Im Interview: Chloëdees

vor 3 Wochen

Die Sounds der in London geborenen DJ reichen von RnB über Hip Hop bis hin zu Klängen ihrer karibischen Wurzeln. Chloëdees mag es mit Erwartungen zu brechen und spielt vor allem gerne unbekannte Schätze.

Ihre musikalischen Einflüsse kommen aus Städten wie Washington DC, New York oder Berlin, wo sie bereits lebte. Sie studierte Medien und Theater an der BRIT School, wo bereits Adele und Amy Winehouse waren. Später zog sie nach DC um Radio Shows zu hosten. Chloë ist Resident DJ beim Ace Hotel in Shoreditch und spielt auf ausverkauften Shows im Tate Modern, Corsica Studios und Wireless Festival.

 

Was inspirierte dich dazu DJ zu werden? 

Bei uns zu Hause lief immer basslastige Musik. Meine Mutter sang Rock-Baladen oder 90’s House Klassiker. Mein Vater spielte Platten von Prince. Mein Bruder zitierte Raptexte und hörte Brasilianische Musik. Ich habe mit 15 in den Sommerferien Unterricht bei DJ Aunty Mareen – später bekannt als Sisamo – genommen. Sie war mein erster Zugang zum Auflegen. Jenny Francis von Choice FM oder Dj’s von Pirate Radio in London haben mich dazu inspiriert im Radio spielen zu wollen.

DJing ist eine ziemlich technische Angelegenheit. Hast du dich schon immer für handwerkliche Sachen interessiert? 

Ja. Als ich noch ein Kind war, hatten wir Parties bei uns zu Hause, mit einem riesigen Soundsystem und Decks auf Kisten im Wohnzimmer. Ich war immer die erste, die am nächsten Morgen an den Knöpfen und Reglern herumgespielt hat.

Wie würdest du deinen Sound beschreiben?

Das werde ich sehr häufig gefragt und es fällt mir immer noch schwer zu antworten. Ich spiele alles zwischen Underground Hip Hop, Soulful House, Electronic, Jazz und 90’s Dancehall.

Bereitest du deine Sets vor oder bevorzugst du es zu improvisieren?

Ich gehe häufig mit der Stimmung der Menge. Manchmal plane ich im Voraus und schmeiße ich es komplett um, wenn ich an den Decks stehe.

Wenn man dem Leben furchtlos und mit einer positiven, realistischen Einstellung gegenüber tritt, gibt es kein Grund nicht alles erreichen zu können, wovon man träumt.

Wie haben sich deine Sets über die Jahre entwickelt? 

Mein Geschmack war schon immer sehr vielseitig. Als ich anfing, habe ich häufig Genres wie Footwork, UK, Funky House und RnB gemixt. Ich hatte immer Angst, dass das Publikum meinen Stil nicht versteht. Heute ist mein Repertoire sehr breit gefächert und beinhaltet mehr Independent-Musik. Außerdem spiele ich mit mehr Selbstbewusstsein.

Was ist die wichtigste Eigenschaft, die ein DJ mitbringen muss? 

Eine tiefe Liebe für Musik.

Du hast in London sowie in Berlin gelebt. Welche Stadt ist die bessere für eine Karriere als Frau in der Musikbranche? 

Oh, muss ich mich jetzt entscheiden?! (lacht) Also, für mich ist es London, weil ich dort groß geworden bin. Meine Idole sind DJs wie Honey Dijon und Peggy Gou. Beide leben in Berlin. Es ist eine großartige Stadt zum Auflegen und ich liebe die Tatsache, dass die Berliner meine Musik kennen und ihre Anerkennung zeigen.

Die Musikbranche befindet sich in einer starken Transformation, wo jeder Dinge für sich selbst erreichen kann.

Was ist deine liebste Umgebung zum spielen? 

Ich liebe es, unter freiem Himmel zu spielen. Mein Lieblingsgig bislang war im Sommer, als ich für ein riesiges Publikum auf der Williamsburg Bridge während die Sonne hinter der New Yorker Skyline unterging, gespielt habe. Die Party hieß „Dear Summer“ von Arena Brooklyn. In meinen Träumen habe ich schon 100 Mal im Berghain-Garten gespielt. Eines Tages wird es passieren!

Verrate uns deinen momentanen Lieblingstrack? 

Kann ich zwei sagen? Ich höre momentan viel Yeezus von Kanye West und kann nicht aufhören „Send It Up“ zu spielen. Dieser Beenie Man Hook ist einzigartig.

Mein Sommerhit ist Ge-Ology’s Remix von Peggy Gou’s „Travelling Without Arriving“.

Beide sind top!

Was sind deine Wünsche für die Zukunft?

In den nächsten Jahren möchte ich meine Sets mit mehr US/UK und europäischen Talenten erweitern. Außerdem arbeite ich an Audio-Dokumentationen; Geschichten durch Sound zu erzählen, ist etwas, dass ich schon immer geliebt habe.

 

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