Filmtipp: Im Exil

vor 5 Jahren

Natalie Portmans Filmdebüt Eine Geschichte von Liebe und Finsternis, das auf dem gleichnamigen Buch von Amos Oz basiert beginnt im Exil. Besser gesagt: im Britischen Mandatsgebiet Palästina.

 

Jeden Abend erzählt Fania (Natalie Portman) ihrem Sohn Amos (Amir Tessler) eine Gute-Nacht-Geschichte, die von ihren Erlebnissen in Polen handelt, woher die Familie vor den Nationalsozialisten in den Nahen Osten geflohen war. Es ist ein tägliches Ritual, das die Realität fast nebensächlich erscheinen lässt. Fania lebt in ihrer Traumwelt und lässt ihren Sohn daran teilhaben. 1948 wird der Staat Israel ausgerufen, postwendend beginnt der erste Arabisch-Israelische-Krieg. Ab hier beginnen Fanias Geschichten dunkler zu werden.

Ihre heile Welt wird von Migräneanfällen und Depressionen erschüttert; und auch die Rollenverteilung dreht sich um. Der kleine Amos muss von nun an für seine Mutter sorgen. Als Kind hat  sie ihm beigebracht, dass es manchmal besser sei, die Wahrheit zu verbergen und sich eine Lüge auszudenken, um anderen Menschen nicht wehzutun. Auch dafür sind Geschichten gut. Nun ist es Amos, der seiner Mutter Trost spendet.

Der israelisch-palästinensische Konflikt wird in „Eine Geschichte von Liebe und Finsternis“ in den Hintergrund gedrängt und drückt sich doch in jeder Regung aus. Was bleibt ist eine persönliche und ergreifende Parabel über die Macht der Geschichten und eine Zeit, in der das Erzählen noch eine Brücke zwischen Liebe und Finsternis schlagen konnte.

Der Film feiert heute in Deutschland Premiere.

Bild: Koch Media

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