Interview mit Fred Perrys Brand Director Rob Gaitt

vor 5 Jahren
Wenn ein Streetewear-Label als Ausdruck verschiedener Jugendkulturen gefeiert wird, dann ist die Rede von Fred Perry.

Punks und Popikonen kleiden sich in den berühmten Karohemden, Poloshirts und Trainingsjacken der britischen Kultmarke Fred Perry: das Traditionslabel hat sich zur Lieblingsbrand diverser Künstler etabliert, unter anderem von Brit-Pop-Ikonen wie Noel Gallagher und Damon Albarn oder der verstorbenen Amy Winehouse. Im Februar diesen Jahres feierte Fred Perry die Wiedereröffnung seines Stores am Hackeschen Markt in Berlin Mitte. Vor der Eröffnung traf Fräulein Fred Perrys Brand Director Rob Gaitt und sprach mit ihm über Fred Perrys Musikaffinität, die Kollaborationen mit Bella Freud und Amy Winehouse, und über die Frage, wie eigentlich das typische Fred Perry Fräulein aussieht.

Mr. Gaitt, sie haben das Store-Konzept von Fred Perry mit dem eines Plattenladens verglichen. Wie meinten Sie das?
Der Kontakt im Store darf informell und persönlich sein, unsere Kunden sollen sich nicht als Besucher in einem fremden Haus fühlen. Ich glaube das entspricht ziemlich gut der Philosophie eines Plattenladens. Außerdem sind unsere Mitarbeiter alle musikverrückt. In den meisten unserer Geschäfte haben wir eine Jukebox mit individueller Playlist aufgestellt.

Der Plattenladen ist eine beinahe romantische Idee. Viele gibt es davon nicht mehr.
Das stimmt und ist auch ein wichtiger Punkt. Wir sind der Tradition verpflichtet, wollen aber nicht stehen bleiben. Ich mag den Gedanken, dass Väter ihren Söhnen ihre Fred Perry Hemden weiter geben wie ein tolles Musikalbum, ganz im Sinne einer rite of passage.

Wie gelingt dieser Spagat in Zeiten der Fast-Fashion?
Zunächst sind wir nicht davon besessen, online möglichst viele Follower zu haben. Es geht uns vielmehr um die direkte Kommunikation mit unseren Kunden. Die Social Networks ermöglichen uns als globale Marke einen sehr lokalen und spezifischen Dialog zu pflegen. Dazu kommen unsere regelmäßigen Kooperationen mit Kreativen.

Ihre neue Kollektion beinhaltet Stücke die in Zusammenarbeit mit Bella Freud und der Amy Winehouse Foundation entstanden sind. Wie kam es dazu?
Alle unsere Kooperationen passieren sehr natürlich. Amy hat schon Fred Perry getragen, bevor wir unsere Zusammenarbeit begonnen haben. Das gleiche gilt für Bella. Jeder unserer Partner bringt einen persönlichen Blick auf die Marke mit ohne sie komplett neu erfinden zu wollen.

Geben sie ein Beispiel.
Bei der Amy Collection kommen auch nach ihrem Tod jedes Jahr neue Details dazu. Dieses Jahr etwa jene kleinen roten Herzen mit schwarzem Rand, die in Größe und Form von einem ihrer Tattoos übernommen wurden. Dazu gibt es die Mini Collection von Amys Tattoo-Artist Henry Hate . Er hat ihr damals das Cynthia-Tattoo von ihrer Oma gestaltet.

Was für ein Frauen-Typ trägt Fred Perry? 
Ein sehr spezifischer, fern vom Mainstream. Wir mögen die selbstbewussten, meinungsstarken Frauen. Wir sagen immer, die etwas erwachsenere Frau trägt die Re-Issue Linie, ihre kleine Schwester Amy. Bella Freud bringt ihren West-London, Punk und Ska Einfluss mit.

Was ist ihr Lieblingsstück? 
Ich persönlich liebe die Nigel Cabourn Kollektion, weil ich selbst eher aus der sportlichen Ecke komme!

Bild 1 bis 3: Bella Freud x Fred Perry
Bild 4 bis 6: Amy Winehouse x Fred Perry

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