Im Portrait: Skin

vor 4 Monaten

Als schwarze, bisexuelle, feministische Rocksängerin revolutionierte Skin mit ihrer Band Skunk Anansie in den 90ern nicht nur die Musikindustrie.

Die Kraft ihrer Stimme ist noch immer die gleiche.

Deborah Anne Dyer alias Skin – abgeleitet vom englischen Wort ,,skinny“, einen Spitznamen, den die britische Musikikone aus ihrer Jugend hat – trägt eine schwarze Baseballkappe und ein weites, weißes T-Shirt. Sie sitzt an einem Holztisch. Ihre schönen, großen Augen blitzen hinter ihrer strengen, schwarz gerahmten Sehbrille hervor. Als sie das Bild des Videoanrufs endlich erkennt, schaut sie für einen kurzen Moment lächelnd aber ganz konzentriert auf ihren Computerscreen als würde sie ihr Gegenüber gründlich scannen. Dann grüßt sie freundlich und setzt ihre Nascherei von Kirschen fort. Während des Gesprächs verschluckt sie einmal fast einen Kern. Bis auf eine weiße Wand kann man im Hintergrund nicht viel mehr erkennen. Gerade ist die gebürtige Britin mit jamaikanischen Wurzeln in ihrem Haus auf Ibiza, nach London ihr zweiter Wohnsitz. Dieses Jahr widmet Skin dem 25-jährigen Jubiläum ihrer Band Skunk Anansie (kurz ,,Skunkz“) und ihrer gemeinsamen Tour. Ihr neues Livealbum 25LIVE@25 ist im Januar erschienen. Kaum zu glauben, dass die Musikikone aus Brixton mittlerweile 51 Jahre alt ist. Weder ihre Art, noch ihr Aussehen verraten ein Alter. Bis heute zeigt sie sich recht unbeeindruckt von ihrem Erfolg, ist vollkommen auf dem Boden geblieben. Das liegt besonders daran, dass sie sich in keinerlei Hinsicht auf den über vier Millionen Alben ausruht, die sie in den 90ern mit Skunk Anansie verkauft hat. Eines ihrer erfolgreichsten Songs und ein großer kommerzieller Durchbruch war damals mitunter ,,Hedonism (Just Because You Feel Good)“. Auch prahlt sie nicht mit unvergesslichen Momenten wie ihr Auftritt bei der Feier zu Nelson Mandelas 80. Geburtstag. Oder ihrem Rock-Klassik-Crossover Duett mit Luciano Pavarotti in Anwesenheit von Dalai Lama im Jahr 2000, ein Jahr bevor sich Skunkz trennt, sich 2009 dann wieder vereint. Alles was für Skin zählt, ist das Hier und Jetzt. Ein Gespräch über die Macht von Geld, Angst und Sozialen Medien.

Fräulein: Hi Skin. Wie lief das Fräulein- Shooting?

Skin: Es lief alles gut, ich habe die Bilder noch nicht gesehen. Offen gesprochen fühlte sich das Styling für mich anfangs recht merkwürdig an, weil es so anders war als mein eigener Style.

Es steht dir aber großartig. Wie du weißt widmet sich unsere Ausgabe dem Thema Macht. Du hast die Musikbranche in den 90er Jahren intensiv erlebt. Wie beruteilst du ihrem Wandel? Haben Frauen mittlerweile mehr Power als früher?

Ja, vielleicht, aber am Ende sind es immer noch Männer, de das Musikbusiness leiten (lacht). Das sieht man in vielerlei Hinsicht, zum Beispiel wie bestimmte Künstler gefördert oder erfolgreich werden. In der kommerziellen Welt sitzen ganz oben oft noch alte Männer, die es Frauen erschweren, ihren eigenen Weg zu gehen.

Haben sich die Plattenfirmen-CEOs im Vergleich zu früher denn gar nicht verändert?

Doch, ich denke, dass der große, gierige weiße CEO-Mann alt geworden ist – oder besser gesagt jene CEO-Person, um geschlechterunspezifisch zu bleiben (lacht). Ihre neue ,,Version“ ist viel gebildeter und offener.

Wie haben soziale Medien die Macht eines Musikkünstlers/künstlerin verändert?

Früher spielte es eine so große Rolle, was die Presse über dich schrieb oder welche Bilder von dir an die Öffentlichkeit kamen. Das ist heute nicht mehr so, die Presse ist hintendran und bestimmt nicht das Image eines Künstlers, das macht er/sie selber. Ich denke, es ist dank sozialer Medien viel einfacher geworden, ein Image aufzubauen. Eine Musiknewcomerin muss nicht mehr zwangsläufig einen Vertrag mit einem großen Plattenlabel unterschreiben. Sie kann ihr Business heute unabhängig strukturieren und kreiert so Modelle für andere Frauen, unabhängig zu bleiben und sich ihren Erfolg erhaben selbst zu erarbeiten. Mittlerweile kann jeder Musiker sine Fans direkt adressieren, sich ihnen zeigen, wie ich es niemals für möglich gehalten hätte. Wir Künstler haben mittlerweile viel mehr Macht über unsere Musik, unser Image und unsere Stimme. Wir bestimmen, über welche Themen wir sprechen und besonders auch wie. Dadurch wirken wir viel ehrlicher und authentischer, manchmal auch zu ehrlich (lacht).

Denkst du an jemanden konkretes? 

Nun, du siehst heute viele Sachen, die dich oft nicht im geringsten interessieren. Das ist ein großer Teil, den Soziale Medien ausmachen. Oft verschwenden wir dadurch unsere Zeit und auch unser Hirn. Jeder weiß eben, dass es der Ort ist, an dem man am meisten Aufmerksamkeit bekommt, wenn man etwas Verrücktes oder gar Radikales tut. Das hat dann aber manchmal überhaupt nichts mehr mit der eigentlichen Musik eines Künstlers zu tun. Dieser muss sich nämlich ständig die Frage stellen, wie er die Leute dazu bekommt, seine Musik zu hören. Das ist herausfordernd und auch ein Grund, warum das Musikvideo zurückkommt.

Man kann sich kaum noch vorstellen, wie ikonisch und einflussreich Musikvideos damals waren. 

Ja, das Musikvideo war definitiv für eine lange Zeit tot. Jetzt aber drehen Künstler Videos für Soziale Medien, die oftmals viel intensiver und interessanter sind als früher. Auch weil sie wieder beginnen, viel mehr Geld in die Clips zu investieren.

Ist das ein neues Potential für Soziale Medien?

Ich denke, wir sind dabei, hier ein ganz neues Level zu erreichen. Es liegt jetzt an den Millenials, wie sich Soziale Medien weiterentwickeln, so, dass sie uns auf Dauer idealerwiese nicht schaden.

Bedeutet das nicht aber auch für viele, dass alles noch softer, noch politisch korrekter und noch oberflächlicher werden müsste?

Das Problem ist, dass wir unter vielen Missverständnissen und Dekontextualisierungen leiden, uns zu stark von unserer Angst lenken lassen. Es ist so wichtig, Dinge offen zu diskutieren, selbst wenn dabeinfalsche Dinge gesagt werden. Das ist essentiell, um Meinungen überhaupt zu bilden. Wir brauchen einen ehrlichen Austausch, der aber rare und viel schwieriger geworden ist. Oft werden einzelne Argumente aus einer Diskussion völlig zusammenhangslos publiziert und auf einmal stellt man dich als Rassist dar. Es ist so wichtig, dass jeder einzelne von uns – ich schließe mich da auch nicht aus – gut darüber nachdenkt, was er online postet. Es gibt viele Menschen, die darauf warten, andere zu zerstören. Genau deshalb glaube ich sind wir nicht mehr so ehrlich wie früher, sondern viel ängstlicher unsere Meinung zu äußern.

Glaubst du, dass auch Musiker/innen aus diesen Gründen vorsichtiger und leiser geworden sind, oder sogar völlig ihre politische Macht verloren haben?

Ich denke in einer Ära wie die von Trump sind unsere Ansichten stark gespalten, du bist entweder ein Demokrat oder ein Republikaner. Teilst du ein bestimmtes Gedankengut nicht, wird man dich strikt einer anderen politischen Richtung zuordnen. Ich glaube, der Gesellschaft gefällt heute wieder die Vorstellung vom Schubladendenken.

1966 verbot MTV die Ausstrahlung deines Videos zu Hedonism, weil sich darin zwei Frauen küssen. Das ist heute doch unvorstellbar. Sind wir überfordert mit unserer Freiheit?

Ja, heute würde mein Video wahrscheinlich ein Riesenerfolg werden, weil sich zwei Frauen küssen (lacht).

Ich denke, wir sind in unserem Denken natürlich viel fortschrittlicher geworden als früher, besonders was die Akzeptanz von Individuen in unserer Gesellschaft angeht, nicht nur in der Kunst sondern auch in vielen anderen Industrien. Leider aber bekommen intolerante Menschen, die dieser Entwicklung entegegenstehen, immer mehr Macht. So viele Dinge haben sich verbessert, aber so viele auch extrem verschlechtert. In den 90er-Jahren dachten wir, George W. Bush sei unser Todesurteil, schaut man sich jetzt Donald Trump an, wirkt Bush wie ein netter alter Knabe (lacht). Es ist erschreckend, das Dinge wie die rechte Bewegung oder die Befürworter des Brexit so viel mehr Stimme, Sendezeit und Macht bekommen. In den 90er-Jahren hätte das niemand toleriert, niemand. Heute müssen wir ihnen zuhören, sehen ihre Gesichter am Zeitungsstand oder im Fernsehen.

In deinem Song We are the Flames kritisierst du die Außenpolitik dafür, fruchtbaren Boden für Extremismus kreiert zu haben. Was hat heute die Menschen in Großbritannien deiner Meinung nach so verbittert und den extremen Flügel in seiner Macht so gestärkt?

Großbritannien hat schon lange mit großen Problemen der Immigration und dessen Integration zu kämpfen, das hat dem rechten Flügel in die Karten gespielt und zwar auf der ganzen Welt, letztendlich auch Trump. Sie haben sich alle gegenseitig gestärkt. In Großbritannien verängstigte man die Menschen mit Aussagen wie dass wir alle überrannt werden von den Massen an Immigranten, sie stürmen unsere Insel auf Booten, Fähren, Trucks oder Zügen – ohne darüber nachzudenken, wie schwierig das in der Praxis wäre. Es gibt natürlich illegale Immigranten in Großbritannien aber die Zahl ist statistisch betrachtet winzig, viel kleiner als in vielen anderen Ländern. Nigel Farak und Boris Johnson haben genau diese Angst ausgenutzt um Dinge zu behaupten wie dass Immigranten alle Jobs klauen würden oder das nationale Gesundheitswesen das ganze Geld für die Immigranten ausgeben würde. Wie groß aber die finanzielle Unterstützung unseres Gesundheitswesens durch die EU ist, wussten viele Wähler überhaupt gar nicht. Oder das unser Land ohne Immigranten kollabieren würde. Jetzt stehen wir einer Katastrophe gegenüber. Das passiert eben, wenn die Führung eines Landes aus einem Haufen Idioten besteht.

Wir haben da aber auch weltweit lange geschlafen. Die Angst und Frustration der Menschen, besonders aus isolierten Vororten, existiert ja nicht erst seit gestern. Nur die Falschen haben sie erkannt. 

Wenn du als dunkelhäutiger Mensch in deinem Leben immer nur von dunkelhäutigen Mitmenschen umgeben warst dann auf einmal ein weißer Mensch vor dir steht, gibt es zwei Wege wie du reagieren kannst: positiv oder negativ. Das liegt am Individuum selbst.

 

 

Dein Song I believed in you thematisiert das ,,Yes we can do it“- Phänomen von Politikern, die im Wahlkampf Dinge versprechen, die sie niemals erfüllen könnten, weil ihnen die Macht fehlt. Wie beurteilst du die Macht, die Geld bzw. das Finanzsystem auf uns hat ?

Die Realität der Welt, in der wir leben, ist doch, dass eine Regierung allein nicht ausreichend Macht hat, weil ihr das Geld fehlt. Die wahre Macht liegt in Kooperationen, die sind Apple, Google oder Facebook ganz gute Beispiele. Sie besitzen wahre Kontrolle und Macht. Finanzielle Kooperationen und damit Zahlen, Aktien und Gier bestimmen unser Leben, sie und nicht der Mensch besitzen die ultimative Macht. Der HSBC Bank zum Beispiel wurde in Amerika eine geheime Bank für Drogendealer nachgewiesen. Sie wurden gefasst und verurteilt, bekamen eine Geldstrafe von etwa einer halben Milliarde Dollar [es waren 1,5 Milliarden Euro und damit die höchste Strafe, die je gegen ein Kreditinstitut verhängt wurde] – was soll man dazu sagen, so eine Strafe für jemanden , der Trillionen an Dollar mit seinen Geschäften gemacht hat. Aber das ist nicht der Punkt: hinter dieser Aktion stand jemand, der all das autorisiert hat, warum ist diese Person nicht verhaftet worden? Dass sie mit einem ,,Wir sind schuldig“-Geständnis davon gekommen ist, zeigt ein universelles Problem auf. Es ist wirklich deprimierend, sich solche Sachen anschauen zu müssen. Was hat das Leben für einen Sinn wenn wir glauben, dass wir alle verloren sind?!

In Hedonism sprichst du auch über die schmerzhafte Macht der Liebe. Wie denkst du über Machtverhältnisse in einer Liebesbeziehung? 

Ich glaube, wenn man sich verliebt, gibt man erst einmal sehr viel Macht ab (lacht). Man verliert sich in seiner Sehnsucht. Das ist meiner Meinung nach der Grund dafür,  warum viele frühe Liebesbeziehungen kein ausgewogenes Machtverhältnis besitzen. Ich glaube aber, dass sich das mit dem Alter und den einhergehenden Erfahrungen ändert. Du erkennst deine Stärke viel besser und weißt, welche Situationen für dich nicht funktionieren.

Wie sehr beeinflusst und definiert dich Erfolg?

Ich finde Erfolg erst einmal schwierig zu definieren, weil er wie eine Flüssigkeit ist, sich ständig bewegt und verändert. Konkret bedeutet Erfolg für mich, dass ich noch immer Alben veröffentlichen und mich mit meiner Musik finanzieren kann, ohne auf andere Jobs angewiesen zu sein. Ich habe den Luxus, das machen zu können, was mir noch immer Freude macht, auch, wenn es nicht einfach ist. Spricht mich jemand auf die Verkaufszahlen meiner früheren Alben an, kann ich immer nur sagen, dass all das der Vergangenheit angehört. Es zählt nicht wie viele Alben ich in den 90ern verkauft habe, es zählt immer nur das Hier und Jetzt. Die Leute haben weniger Respekt und hohe Erwartungen an dich, sie wollen immer mehr und mehr.

Wie geht man mit so einem immensen Druck um?

Es ist nicht einfach. Wenn du ein Newcomer bist und einen großen Erfolg feierst, kannst du sicher danach weitere erfolgreiche Alben und Musik produzieren, aber es wird sich vieles ändern. Du wirst auf Dauer diesen riesigen Erfolg nicht halten können, das ist einfach unmöglich. U2 war damals eine große Ausnahme: Mit ihrem Album Achtung Baby haben sie einen so radikalen Stilwechsel hingelegt, dass sie danach fast wie eine brandneue Band wirkten.  So haben sie einen weiteren Meilenstein legen können. Aber schaut man sich Musikerinnen an wie Taylor Swift, weiß man, dass sie zwar immer noch erfolgreich ist, aber niemals mehr die heiße Newcomerin sein kann. Das gleiche gilt auch für Nicki Minaj – von ihr gibt es bereits eine neue, jüngere Version: Cardi B. Ich denke, dass wenn du versuchst, deinem Erfolg nachzurennen, wirst du sehr wahrscheinlich große Fehler machen. Vielmehr solltest du deinen Weg so verfolgen, dass er dich glücklich macht.

Wo du gerade Cardi erwähnt hast, welche Musikerinnen findest du momentan spannend?

Ich denke, es gibt gerade viele interessante Talente. Mir gefällt zum Beispiel, was King Princess macht. Und es gibt viele alternative Musikerinnen, die ich spannend finde, weil sie so anders und so authentisch sind. Sie versuchen nicht, dass ,,heißeste, sexy junge Ding“ zu sein. Es ist ja gut, dass es Stars wie Kim Kardashian gibt, aber auf der anderen Seite ist essentiell, alternative Künstlerinnen zu haben.

Findest du nicht, dass immer noch zu viele Musikerinnen der Übersexualisierung in der Musikbranche zum Opfer fallen?

Ich denke, Frauen sind da sehr kontrolliert, sie machen das mit, weil sie es wollen. Für viele Millenials ist das eben eine neue Form von Feminismus. Ich denke es ist nichts verkehrt daran, sexy zu sein. Im Gegenteil, ich finde es großartig, wenn jemand es fühlt und für richtig hält. Ich glaube nicht, dass immer Männer dahinterstecken, die den Künstlerinnen sagen, sie müssten sexy sein, um sich zu verkaufen. Wenn das allerdings der Fall ist, wird es merkwürdig und fühlt sich verkehrt an.

Wie glaubst du hat uns #metoo verändert?

Ich sehe das alles sehr positiv. Der Punkt von #metoo war ja im Grunde genommen folgender: Frauen erzählten sich gegenseitig, dass sie benutzt worden sind ohne zwangsläufig ihre Geschichte zu erzählen, einfach nur durch einen Hashtag. Das ist doch eine wunderschöne Sache und war ein Halt für Frauen. Und es hat gezeigt, wie viele Frauen sich in solchen Situationen befanden, auch wenn es danach natürlich einige gab, die den Hashtag missbrauchten. Das aber war eine sehr geringe Anzahl, statistisch verglichen mit der Anzahl von Frauen, die wahre Geschichten erzählten. Generell denke ich, dass sich Männer ihrem Verhalten sehr viel bewusster sind als Frauen.  Viele Männer haben aber nicht realisiert, dass ihr Verhalten schelcht und unangemessen war, und wurden dank #metoo brilliant belehrt. Wenn ein Mann sich entsprechend unangemessen verhält, sollte er sich zurecht fürchten, das ist doch die Essenz aus dem Ganzen. Wir brauchen ständig Dinge, die uns unterrichten und erklären, was OK ist und was nicht.

Trotzdem muss man aber doch bedenken, dass viele der #metoo-Opfer ganz genau wussten, was in Hollywood passiert und sich dazu entschieden haben, mitzumachen?

Ja, da stimme ich dir völlig zu. Harvy Weinstein war zulange der mächtigste Mann Hollywoods. Er konnte und hat auch viele Karrieren von Frauen zerstört. Das ist abscheulich. Ich denke solche Dinge passieren in sehr vielen Branchen – Frauen, die Angst davor haben, Nackenmassagen von Männern abzulehnen, weil sie Auswirkungen auf ihren Job und ihre Karriere befürchten. Männer wie Weinstein sind sich ihrer Macht deutlich bewusst und wissen, dass sie diese ausnutzen können.

Ist dir etwas ähnliches in der Musikbranche schon passiert?

Nicht wirklich. Aber es ist interessant, dass bis jetzt wenige Frauen aus der Musikindustrie mit #metoo-Fällen an die Öffentlichkeit gingen, denn ich denke, dass viele ungerechte Machtstrukturen in der Musikbranche existieren. Vermutlich hängt das stark mit den Strukturen unser Industrie zusammen, die es Frauen erschweren Wort zu ergreifen. Das muss sich ändern!

 

Interview: Sina Braetz

Fotos: Yael Temminck

Styling: Matt King

Haare & Makeup: Daniel Kolaric mit Produkten von MAC Cosmetics

Styling Assistenz: Melia Beaudoin

Produktion: Timotej Letonja

Talent: Skin

Ein besonderer Dank gilt: Lucy Boughton

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