Das Statement im Rücken

vor 5 Jahren

Eastpak richtet mit der aktuellen Artist Studio Kollektion die Aufmerksamkeit auf das anscheinend in Vergessenheit geratene Thema AIDS.

Mode kann eine Message sein – und das sollte sie auch. Sie ist das Sprachrohr einer Generation, mit dem viele Menschen erreicht werden und das kommuniziert, was zunehmend in den Hintergrund gerät. Mode sollte dem Gedanken ein Fundament bieten, sich mit dem Kauf eines Modestücks nicht nur sich selbst, sondern auch anderen etwas Gutes zu tun. Ein Kauf für die Gesellschaft sozusagen. Mit dem geholfen und Aufmerksamkeit für etwas generiert wird, dessen Fokus sich nicht in der Informationsflut verliert.

Eastpak hat diese Art, Mode einen Kontext zu geben, verstanden und launcht zum sechsten Mal die Artist Studio Collection. Eine Kollektion, bei der sich zwölf Designer zusammentun, um für das Gute zu kämpfen. Dabei ist die Basis für alle gleich: Jeder bekommt einen schlichten weißen Padded Pak’r® Eastpak Rucksack und darf seinen Look auf diese Leinwand projizieren. Im Line-up stehen neben Christopher Raeburn und Kenzo auch die Modedesign-Studentin Zeba Safdar, dich sich bei der Wild Competition mit ihrem Design behaupten konnte, und unser Fräulein-Talent Wanda Nylon, die eine ganz andere Interpretation des Rucksacks findet. Statt einem klassischen Backpack entwirft sie einen LED-Rucksack, der nicht als Accessoire zum Tragen, sondern Dekorationszwecken dient.

Die Kollektion gibt es ausschließlich am 1. Dezember online bei Eastpak zu kaufen. Denn: Sie soll am Welt-AIDS-Tag Aufmerksamkeit auf eine Krankheit richten, die als jahrelanges Gesprächsthema wieder nach und nach in den Hintergrund rückt. Jetzt, wo es gute Medikamente gegen HIV und AIDS gibt und die Krankheit nicht mehr zwangsläufig tödlich ist, gerät bei der Generation Z die Verhütung in Vergessenheit und der Keim der Gedankenlosigkeit ist gelegt. Kondome gelten als uncoole Stimmungskiller und ein „Mir passiert das eh nicht“-Denken wird präsent. Doch die Medikamente machen die Krankheit nicht weniger schlimm. Es bedarf Weckrufe von Designern und Marken, die für die Zielgruppe als Vorbild gelten und Stimmen müssen laut werden, die sich gegen die aufkommende Antibewegung richten.

Eastpak schaltet sich mit der Artist Studio Collection als Sprachrohr ein und macht Brands wie Vêtements zu ihren Protagonisten, denen man zutraut, eine Gedankenwende zu suggerieren. Immerhin haben sie vor kurzem noch die ganze Modewelt umgekrempelt. Nur die wenigsten kennen das Datum des Welt-AIDS-Tages – den 1. Dezember. Doch vielleicht ist dies ein Wechselspiel, das Interesse an Mode mit einem guten Zweck zu verbinden und den Blick über Hype-Marken wie Vêtements, Kenzo und Co. auf die Dinge im Leben zu richten, die viel mehr bedeuten als ein neuer Rucksack oder ein Designer-Piece.

Text: Louisa Markus
Bild: PR

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