Mehr als nur ein Musikvideo

vor 1 Monat

Das Jahr ist noch nicht annähernd vorbei und hat schon jetzt so einige inspirierende Musikvideos hervorgebracht. Wir zeigen euch eine Auswahl inspirierender Musikvideos, von denen man sogar noch etwas lernen kann.

I Owe You Nothing – Seinabo Sey

„To avoid criticism, say nothing, do nothing, be nothing“, bereits dieses Zitat von Aristoteles in der Eingangsszene lässt unsere Augen größer werden. Das im vergangenen Jahr in Gambia produzierte Video der schwedischen Künstlerin Seinabo Sey strotzt nur so vor Selbstbewusstsein. Selbstbewusst als Frau, selbstbewusst als Person of Color. Sie nimmt uns mit nach Gambia, das Land, aus dem ihr Vater stammt, das Land, in dem ein Teil ihrer Familie lebt. Und diese stellt sie uns in ihrem Video auch vor. „I Owe You Nothing“ ist kompromisslos bad-ass, genau wie Seinabo.

 

 

PYNK – Janelle Monae

Bereits die Schreibweise des Titelsongs deutet auf das hin, worum es der amerikanischen Künstlerin geht: Pussy Power. So tanzt Janelle Monae mit weiblicher Verstärkung in opulenten Vagina-Hosen durch die Wüste und verzaubert uns mit ihrer viereinhalbminütigen Ode an die sexuelle Selbstbestimmung der Frau.

 

 

This Is America – Childish Gambino

Childish Gambino aka Donald Glover veröffentlichte das von dem Schweden Ludwig Göransson produzierte Video zu This is America im Mai dieses Jahres. Das Video war kaum online, da liefen die sozialen Netzwerke schon heiß – 30 Millionen Aufrufe innerhalb von zwei Tagen. Donald Glover nimmt kein Blatt vor den Mund und präsentiert ein realistisch brutales Bild des heutigen Amerikas. In Zeiten von ausartender Polizeigewalt gegen Afroamerikaner und der hitzigen Diskussion um die amerikanischen Waffengesetze, hält uns Childish Gambino mit seinem Musikvideo den Spiegel vor.

 

 

Apeshit – The Carters

Dieses Video dürfte an niemandem vorbei gegangen sein. Mal eben den Pariser Louvre mieten, das können wohl nur Queen Bey und Ehemann Jay-Z. Pompöser geht es kaum, aber auch die Message des Videos ist von großer Bedeutung: Das Künstlerpaar nimmt uns mit in eine Reise durch die Kunstgeschichte und hebt hierbei die Rolle der People of Color hervor. Selbstermächtigend tanzt Beyoncé mit dem ausschließlich Schwarzen Cast durch den von weißer Kunst dominierten Louvre. Die Bezeichnung als Musikvideo scheint diesem Kunstwerk nicht wirklich gerecht zu werden.

Liberté, Fraternité, Beyoncé.

 

Wir dürfen gespannt sein, was die übrigen fünf Monate noch so an Überraschungen für uns bereithalten.

 

Beitrag: Penelope Dützmann

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