Über das Werk von Robert Mapplethorpe

vor 5 Jahren

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Der Meister des Stillleben und nackter Körper Robert Mapplethorpe fasziniert und inspiriert heute noch so wie in den 1970er Jahren. Gleich zwei amerikanische Museen widmen dem Fotografen im Frühling eine Retrospektive und der Fernsehsender HBO veröffentlicht eine Doku, um dem geheimnisvollen Genie ein wenig näher zu kommen.

Muskulöse Körper, athletische Frauen, große Penisse und unvergessliche Porträts: Robert Mapplethorpe hat mit seinen Fotos Amerika und die Kunstwelt schockiert, beeinflusst und für immer verändert. Das Entfant Terrible der amerikanischen Fotografie kommt jetzt nach Los Angeles und das gleich zweimal. Das Los Angeles County Museum of Art und das Getty Museum bündeln ihre Kräfte und organisieren zusammen die bis heute größte Retrospektive zum Gesamtwerk des New Yorker Fotografen, der 1989 gestorben ist. Die Ausstellung mit dem Titel „The Perfect Medium“ umfasst mehr als 300 Werke, die in beiden Ausstellungsinstitutionen gezeigt werden. Darunter seine Fotos aber auch persönliche Bücher, Briefe wie Collagen und Skulpturen und mitunter nie veröffentlichte Arbeiten.

Erklärtes Ziel der Ausstellung ist es, dem Kultfotografen näher zu rücken und zu verstehen wie sich seine kreativen Arbeitsprozesse schließlich ins fotografische Bild ausgedrückt haben. Die Show zeigt auch die historische Entwicklung seines Werkes: seine frühen Arbeiten, die von Andy Warhol und Robert Rauschenberg beeinflusst sind, Collagen mit Bildern zur katholischen Ikonografie genauso wie Fotos aus Pornoheften aber auch Installationen aus Klamotten und Schmuck, die er mit seiner langjährigen Freundin und künstlerischen Komplizin Patti Smith erarbeitet hat. In den 1970er entdeckte Mapplethorpe die schwule Leder- und Bondageszene, die sich zu einem Lieblingsthema in seiner Fotografie entwickelte. Zu einer weiteren Achse seines Werks wurde die Porträt- und Aktfotografie. Intime Aufnahmen von nackten Männern genauso wie Porträts von Stars machten ihn in den 1980er Jahren zu einem der bekanntesten Fotografen seiner Zeit und halfen dabei, das fotografische Bild als eigene Kunstform zu etablieren.

Auch heute in einer Welt extremer Bilder, die uns täglich umgeben, provoziert, schockiert und bezaubert Mapplethorpes Fotografie immer noch. Dies wollen die Regisseure Fenton Bailey und Randy Barbato in ihrer Dokumentation über Mapplethorpe hervorheben. Der Film „Look at the Pictures“ ist ab dem 4. April auf HBO zu sehen und berichtet unter anderem über seine Beziehung zu Patti Smith – seine Muse, Seelenverwandte und beste Freundin. Smith begleitete Mapplethorpe von den Anfängen in der Kunstszene NYCs der 1960er und bei seinem Kampf gegen AIDS, dem er 1989 im Alter mit 42 erlag. In der Dokumentation werden zudem exklusive Interviews gezeigt, mit seinen Geschwistern, der Sängerin Debbie Harry, der Schauspielerin Brooke Shields oder seinem ehemaligen Lover Sam Wahstaff.

Die Ausstellung findet im Getty Museum vom 15. März bis 31. Juli statt und im Lacma Museum vom 20. April bis zum 31. Juli.

Fotos 1: Robert Mapplethorpe, Self-Portrait, 1980, gelatin silver print, promised gift of The Robert Mapplethorpe Foundation to The J. Paul Getty Trust and the Los Angeles County Museum of Art, © Robert Mapplethorpe Foundation
Foto 2: Robert Mapplethorpe, Lisa Lyon, 1982, gelatin silver print, promised gift of The Robert Mapplethorpe Foundation to The J. Paul Getty Trust and the Los Angeles County Museum of Art, © Robert Mapplethorpe Foundation

Text: Milena Bialas

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