HIGH FIVE: DIE 5 FRÄULEIN-TIPPS FÜR DAS WOCHENENDE

vor 5 Jahren

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Fräulein läutet das Wochenende ein und präsentiert Ideen für eine gute Zeit.Macht Ausflüge, lasst euer Handy zu Hause, tanzt bis zum Umfallen, trefft Freunde, schaut Kunst an oder macht Kunst, geht ins Kino, kocht und schaltet endlich mal ab…

Diesmal steht unser Wochenende im Zeichen des Kinos, der Illusionen und Stars. Passend zur Fräulein-Themenwoche “Film” stellen wir unsere Top-Fünf des Berlinale Film-Festivals vor. Wir haben uns bemüht, nur Filme vorzustellen, zu denen es noch Tickets gibt.

1. 3 Indian Tales

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Filmstill 3 Indian Tales

Drei Geschichten, verteilt über vier Jahreszeiten. Érik ist ein skurriler Typ, aber genial. In seiner Behausung herrscht Chaos: überall Nippes, alte Fernseher, Antennen und Elektronikschrott. Dazwischen schnüffeln die Hunde. Doch was er auch aus dem Zeug zusammenbaut, es funktioniert. Fast immer hat Érik seine Kamera in der Hand. Er filmt sich selbst, seine Familie und den trostlosen Ort, an dem sie leben. Denn er hat einen Traum, an dem er unentwegt arbeitet: Er will einen kleinen Fernsehsender aufbauen, der sein Dorf wieder zusammenbringen soll. Shayne ist ein Einzelgänger. Immer wandert er umher und hört betörende Musik. Er scheint tief in sich versunken, die Außenwelt nimmt ihn kaum wahr. Alicia und ihre beiden Freundinnen dagegen suchen die Gemeinschaft. Zusammen lesen sie Geschichten über Schuld und Sühne. Ein verlassenes Hüttchen richten sie liebevoll als Tempel her und frönen darin der Verehrung einer Heiligen. Mit fast dokumentarischer Genauigkeit porträtiert der Spielfilm eine neue Generation in den Reservaten, aktiver und weniger resigniert, als es ihre Eltern waren.

Termine: Fr 14.02. 14:00, CinemaxX 3 / Sa 15.02. 12:30, Zoo Palast 1 

Kanada 2014, 70 Min., Regie: Robert Morin

2. The Airstrip – Aufbruch der Moderne, Teil III

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Filmstill The Airstrip

Im 21. Teil seiner Serie Photographie und jenseits projiziert Emigholz wie gewohnt eine Reihe von Bauwerken in unser Gehirn und von dort auf die Leinwand: Flughäfen, Autobahnen und Bushaltestellen, Kaufhäuser, Markthallen und Lagerhäuser sowie Kirchen, Kathedralen, Skulpturen und Monumente. Dazu ein Gefängnis, ein Stadion, eine Botschaft, ein Doppelhaus. Die weit verstreut liegenden Architekturen ergeben eine Rahmennovelle: Die ephemere, kapitalistische, religiös-melancholische und moralstiftende Welt verfängt sich folgenreich in ihrer Zielgerichtetheit. Selbst nach dem Abwurf der Atombombe, erzählt von einer vage vertrauten Stimme, wartet der Zuschauer auf die dokumentarische Klammer eines architektonischen Entwurfs. Doch es gibt sie nicht, vielleicht gab es sie nie. Was vor uns liegt, ist eine flache Leinwand, zum Beweis fliegen Abbildungen aus Wurfsendungen quer durchs Bild. Das Davor und Dahinter verbinden sich zur eigentlichen Raum- und Zeitkonstruktion, deren Architekt niemand anders ist als der Zuschauer selbst. Airstrip bietet als Schlussteil der Serie kein großes Finale der Architekturfilmgeschichte, sondern eine fulminante Wüstenlandschaft voller unerwarteter Neuanfänge.

Deutschland 2014, 108 Min, Regie: Heinz Emigholz

Fr 14.02. 16:30, CineStar 8 / Sa 15.02. 21:15, Delphi Filmpalast 

3. Berlinale Shorts Wettbewerb: Zu seinem Herzen

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Filmstill Do Secra Twego

Er war süß und wunderbar. Er hatte kohlrabenschwarzes Haar und stand an einer Schaukel auf dem Platz. Wenn er lächelte, zog er ihre Blicke auf sich. Das Leben mit ihm war bunt. Wenn er seiner Paranoia freien Lauf ließ, war sie bereit, alles zu tun, was er verlangte. Sie wollte mit ihm sein – die ganze Nacht. Genussvoll versank er in ihrem Schoß. Doch nach dem Aufwachen ist sie nicht bereit, ihm seinen Treuebruch zu verzeihen. Die Geschichte einer enttäuschten Beziehung, die zwischen den großen Wohnblöcken der Vorstädte widerhallt. Ewa Borysewiczs Animation ist eine säkulare Litanei aus einem nicht-säkularen Staat.

Fr 14.02. 16:00, CinemaxX 5 / Berlinale Shorts Go Kiez Fr 14.02. 21:30, Eiszeit Kino Saal 1 

Polen 2013, 10 Min, Regie: Ewa Borysewicz

4. Berlin. Die Sinfonie der Großstadt

Filmstill Berlin, Symphonie einer Großstadt

Filmstill Berlin, Symphonie einer Großstadt

„Lichter! Autos! Menschen! Alles schnitt sich ineinander!“ Angeregt von einer „im Abenddämmern“ gemachten visuellen Großstadterfahrung des Autors Carl Mayer, zeigt der berühmteste „Querschnittfilm“ der Neuen Sachlichkeit dokumentarische Bilder Berlins, in einer rhythmischen Montage verdichtet zu einer Komposition aus Bewegung und Licht. Zwischen Morgengrauen und Mitternacht registriert das urbane Leinwandspektakel alle Nuancen zwischen allumfassendem Weiß, wenn der Dampf von Lokomotiven das Bild ausfüllt, und dem völligen Schwarz bei einer Tunneldurchfahrt. Zumal beim Spiel der Lichtreklamen, im Feuerwerk und „Flammenmeer“ der Großstadtnacht, erfüllt sich in der filmischen „Sinfonie“ die avantgardistische Utopie eines „absoluten Films“ – einer abstrakten Malerei mit Licht.

Deutschland 1927, 68 Min, Regie: Walther Ruttmann

Termine: Fr 14.02. 15:00, CinemaxX 8 / Sa 15.02. 15:30, Zeughauskino

5. Forma

Filmstill Forma

Filmstill Forma

In der Schule waren Ayako und Yukari Freunde. Zehn Jahre später ist Ayako Büroleiterin, während Yukari als Baustellenwächterin jobbt. Als sich die beiden zufällig wiedertreffen, lebt ihre Freundschaft neu auf und Ayako bietet Yukari eine Stelle an. Im Büro beginnt Ayako Yukari zu demütigen und zu untergraben, wo es nur geht, gleichwohl darauf bedacht, ihr aggressives Verhalten nicht offenkundig werden zu lassen. In Yukaris Worten: Irgendetwas stimmt hier nicht. Sind die beiden wirklich gute Freunde gewesen? Wie machen sich juvenile Animositäten im Arbeitsleben bemerkbar? Wann treten alte Konflikte wieder zu Tage?
Ayumi Sakamotos beachtliches Debüt spiegelt in gedämpften Grau-, Schwarz- und Beigetönen das farblose Leben seiner Protagonistinnen und wirft einen kühnen Blick auf die Schattenseiten einer Freundschaft und ihre sprachlichen Zwischentöne. Je komplizierter das Verhältnis der beiden wird, umso komplizierter wird der Film. Allmählich lässt er seine linearen Anfänge hinter sich, bis fast alles im Ungewissen liegt. Der gemessene Thriller mit seinen streng komponierten Bildern erfordert große Aufmerksamkeit: Was zählt, ist nicht zuletzt das Unausgesprochene und Nichtgezeigte.

Japan 2013, 145 Min, Regie: Ayumi Sakamoto

Fr 14.02. 16:00, Delphi Filmpalast / Sa 15.02. 20:00, Cubix 9 / So 16.02. 20:00, Kino Arsenal 1

Beitrag: Maja Hoock

Titelbild: Flickr 1950s Unlimited

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