Im Interview: Joesef

vor 7 Monaten

Betrunken am offenen Mikrofon. So fing Joesef’s Karriere an. Jetzt wird er zu Musikern wie Sam Smith und Amy Winehouse verglichen. Ein Interview über Liebeskummer und seine Musikkarriere.

 

Ich fand die Tatsache sehr spannenend, dass du die neue Amy Winehouse genannt wirst, weil ich im Internet viel darüber gelesen habe. Wie fühlst du dich dabei?

Ich meine, es ist kein schlechter Vergleich, sie ist eine Ikone! Ich denke, es muss eine gute Sache sein. Es liegt sicherlich an der Art von Musik, die ich mache, es ist ein bisschen wie Soul-Musik und wir sind beide aus Großbritannien. Ich weiß nicht, ob ich das jemals akzeptieren kann, ich meine, sie war unglaublich und wie gesagt, sie ist eine Ikone. Es muss ein gutes Kompliment sein…denke ich.

Du wirst aber auch mit Sam Smith verglichen.

Ich mag es, sie sind beide massive Personen!

Aber gibt dir das Druck?

Naahh nicht wirklich! Ich habe nur das Gefühl, dass ich Musik für mich selbst mache. Wenn die Leute diesen Vergleich anstellen, nehme ich es an, weil es ein sehr gutes Kompliment ist und beide sehr erfolgreiche Menschen sind. Allerdings habe ich das Gefühl, mein Hintergrund unterscheidet sich sehr von Sam Smith oder Amy Winehouse. Beide sind Engländer und ich komme aus dem Osten von Glasgow in Schottland und die Musik ist ziemlich ähnlich. Emotional und mit Ehrlichkeit und Amy Winehouse war eine großartige Songwriterin und ich glaube nicht, dass sie genug Credits dafür bekommt, wie ehrlich sie war. Ich denke, es sind ein paar gute Leute, die man anstreben kann.

Deine Musikkarriere startete als Joke am open Mic. Was denkst du über die Tatsache, dass du jetzt auf der Straße erkannt wirst und eine wachsende Fangemeinde hast?

Das ist sehr komisch! Es waren immer nur ich und mein Buddy aus dem College, der mich jetzt managed. Ein Abend sind wir halt zu dem Open Mic Event gegangen und ich war ziemlich fucked up & super betrunken. Als ich dann sang meinte er nur „wow, du kannst singen!“. Daraufhin wurde er dann mein Manager.

Aber wie hat dann alles angefangen?

Es begann im Grunde damit, dass ich nichts tat und dann half er mir beim Singen und baute diese ganze Idee und den Plan auf, dass ich Sänger werden sollte. aye fuck it, ich mache nichts anderes und ich liebe Musik“ dachte ich mir dann, aber ich habe nie wirklich irgendwelche Songs geschrieben, also meinte er: Du solltest ein paar Songs schreiben. Dann fing ich an. Und das in einer Zeit wo ich eine wirklich schlimme Trennung durchgemacht habe, also war es zufällig, aber ich bin froh, dass es passiert ist, weil es mir offensichtlich einen Ausgang dafür gab, also war das Klasse!

Du schreibst und produzierst die ganze Musik selbst, aber du trittst mit einer Band auf. Wie hat sich die Band gebildet?

In Glasgow gibt es eine große Musikszene, und mein Manager war in Bands, als er jünger war und er kannte all diese Leute aus verschiedenen Bands, und er suchte sich aus allen diese erstaunlichen Musiker aus. Zum Beispiel war Toni, unsere Schlagzeugerin, eine Jazz-Schlagzeugerin, und Leon war in dieser Band namens „The Lapelles“ in Glasgow, die sehr aufstrebend war, bis der Leadsänger leider verstarb. James und Joanne, beide stammen ebenfalls aus anderen Bands. Ich wollte nur singen und anfangen Gitarre zu spielen, und dann haben wir sie aufgenommen und sind jetzt wie eine Familie.

Ihr scheint auch ziemlich close zu sein. 

Ja, wir stehen uns sehr nahe. Mir wurde gesagt, dass dies normalerweise nicht so oft bei einer Band passiert, aber wir sind wie die besten Kumpels und können jetzt verdammt noch mal zusammen nach Berlin rumtanzen und das ist so klasse!

Cool! Okay, dann über dein Album „Play me something nice“. Es wurde während deiner Trennung geschrieben und ist auch davon inspiriert. Aber dein neues Lied heißt „I think that I don’t need your love“. Gilt es für die gleiche Situation?

Ich meine, es ist ein bisschen ähnlich wie nach der ersten Platte. Zu der Zeit war ich völlig fertig mit der gesamten Liebessituation. Jetzt ist es anders. Ich bin jetzt irgendwie drüber hinweg, also schrieb ich dieses Lied. Es ist auch eher ein fröhlicher, dancy Song. Also ja, es ist verwandt und verbunden. Nur positiver. 

In verschiedenen früheren Interviews wurde erzählt, dass du früher deine Musik in deinem Schlafzimmer schriebst. Machst du das immer noch?

Ich mache es immer noch in meinem Haus. Vom Schreiben bis hin zum Produzieren.  Ich habe in meinem Schlafzimmer angefangen und es scheint der einzige Ort zu sein, an dem ich mich wohl fühle. Auch heute noch. 

 

Interview: Emma Hersbach

Bilder: PR

 

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