Im Interview: Mark de Lange, Founder & CEO of Ace & Tate

vor 2 Monaten

Nie wieder Blind Dates.

Ob Jay, Lola, Tyler oder Neil – bei Ace & Tatefindet jede*r die passende Begleitung. Das Brillenlabel aus den Niederlanden verschönert seit 2013 Gesichter mit diversen Modellen. Dabei wird vom Unternehmen auf Nachhaltigkeit großen Wert gelegt. Über die Ziele, Hürden und Inspiration spricht Gründer und CEO Mark de Lange in unserem Interview.

Fräulein: Der Name der Marke ist Ace & Tate. Woher kommt er?

Mark: Der Name leitet sich von einem unserer Hauptmaterialien ab, Acetat. Ziemlich simpel.

Fräulein: Was ist das Besondere an Ace & Tate, auch im Vergleich mit anderen Brillenmarken?

Mark: Ace & Tate ist eine direct-to-consumer Marke, was anders ist als bei den großen Brillenhäusern, die bisher in dieser Branche dominiert haben. Als ein niederländisches Brillen-Start-Up haben wir einen Weg gefunden, den Käufer*innen die Macht über einen Prozess, der die Verbraucher*innen sonst im Dunkeln lässt, zurückzugeben. Unsere Marke wurde auf dem Glauben aufgebaut, dass Brillen nicht nur aus medizinischer Notwendigkeit heraus gebraucht werden, sondern auch fantastische Accessoires sind. Da Brillen allgemein aufgrund eines historisch intransparenten Marktes eher teuer sind, entschlossen wir uns, hochwertige Modelle mit durchdachtem Design zu einem transparenten Preis anzubieten. Das ermöglicht unseren Kund*innen mehr als einen Rahmen zu besitzen – für verschiedenste Anlässe oder Outfits.

Fräulein: Acetat ist ein chemisch hergestellter Stoff natürlichen Ursprungs, der oft für die Herstellung von Brillenrahmen genutzt wird. Inwieweit würdest Du Ace & Tate wegen des Materials als ökologische Firma betrachten?

Mark: Ace & Tate ist keine nachhaltige Marke, aber wir arbeiten daran. Wir erhöhen den Betrag an Bio-Acetat in der Kollektion. Zum jetzigen Zeitpunkt sind etwa fünf Prozent aus dem Bio-Material, der Plastifizierer enthält. Diese sind biologisch abbaubar und unser Ziel ist es, die Zahl bis Ende des Jahres von fünf auf 35 Prozent zu erhöhen.

Unsere Verpackungen haben ebenfalls ein großes Make-Over hinter sich. Das heißt, wir haben alles Unnötige weggelassen und investieren das, was wir dabei sparen, in nachhaltigere Materialien – keine Papiertüten, Kartons und Folien. Eine neue Tasche aus fair trade Baumwolle, ein Brillenputztuch aus recycelten PET-Flaschen und ein Etui aus wasserbasiertem PU verwenden wir.

Wir glauben auch daran, das Transparenz der Schlüssel ist, wenn wir über unsere Verantwortung sprechen, negative Auswirkungen auf die Umwelt zu reduzieren. Darum veröffentlichen wir diese Reise und teilen unsere Siege und Niederlagen mit der Welt.

Fräulein: Ace & Tate ist, wie bereits zu sehen, eine sehr transparente Marke. Eure Kund*innen erhalten Informationen zum Prozess von Herstellung und Verkauf von Brillen. Welche anderen Werte vertretet ihr?

Mark: Wir setzen uns jeden Tag daran, die folgenden Punkte zu erreichen:

Inspiration. Menschen zu inspirieren, Brillen als Accessoires zu betrachten, die die Individualität ausdrücken.

Verantwortung. Ein antreibendes Teil einer verantwortungsvolleren Industrie zu sein.

Kreativität. Mit kreativen Talenten zu arbeiten und zu unterstützen, die uns und unser Publikum inspirieren.

Fräulein: Woher kam die Idee zur Gründung des Unternehmens? Warst du schon immer fasziniert von Brillen?

Mark: Die Idee startete, nachdem ich einen Rahmen in New York kaufte und Brillengläser in den Niederlanden einsetzen wollte. Ich war überrascht von dem Aufwand, nicht zu erwähnen, dem Preis. Nach umfangreicher Recherche war Ace & Tate geboren, denn ja, es war und ist möglich, hochwertige Brillen zu einem besseren Preis anzubieten. Und warum sollte man nicht die Brillen wechseln können wie Sneaker? Wir wurden die erste direct-to-consumer Brillenmarke in den Niederlanden.

Fräulein: Was sind Grundsätze in deinem persönlichen Leben? Stimmen diese mit den Wertvorstellungen des Labels überein?

Mark: Ich merke immer mehr und mehr, dass wir als Spezies in großen Schwierigkeiten stecken. Die Bedingungen auf dem Planeten verschlechtern sich rapide. Als Ace & Tate arbeiten wir daher enorm an der Reduzierung unseres ökologischen Fußabdrucks. Außerdem sind wir als Ace & Tate in den Zeiten von der Weltpolitik und Intoleranz eine inklusive, offene Marke.

Fräulein: Woher nehmt ihr die Inspiration für das Design her?

Mark: Die Quellen unserer Inspiration sind unendlich: Reisen, Büchern, Musik, Filme. Natürlich nehmen wir die Anstöße aus dem, was wir um uns herum sehen, auf dem Straßen Amsterdams, Berlins, Londons und anderen antreibenden Orten. Wir schauen auch, was gerade aktuell ist. Das alles nehmen wir ins uns auf und setzen uns dann an den Zeichentisch.

Unsere in-house Designer*innen kreieren unsere Rahmen von dem ersten Strich an. Jede Linie, jede Form wurde von Hand gezeichnet bevor ein Prototyp aus dem 3D-Drucker kommt.

Fräulein: Es gibt eine Kollektion für Männer und Frauen. Worin besteht der Unterschied?

Mark: Tatsächlich sind all unsere Brillenrahmen unisex. Wir zeigen die Modelle an Männern und Frauen auf unserer Website um zu sehen, wie sie verschiedenen Gesichtsformen stehen. Und natürlich sprechen einige Styles, Formen und Farben eher Männer oder Frauen an. Zum Beispiel hat ein Cat-Eye-Rahmen wie Vic einen eher femininen Touch, wohingegen Russel mehr auf der maskulinen Seite ist.

Fräulein: Ace & Tate versucht ständig den ökologischen Fußabdruck zu verringern. Welche weiteren Ziele habt ihr euch für die Zukunft der Marke gesetzt? Arbeitet ihr daran, das Unternehmen zu optimieren?

Mark: Im Bezug auf den ökologischen Einfluss, den wir haben, ist das eine längerfristige Aufgabe. Wir werden bald eine Ökobilanz und eine CO2 Report veröffentlichen, gemeinsam mit unseren Nachhaltigkeitszielen für die nahe Zukunft. Wir werden das erste Unternehmen in unserer Branche sein, das das tut. Es gibt keine Patentlösung um sofort nachhaltig zu werden. Kein ultimatives Ziel, keine Abkürzungen. Stattdessen ist es eine stetige Kombination aus Fortschritt, Teilen und Lernen während des holprigen Prozesses. Negative Folgen zu reduzieren wird ein Ergebnis mehrerer Schritte sein – einige kleiner, andere größer.

Interview: Maxine Thimm

Bild: PR

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