Alexa Meade über ihre 2D Malerei

vor 9 Monaten

Alexa Maede hat die Malerei vor wenigen Jahren erst, aus reinem Zufall, für sich entdeckt. Nun reist sie mit ihrer Kunst rund um die Welt.

 

Alexa bemalt Menschen und Objekte und portraitiert diese bis ins kleinste Detail. Mit Hilfe der berühmten Trompe-L’œil-Effekte verwandelt sie die 3D Gemälde in 2D Werke. Mit Fräulein sprach sie über Vergänglichkeit in der Kunst, über ihren Wunsch eines „Paint Labs“ und über faszinierende Gesichter auf den Straßen.

Fräulein: Alexa, was genau hast du studiert? Hat Kunst dich immer schon interessiert?
AM: Ich habe Politikwissenschaften studiert. Im Sommercamp habe ich ein wenig gemalt, aber nicht wirklich als erwachsene Frau. Das war alles ganz neu für mich, als ich diese Technik entdeckt habe.

Wie kam es dazu, dass du reale Personen und Objekte zum Gegenstand deiner Gemälde machst?
AM: Ich fand Schatten immer schon sehr spannend. Ich wollte sehen, wie sich Farbe auf Schatten verhält und wie diese dann aussehen würden. Also habe ich angefangen die Schatten auf Menschen zu beobachten. Ich wollte diese mit Farbe einfangen, so lange sie zu erkennen waren. Und während ich helle Farben für helle Stellen nutzte, und dunkle Farben für die schattigen Stellen, habe ich festgestellt, dass ich eine dreidimensionale Ebene schaffen konnte, die tatsächlich aber wie eine zweidimensionale Ebene aussah. Es war also eher ein Zufall.

Wie bereitest du dich auf eine solche Session vor?
Ich konzentriere mich immer erst auf den Hintergrund und die Kleidung der Personen. Ich möchte, dass sich die Leute so wohl fühlen wie es eben möglich ist, während der gesamten Sitzung. Daher male ich das Gesicht erst am Ende, damit die Personen noch sprechen, essen und trinken können. Sie sollen sich nicht fühlen, als seien sie gefangen.

Was inspiriert dich für die Szenen, die du malst?
Meistens passiert es in dem Moment, in dem ich male. Gewöhnlich habe ich eine bestimmte Idee im Kopf, aber es kommt am Ende immer anders. Das einzige Mal, dass ich etwas so gemacht habe, wie ich es mir von Anfang an vorgestellt hatte, endete in einer Katastrophe… Das ist nicht magisch!

Wie lange dauert so eine Session?
Zwei bis drei Stunden. Alles was geht male ich im Voraus. Wenn dann schließlich das Model erscheint, dauert es etwa 45 Minuten. Dann mache ich die Fotos. Es geht als recht schnell!

Nach welchen Kriterien wählst du deine Models aus?
Oft sehe ich Menschen auf der Straße, deren Gesichter mich inspirieren. Es ist aber natürlich immer seltsam Leute einfach auf der Straße anzuquatschen und zu sagen: „Hey, du hast ein interessantes Gesicht, weil du eben nicht wie ein Supermodel aussiehst, sondern einfach wie ein Mensch“. Es ist eine besondere Nase, die ich zum Beispiel einfangen möchte. Insofern sind es oft Freunde oder Familienmitglieder. Ich male auch auf Anfrage. Aber es hängt natürlich von der Verfügbarkeit ab. Wenn ich aufwache, schaue ich wer verfügbar wäre, wer auch immer am schnellsten auf meine Nachricht antwortet!

Du portraitierst vor allem Frauen. Was ist für dich so besonders am weiblichen Körper?
Ich male auch viele Männer, aber es mag tatsächlich etwas gesprächiger mit Frauen im Studio sein. Wir sind Menschen. Es geht weniger um die verschiedenen Körpertypen, sondern viel mehr um die Persönlichkeit. Die Energie im Studio ist das Wichtigste.

Du fotografierst deine Illustrationen, danach ist aber alles weg, richtig?
Genau. Ich stelle meine Fotos in Galerien und Ausstellungen aus und verkaufe diese auch. Aber ich mache auch Live-Performances, bei denen ich die Models und Objekte vor den Besuchern bemale. Ich mag die Idee, dass alles temporär und live ist und es keine Zeit für mich als Künstlerin gibt, um besessen oder perfektionistisch zu werden. Ich kann ganz einfach malen und gehen und einfach in diesem einen Moment sein. Es gibt keine Zeit um mich zu hinterfragen. Das ist sehr beeindruckend.

Hörst du Musik, während du malst?
Ja, Musik beeinflusst mich in meiner Arbeit sehr. Sie wirkt auch auf die Models und die Art und Weise, wie diese mich dann inspirieren. Musik ist auch während des Shootings von Bedeutung, denn sie hilft den Models sich zu bewegen und sich gut zu fühlen. Ich frage meistens die Personen eine Playlist mit zu bringen. Es ist unwichtig ob mir die Musik gefällt. Wichtig ist, dass das Gemälde lebendig wirkt.

Welche Künstler inspirieren dich?
Ich mag den Künstler Robert Irwin sehr gerne. Er hat sehr viel mit Licht und Schatten gearbeitet. Seine Arbeit hat meine Sicht auf Raum beeinflusst. Ich liebe es Portraitmalereien anzuschauen und zu sehen, wie die Künstler die Gesichter der Menschen eingefangen haben.

Gibt es ein Traumprojekt?
Ja! Ich will mein eigenes Haus haben, in dem ich das Innere bemalen und eine “Paint Lab” schaffen kann.

Was sind deine nächsten Projekte?
Im September mache ich eine Solo-Austellung, bei Ingo Seufert. Er ist ein Experte, was meine Kunst betrifft, fast mehr als ich! Ich verdanke ihm sehr viel. Er hat es geschafft, dass sich Deutschland wie mein zweites Zuhause anfühlt.

Interview: Milena Bialas

Bild 1: GRAPEFRUIT, 2009, 9″x12″, Edition of 7
Bild 2: An Unfinished Story
Bild 3: UNSEEN, 2012 160×106 cm, Edition of 3 | 100×66 cm, Edition of 5 | 75×50 cm, Edition of 7
Bild 4: Hesitate // Activate in process Photo by David Branson
Bild 5: ACTIVATE, 2012 100×100 cm, Edition of 3 | 75×75 cm, Edition of 5 | 50×50 cm, Edition of 7

 

vor 9 Monaten