewicht zurückfindet. Also suchen wir im zweiten Schritt Prozesse in der Natur, die den Menschen anregen in seine Veränderung zu kommen. Ein Präparat ist wie ein Strauß an Angeboten und damit so vielfältig wie Haut und Mensch gestrickt sind.

Was sind die beliebtesten Heilpflanzen? Gibt es welche, die sich besonders „universell“ verwenden lassen?
Es gibt in der Dr. Hauschka Kosmetik tatsächlich eine Pflanze, die wir in sehr vielen Präparaten verwenden, da sie eine grundlegende Vorbildfunktion für die Haut zeigt. Das ist Anthyllis vulgaris – der Wundklee. Die Pflanze hat das Potential Räume zu bilden, sie zu beleben und sie gut abzugrenzen. Dabei ist sie schön und stark. Was kann man sich für die eigene Haut besseres wünschen…

Die Pflege mit Kräutern und Pflanzen: Ist man in dem Prozess limitiert oder gibt es mit Heilpflanzen genau so viele Möglichkeiten in der Herstellungen der Produkte?
Für mich ist die Natur, damit meine ich neben den Pflanzen auch die Mineralien, Metalle oder Tiere, eine unerschöpfliche Quelle. Die Anzahl an Inhaltsstoffen und Prozessen, die diese Lebewesen schaffen, werden alle Labore dieser Welt kaum realisieren. Die einzige Limitierung, die ich erfahre, betrifft unsere Kompromisslosigkeit in Bezug auf die Qualität. Wenn wir im Laufe einer Entwicklung merken, dass wir eine sehr spannende Pflanze nicht aus guten Anbaubedingungen oder von verlässlichen Partnern gewinnen können, müssen wir die Idee leider fallen lassen.

Welche Heilpflanze kann ich direkt zuhause anbauen?
Suchen Sie nach den schwarzen Schafen. Gerade die, die auf den ersten Blick nicht die schönsten oder größten sind, haben Potential. Aber bedenken Sie: eine Heilpflanze trägt nur das Potential in sich. Die Kunst besteht darin, dieses zu erkennen und dann den Schatz zu heben. Dieses geschieht in der Weiterverarbeitung. Schon Paracelsus (Schweizer Arzt) sagte sinngemäß, dass man in der Natur nur Möglichkeiten findet, der Mensch muss diese zum Nutzen formen.

Gibt es Heilpflanzen die Zuhause als Hausmittel direkt helfen können?
Natürlich, unser zuhause ist reich an Potentialen z. B. der wunderbare Salbei. Er kann unseren Wärmeorganismus regulieren: Stellen sie daraus einen heißen Tee her. Wenn er mindestens 10 Minuten gezogen ist, hilft er beim ersten Frösteln wieder in die eigene Wärme zu kommen. Wenn wir im Sommer aber zu arg schwitzen kann er als Badezusatz bei max. 35°C gut abkühlen oder man kann mit Salbei einfach eine erfrischende Limonade herstellen.

Welche Top 3 Dr. Hauschka Produkte würden Sie jedem empfehlen?
Die Dr. Hauschka Kosmetik richtet sich ja immer danach, was der individuelle Mensch braucht. Trotzdem gibt es aus meiner Sicht ein paar Produkte, die in keinem Kosmetikschränkchen fehlen sollten: die Gesichtswaschcreme (13,15€) – ohne Ouvertüre keine Oper, das Haartonikum (14,63€) – schönes und starkes Haar braucht die Pflege der Kopfhaut, wie bei den Pflanzen die Bodenpflege und ein Pflegeöl (um 14€) – ein durchwärmter und gepflegter Körper ist der Grundstein für „fast“ alles.

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Interview: Fabio Pace

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