Beyoncé kommt nach Hause

vor 2 Wochen

Die neue Netflix Dokumentation „Homecoming“ von und mit Beyoncé lässt einem wahren Fan keinerlei Wünsche offen.

Eines ist schonmal klar. Jemand der den Namen Beyonce nicht kennt, muss entweder unter einem Stein leben oder über 80 Jahre sein und selbst das gilt auch nur halb als Ausrede. Tatsächlich soll die Dokumentation „Homecoming“ aber eine „neue“ Antwort auf die Frage wer Beyonce eigentlich wirklich ist geben. Wie man die „Queen of Selbstinszenierung“ kennt, erwartet einen in der Dokumentation auch reichlich „rohes, persönliches Material“, teils analog gefilmt aus ihrem Privatleben mit Ehemann Jay-Z und ihren Kindern Blue Ivy, Rumi und Sir.

Wenn man den Film – der über volle 137 Minuten geht – in einem Satz zusammenfassen muss, dann könnte man dies nicht ohne die Wörter „Gigantisch“ „Tänzer“ und „Riesig“zu verwenden. Was Beyonce als erste schwarz Frau, die das weltbekannte Coachella festival bespielt mit dieser Performance erschaffen hat, sucht seines gleichen. 

Eigentlich hätte sich getrost zurücklehnen können und Ariana Grande, die dieses Jahr Headliner auf dem Coachella Festival sein durfte das Zepter weitergeben, doch nein. Denn nicht nur die Dokumentation wurde inklusive einem überraschenden Live Album am 17. April online gestellt.

Homecoming zeigt aber nicht nur das Live Konzert, sondern auch die Proben die dahinter stecken sowie sehr private Einsichten, die Beyonce natürlich gekonnt in Szene setzt. Man hat nie das Gefühl das die Sängerin auch nur ein kleines Stück Kontrolle an ihrem Erscheinungsbild abgibt. Der Filmt ist nicht nur ein optisches Prachtstück sondern kann mit seinem Ton punkten. Auch wenn so mancher dem Film vorwirft nicht wirklich ehrlich zu sein sonder zu versuchen ein Bestimmtes Bild zu projizieren ist es doch eine erfrischende Seite, die man zwar schon aus Beyonce letztem Film Lemonade kennen könnte, aber irgendwie doch neu ist. Wie der Stern zum Beispiel kritisiert: „Kann Beyoncé mit Haltungen wie dieser den Frauen der Welt wirklich das Vorbild sein, als das sie wahrgenommen wird?“ und antwortet auf die Frage mit „Das Problem: Beyoncé will für das wahrgenommen werden, was unter dieser Oberfläche ist – ohne sich auch nur für einen einzigen Moment die Blöße zu geben. Der ganze Film ist, untermalt von Zitaten großer schwarzer Intellektueller, darauf angelegt, ihr unbedingt ein Denkmal zu setzen: als Symbol, als Ikone, als Kämpferin für die Rechte der Frauen und der Schwarzen.“

Von den von Balmain designten Kostümen bis zu der komplett schwarzen Band, alles wirkt wie ein perfekt inszeniertes Schauspiel. Jemand, der absolut nichts mit der Pop Diva anfangen kann wird wahrscheinlich wenig Freude über mehr als 2 Stunden mit der Doku haben. Wer jedoch immer schon ein Konzert dass definitiv in die Geschichte eingeht und all das was es mit sich bringt zu Hause erleben wollte, kann mit Homecoming definitiv nichts falsch machen. Denn selbst die größten Kritiker müssen nach dieser Performance wohl eingestehen, dass Beyonce einfach alles schafft, wirklich alles.

 

Text: Niklas van Schwarzdorn
Bild: Unsplash

 

Verwandte Artikel