Jetzt in der Fräulein! Einhorn in der Midlifecrisis

vor 4 Jahren

Im Mittelalter noch als Superstar gefeiert wurde unser Redaktions-Einhorn während der Aufklärung gnadenlos vom Hof gejagt. Heute gilt es als das Symbol der Generation Y. Das ist selbst für ein Fabelwesen zu viel Stress. Soll doch jemand anders das Trend-Emoji spielen! Ein Abschiedsbrief an den Hype.

Jedes Kind kennt Einhörner. Mal werden sie als Fabelwesen gefeiert, mal jagt man sie vom Hof. Je nach Geschmack und Jahrhundert. Unser Redaktionseinhorn Robbi musste sogar schon zum Therapeuten. Seinen Klagebrief findet ihr in der aktuellen Fräulein. Darin heißt es lakonisch:

„Von der Antike bis ins Internetzeitalter habe ich hergehalten als Everybodys Darling. In allen Kulturkreisen hat man höchste Erwartungen an mich: Glückseeligkeit, Mitgefühl, Reinheit, Jungfräulichkeit und Hingabe. Wie soll man dem gerecht werden? Könnt ihr Euch nicht noch andere Wesen suchen, die ihr vergöttert?“

Dabei ist der Job eines Einhorns bei weitem nicht so entspannt und glamourös wie der gemeine Leser denkt, schreibt Robbi:

„Es hieß, sobald ich das Mädchen sehe, wurde ich ganz handzahm, legte mich zu ihr in den Schoß und schliefe ein während sie mir mein Horn streichelte (schön wärs gewesen!).“

Einhörner wurden zur „im 17. Jahrhundert zur Persona Non Grata und waren nicht länger im mondänen Kreis der abendländischen Ikonografie erwünscht. Denn mit dem Aufkommen der modernen Naturwissenschaften begannen Zweifel an ihrer Existenz.“

Ja gehts noch? Es reicht:

„Das viele Auf und Ab meiner Karriere hat mich ganz neurotisch und müde gemacht“, schreibt Robbi. „Ich brauche Urlaub, eine Auszeit. Auf dem Höhepunkt meiner Popularität möchte ich abtreten.“

Wollen wir das, lassen wir es soweit kommen? Robbis komplette Litanei findet ihr in der aktuellen Fräulein. Jetzt am Kiosk!

Text: Robert Grunenberg
Fotos: Bela Borsodi

Jetzt in der Fräulein!

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