Durchbruch: Topmodel Sui He

vor 4 Jahren

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Das chinesische Topmodel Sui He hat es geschafft – sie zählt zu den am meisten fotografierten Gesichtern der Modewelt und das in einer Branche, in der asiatische Models immer noch unterrepräsentiert sind.

Sui He schmunzelt mit fernöstlicher Zurückhaltung, wenn sie über ihre außergewöhnliche Modelkarriere sprechen soll. Seit drei Jahren schießt die 25-jährige Chinesin raketengleich durch den Modekosmos: Magazincover, Runways, Exklusiverträge für Kampagnen – ihre „High Profile“-Karriere wirk fast wie kuratiert. Doch Hes Geschichte ist anders als die der meisten Topmodels. Aus ihr wäre nämlich beinahe keins geworden.

He wird 1989 in Wenzou, einem kleinen Dorf am Ostchinesischen Meer geboren. Die nächst größere Stadt ist Beijing, dort nimmt sie 2006 mit 17 Jahren an einem Model-Contest teil, den sie zu ihrer Überraschung gewinnt. „Ich war damals sehr schüchtern und hatte wenig Selbstvertrauen“, sagt He. Die Schüchternheit merkt man ihr heute nicht mehr an. Sie ist souverän, professionell und wirkt in sich ruhend. Doch bis hierhin war es ein steiniger Weg, sagt sie mit großen Augen. Denn nach dem Model-Wettbewerb zündete ihre Karriere nicht so richtig. Sie arbeitet zunächst fünf Jahre in China ohne allzu viel zu tun zu haben. Das änderte sich mit dem Umzug nach New York, wo He 2011 einen Vertrag mit einer renommierten Modelagentur unterzeichnete. „Ich wollte wissen, ob ich eine Chance im Ausland habe, in China war ich nur eine Nummer“, sagt sie. Die Chance bekam sie. Für die Winterkollektion 2011/12 eröffnet He als erstes chinesisches Model eine Ralph-Lauren-Show. Darauffolgend posiert sie in unzähligen Kam- pagnen, bekommt als erste Chinesin einen Exklusiv-Vertrag mit der japanischen Kosmetikfirma Shiseido, läuft als zweites chinesisches Model nach Liu Wen eine Victoria’s-Secret-Show und wird 2013 von Carine Roitfeld zum offiziellen Gesicht der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin gekürt.

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Mit dieser beeindruckenden Erfolgsserie ist He als chinesisches Model neben Kollegin Liu Wen oder Fei Fei Sun jedoch eine Ausnahme. Models mit afrikanischen, asiatischen und lateinamerikanischen Wurzeln werden immer noch unter der Kategorie „exotisch“ verbucht. Dafür sprechen auch die Zahlen: Bei der vergangenen New Yorker Fashion Week waren knapp 83% der Models „weiß“, wohingegen es nur 9% asiatische Models gab. Wenngleich das Thema ‚ethnische Diversität’ seit den letzten 15 Jahren zunehmend diskutiert wird, Erfolgsgeschichten wie die von He sind noch immer ein Novum. Paradoxerweise ändert der Durchbruch asiatischer Models im Westen auch das Schönheitsbild in Asien. International erfolgreich arbeitende Models aus China entsprechen wegen ihrer differenzierteren Looks weniger dem klassischen chinesischen Konzept der Makellosigkeit. So ziert Sui He heute das Cover der chinesischen „Vogue“, auf das sie es ohne ihre Karriere im Westen nicht geschafft hätte. Ihren Erfolg erklärt He jedoch nicht nur durch ihr Aussehen: „Ich stresse mich nicht, um noch höher und höher zu kommen. Ich versuche trotz harter Arbeit, immer natürlich zu bleiben. Das ist mein Geheimnis.“

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Info: In Wenzhou, sechs Stunden von Beijing entfernt, träumte Sui He schon als Kind von der großen Karriere. Mit Kate Moss als Vorbild ist die 25-Jährige neben Liu Wen das erste chinesische Supermodel geworden.

Text: Robert Grunenberg

Bild 1 und 3 via Sui Hes Instagram

Bild 2: Heiko Richard

Dieser Beitrag erschien in Fräulein Ausgabe Nr. 11

 

 

 

 

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