High Five: Die 5 Fräulein-Tipps für das Wochenende

vor 5 Jahren

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Macht Ausflüge, lasst euer Handy zu Hause, tanzt bis zum Umfallen, trefft Freunde, schaut Kunst an oder macht Kunst, geht ins Kino, kocht und schaltet endlich mal ab… Fräulein läutet das Wochenende ein und präsentiert Ideen für eine gute Zeit.

Diesmal steht unser Wochenende im Zeichen des Kinos, der Illusionen und Stars. Passend zur Fräulein-Themenwoche „Film“ stellen wir unsere Top-Fünf des Berlinale Film-Festivals und unser persönliches Highlight, eine Live-Übertragung aus der New Yorker Met, vor.

1. Baal – Der böse Baal, der Asoziale

Volker Schlöndorff holt Bertolt Brechts Theaterstück in die Gegenwart von 1969. Der Lyriker und Anarchist Baal haust in einer Dachkammer und liest Kutschern seine Gedichte vor. Baal streunt umher, durch Wälder und auf Autobahnen, gierig nach Schnaps und Zigaretten, Frauen und Männern: „Man muss das Tier herauslassen, ans Sonnenlicht mit dem Tier.“ Er schwängert eine junge Schauspielerin und empfindet sie bald als Mühlstein an seinem Hals. Er ersticht einen Freund und stirbt allein. „Unnütz bist du, räudig, toll, du Tier, kriechst in des Baumes unterstes Geäst.“
Der Film macht jugendliches Ungestüm und Hass auf erdrückende Umstände zum Thema, reflektiert Geniekult und Sexualmoral. Rainer Werner Fassbinder spielt Baal und zugleich sich selbst. Um ihn herum zahlreiche Akteure, die in seinen späteren Filmen immer wieder zu sehen sein werden. Brechts Witwe Helene Weigel untersagte nach der Ausstrahlung des Films im westdeutschen Fernsehen jede weitere Aufführung. Ihre Begründung: Die gesellschaftlichen Umstände, aus denen Baals Rebellentum resultiere, seien ungenügend herausgearbeitet worden. Jetzt ist er erstmals wieder zu sehen.

Deutschland 1969, 85 Min.

Regie: Volker Schlöndorff

Darsteller: Rainer Werner Fassbinder, Sigi Graue, Margarethe von Trotta, Hanna Schygulla, Marian Seidowsky

Vorstellungen: Sa 08.02., 18:00 Uhr im Cubix am Alexanderplatz und So., 09.02., 13:30 Uhr im Haus der Berliner Festspiele. Restkarten vor Ort.

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Filmstill aus „Baal“ mit Rainer Werner Fassbinder

2. American Hustle

New York Ende der Siebzigerjahre: Irving Rosenfeld, Besitzer einiger Waschsalons, verdient sein Geld als Trickbetrüger und Kunstfälscher. In der verführerischen Sydney findet er die perfekte Partnerin. Als ihnen der überambitionierte FBI-Agent Richie DiMaso auf die Schliche kommt, haben sie bereits ein Vermögen gemacht. Um der Strafverfolgung zu entgehen, lassen sie sich als Lockvögel anheuern. Denn DiMaso will die großen Fische fangen, wie den Bürgermeister einer Gemeinde in New Jersey, hinter dessen Saubermann-Image er Korruption wittert. Ein angebliches Millionengeschäft samt unechtem Scheich ruft tatsächlich die Mafia auf den Plan. Doch alle Beteiligten haben die Rechnung ohne Rosenfelds eifersüchtige Frau gemacht … Ein authentischer Politskandal lieferte die Vorlage für David O. Russells schräge Komödie voll exzentrischer, vielschichtiger Figuren. Nach eigenem Drehbuch schickt Russell seine Silver Linings-Stars Bradley Cooper und Jennifer Lawrence samt Kollegen durch einen Strudel absurd-verrückter Einfälle und Explosionen. Ein Film, der Publikum und Kritiker in den USA gleichermaßen überzeugte.

USA 2013, 138 Min

Regie: David O. Russell

Darsteller: Christian Bale, Amy Adams, Bradley Cooper, Jennifer Lawrence, Jeremy Renner, Jack Huston, Michael Peña, Louis C.K.

Vorführung: Sa 08.02. 21:30 Uhr, Haus der Berliner Festspiele 

Filmstill American Hustle

Filmstill American Hustle

3.Boheemielämää: Das Leben der Bohème (Tribute to Karl Baumgartner)

Drei verkannte Künstler erkennen einander und teilen Weltanschauungen, finanziellen Sorgen und Liebesgeschichten: Der erfolglose Schriftsteller Marcel mit Hang zu monströsen Dramen, der albanische Maler Rodolfo und der Avantgarde-Komponist Schaunard. Sie wandeln auf den Spuren der Pariser Überlebenskünstler Anfang des 20. Jahrhunderts. Wenn sie ihr letztes Geld für eine Flasche Wein zusammengekratzt haben, tauschen sie melancholische Blicke und hellsichtige Lebensweisheiten aus. Dann schaut nur Rodolfos Hund Baudelaire noch trauriger drein. Für eine kurze Zeit kommt Bewegung in das Trio, die Geldsorgen scheinen gelöst und Rodolfo verliebt sich in die scheue Mimi vom Land. Doch der kurze Höhenflug des Trios wird von der bitteren Realität wieder eingeholt. Die Geschichte seiner Bohémiens bettet der finnische Regisseur in das tiefenscharfe Schwarzweiß des poetischen Realismus, die eigenwilligen Schnitte erinnern an Godards frühe Arbeiten und Jean-Pierre Léaud wird zum Retter in der Not. Der Film markiert den Anfang der produktiven Zusammenarbeit und Freundschaft zwischen Aki Kaurismäki und dem Produzenten Karl Baumgartner, der in diesem Jahr mit der Berlinale Kamera geehrt wird.

Finnland / Frankreich 1991, 100 Min

Regie: Aki Kaurismäki

Darsteller: Matti Pellonpää, André Wilms, Kari Väänänen, Evelyne Didi

Vorführung: Sa., 08.02. 16:00 Uhr, CinemaxX 

Filmstill Das Leben der Bohème

Filmstill Das Leben der Bohème

4. Live aus der MET: Rusalka

Rusalka ist die erfolgreichste Oper von Antonín Dvořák. Sie entstand im Jahr 1900 nach einem Libretto von Jaroslav Kvapil und wurde am 31. März 1901 am Prager Nationaltheater unter der Leitung von Karel Kovařovic uraufgeführt. Am Samstag wird die Oper weltweit live aus der  Metropolitan Opera New York in Kinosäle übertragen.

Live-Übertragung; Tschechisch mit deutschen Untertiteln; 240 Min. inkl. Pause

Produktion von Otto Schenk. Renée Flemming, Piotr Beczala und Dolora Zajick und Dirigent Maurizio Benini. 

Termin: 08.02.2014, Cubix am Alexanderplatz

Rusalka an der Met in New York

Rusalka an der Met in New York

5. Amma & Appa

Franziska aus Bayern liebt Jayakrishnan aus Südindien. Als die beiden ihre Liebe in eine Ehe mit Lebensmittelpunkt in Deutschland münden lassen wollen, steht für die jeweiligen Schwiegereltern plötzlich manch kulturelle Selbstverständlichkeit auf dem Prüfstand. Während Franziskas Eltern sich aus freien Stücken füreinander entschieden haben, wurde die Ehe der Eltern von Jayakrishnan im südindischen Cuddalore innerhalb ihrer Kaste arrangiert, wie es dort seit jeher der Brauch ist. Das Vorhaben ihres Sohnes, nicht nur eine Ausländerin sondern auch noch aus Liebe zu heiraten, erscheint ihnen wie eine böse Rache der Götter, denn es stellt ihre gesamte Tradition und Lebensweise in Frage. In der Hoffnung, die kulturellen Hindernisse zu überwinden, reist das bayerischen Elternpaar schließlich zu den Eltern des künftigen Schwiegersohns nach Indien.

Deutschland 2014, 89 Min

Regie: Franziska Schönenberger, Jayakrishnan Subramanian

Termine: Sa. 08.02. 19:30 Uhr, CinemaxX 3 / So. 09.02. 13:00 Uhr
Colosseum 1 / So. 09.02. 20:30 Uhr CinemaxX 1 

Filmstill: Amma und Appa

Filmstill: Amma und Appa

Beitrag: Maja Hoock

Titelbild: Flickr 1950s Unlimited

 

 

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