Im interview: Dani Miller

vor 1 Monat

Wir sprachen mit der Musikerin, die die Gucci Kampagne zum boomen gebracht hat.

Beauty boomt! Ein weiteres Mode Unternehmen hat sein Repertoire um Kosmetikartikel erweitert. Bei Gucci Beauty findet man seit kurzer Zeit eine Lippenstift Kollektion, die 58 verschiedene Farbtöne in drei verschiedenen Texturen enthält. Die dazugehörige Kampagne wurde von keinem geringeren als Martin Parr fotografiert. Einer der präsentesten Münder der Kampagne ist der von Dani Miller (neben anderen tollen Frauen wie Mae Lapres, Achok Majak und Ellia Sophia Coggins), Frontsängerin der Punk-Band Surfbort. Die Band singt unter anderem über Themen wie Politik, Sexualität, psychische Gesundheit und Social Media. Lest im Folgenden das Interview, das wir exklusiv mit Dani Miller führen durften.

 

Fräulein: Wie ist es das Gesicht einer der bekanntesten Modeunternehmen der Welt zu sein?

Dani Miller: Es ist sehr aufregend. Aber nicht aus dem Grund, dass es mein Gesicht ist, sondern das andere dadurch bestärkt werden können. Ich habe soviele Nachrichten von Leuten erhalten, die sagen, dass sie in ihrem Leben viel selbstbewusster und glücklicher waren, nachdem sie die Kampagne gesehen haben. Das fühlt sich unglaublich an.

Fräulein: Denkst du, dass der Standard von Schönheit im Wandel ist und Echtheit und Verrücktheit immer mehr gefeiert werden?

Dani Miller: Ja! Das hat mich alles Anfangs auch sehr überrascht. Mir war zunächst gar nicht so bewusst, dass meine Zähne für die meisten so eine Besonderheit sein könnten. Und auch, dass „real people“, die aus der Norm tanzen auf einmal so gefeiert werden würden. Es gibt allerdings noch sehr viel zu tun dahingehend, damit mehr unterschiedliche Menschen in der Beauty Industrie repräsentiert werden.

Fräulein: Wer kreiert deiner Meinung nach Limitierungen in unserer Gesellschaft?

Dani Miller: Unterdrücker versuchen uns zu limitieren, doch die die uns am meisten limitieren sind wir selbst.

Fräulein: Denkst du, dass sich gewisse Vorstellungen von Schönheit oder Geschlechternormen in der Zukunft verändern werden?

Dani Miller: Make-up ist für jeden, weil es Spaß machen soll. Auch für Männer. Traditionelle Vorstellungen von Schönheit werden immer da sein, nichtsdestotrotz gibt es kein Limit was Schönheit anbelangt.

Fräulein: Wo siehst du die Modeindustrie in 10 Jahren und was würdest du dir bis dahin wünschen?

Dani Miller: In zehn Jahren wird die Modeindustrie entweder zurück zum Style der frühen 00er Jahren gehen oder zukunftsorientiert, nachhaltig und recyclebar sein. Ganz allgemein hoffe ich, dass alles viel inklusiver wird.

Fräulein: Wie wichtig ist es deiner Meinung nach, dies zu repräsentieren?

Dani Miller: Sehr wichtig. Auch wenn ich mich zum jetzigen Zeitpunkt wohl in meiner Haut fühle, so war das zwischen 12-20 überhaupt nicht so. Ich möchte für die da sein, die sich Fehl am Platz oder zurückgewiesen fühlen. Ich möchte sie spüren lassen, dass sie es wert sind und schön sind und dass sie einen magischen Schutzschild besitzen, der gefeiert werden sollte.

Fräulein: Wie sollen sich deine Fans fühlen, wenn sie einen Song von Surfbort hören?

Dani Miller: Nicht allein auf dieser Welt fühlen und die Chance haben zu lachen, tanzen und schreien.

Fräulein: Gibt es einen Musiker mit dem du es lieben würdest zu performen?

Dani Miller: Blondie.

Fräulein: Wie beeinflusst Musik andere kreative Bereiche, wie zum Beispiel Mode?

Dani Miller: Ich denke alle Kreativen profitieren voneinander und jeder in dieser kreativen großen Familie gibt vieles dafür auf. Musik ist Mode und Mode ist Musik.

Fräulein: Kannst du dich noch daran erinnern zu welchem Song du zum ersten Mal getanzt hast?

Dani Miller: Die Platte „Fantasia“, die mein Vater angemacht hast, als ich super jung war.

 

Text: Rina Kasumaj
Bilder: PR

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