Sachen gibt es: Tierische Kommunikation

vor 5 Jahren

wal

Man kann nicht nicht kommunizieren. Das wusste schon der Soziologe Niklas Luhmann und gilt nicht nur für Menschen, sondern ebenso für Elefanten, Vögel, Delfine und sogar Bäume! Die Natur ist ein sagenhafter Resonanz- (und Tanz)raum. Wir müssen einfach besser hinschauen und hinhören. Ein Best-of tierischer und pflanzlicher Kommunikation, das Lust darauf machen soll, wieder aufmerksamer gegenüber der eigenen Umwelt zu werden.

elefanten

Laut wie ein Elefant? Von wegen. Eigentlich kommunizieren Dumbos lautlos, singen stille Paarungsgesänge und verständigen sich über Infraschall. Diese für Menschen unhörbaren Schwingungen werden über Luft und Erde kilometerweit übertragen. Über das bekannte Tröten äußern sie sich nur im Ausnahmefall. Dafür klingen balzende Koalas wie laute Elefanten.

bienen

Bienen drücken sich durch Tanzen aus. Durch die Art, wie sie im Kreis schwänzeln, sagen sie deutlich, wo sie was gefunden haben, wie es schmeckt und ob es sich lohnt, dahin zu fliegen. Je intensiver sie tanzen, desto besser ist der Fund. Twerking deutet auf eine Blumenwiese hin. Kein Witz.

bäume

Bäume sprechen miteinander – zwar nicht hörbar, aber doch messbar: Sie senden Informationen mithilfe von chemischen Botenstoffen von Baum zu Baum und warnen sich gegenseitig vor Fressfeinden. So schüttet etwa die Akazie einen Stoff aus, der für Rehe unbekömmlich ist, und verbreitet die Botschaft mit dem Wind. Die Bäume in der Umgebung produzieren dann ebenfalls den Stoff. Damit können Bäume auch Regenwolken anlocken, wenn sie Wasser brauchen. Die Moleküle steigen über ihnen in die Luft und binden Wasserteilchen, die gebündelt als Regen über den Bäumen wieder herunterkommen. Angeblich sollen Messungen ergeben haben, dass die Warnungen, die Bäume ausstoßen, wenn sie gefällt werden, so extrem sind, dass sie in Ohnmacht fallen.

wal

Wale, die von Menschenhand aufgezogen werden, klingen wie Menschen. Sie imitieren ihre Pfleger und versuchen, Wörter nachzusprechen. Dazu verändern sie die Tonbildung: Die Grundfrequenzen liegen dabei zwischen 200 bis 300 Hertz, sind damit der menschlichen Stimme ähnlich und liegen mehrere Oktaven unter den üblichen Lauten der Wale. Außerdem sind Wale dafür bekannt, die Gesänge ihrer Artgenossen zu imitieren und so zu regelrechte Superhits zu kreieren.

Delfine rufen sich beim Namen. Sie reagieren auf bestimmte, festgelegte Pfeiftöne, wenn sie ein Artgenosse ruft. Jeder Delfin hat eine eigene Tonfolge. So erkennen sie sich, sprechen sich an und wissen, wann sie wohin kommen sollen.

vogel

Manche Vögel machen so täuschend echt Handys nach, dass man keinen Unterschied mehr hört. Je mehr Handys es gibt, desto öfter klingeln die Vögel. Die großstädtischen Stare, Eichelhäher und Dohlen singen das „Quantum Bell“, „Rollin Tone“ oder „Old Telephone“ nicht nur um ihr Territorium abzustecken oder um potenzielle Partner zu beeindrucken, sondern weil es ihnen gefällt, ihre Stimmen auszureizen. Die natürliche Tonleiter deckt aber nur einfache Klingeltöne ab, Songs sind davon ausgeschlossen.

Viel komplexer kann der Leierschwanz seine Umwelt imitieren. Der „Menura“ genannte Vogel hat ein eigenes Repertoire und imitiert dazu jedes Geräusch, das er einmal im Leben gehört hat. Dazu gehört der Gesang anderer Vögel, das Bellen von Hunden, das Miauen von Katzen, menschliche Stimmen, Instrumente, Maschinen, Explosionen, Motorsägen, Alarme, Gewehrschüsse, Klicken von Kameraverschlüssen und alles, was sie sonst noch zu hören bekommen. Diese Gesänge gibt es mittlerweile sogar als CD und in Orchesterfassung.

Von Maja Hoock
Illustration: Romina Rosa

Dieser Beitrag erschien in der Fräulein Nr. 13

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