Filmtipp: Guava Island

vor 2 Monaten

Ein gut gehütetes Geheimprojekt ist nun auch bei Amazon Prime zu finden.

Wenn man eine Künstlerin mit dem Wort Multitalent verbindet, dann ist es dieses Jahr wohl kaum eine andere als Rihanna. Eine eigene und höchst erfolgreiche Make up Brand, erfolgreiche Sängerin, Gründerin der ersten Celebrity geführten Luxus Modemarke unter LVMH und mehrfach ausgezeichnete Grammy Gewinnerin. Nebenbei sah man Rihanna immer mal wieder auch auf der Kinoleinwand wie zum Beispiel auch erst letztes Jahr mit Kolleginnen wie Anne Hathaway in Oceans 8. Seit kurzem erst ist das neue Projekt der Sängerin auf Amazon Prime zu bestaunen. Donald Glover präsentiert mit der Hauptdarstellerin seinen neuen Film „Guava Island“, dessen Premiere unerwartet vor seinem Auftritt auf dem Coachella Festival in Kalifornien stattfand. Im 55 minütigen Film zeigt der Regisseur, der selbst neben Rihanna vor der Kamera steht, wie er über die fiktive Karibikinsel Guava, die, einst ein Paradies, unter dem Joch einer diktatorischen Familie steht, stolpert. Er tanzt und singt sich durch den Film, der in körniger 16-mm-Filmprojektor-Optik daherkommt. Der Hauptteil des Films stellt die Organisation eines Festival dar. Ähnlich dazu wie er es im realen Leben auch auf der Bühne tat, indem er als künstlerisches Alter Ego Childish Gambino bei seinem Coachella-Auftritt ironisch das Publikum dazu aufrief „den Moment zu genießen und das Handy wegzulegen“. Doch anders als beim Coachella, wo sich das Feiern als Regeneration für die Arbeit versteht, hat der Hauptdarsteller des Films bei diesem Satz einen Hintergedanken: Wenn die Leute feiern, können sie zeitgleich nicht in die sogenannte Fabrik. Der moralische Appell der Aussage verschwindet hinter dem Blick auf diese soziale Frage und lässt eine Antwort offen.

Seit Samstag ist „Guava Island“, als Stream verfügbar. Die Resonanz ist verhalten. Viele nennen den Film ein optisch schönes Musikvideo, storytechnisch aber einen schlechten Film. Wer aber gerne Rihanna zusieht, wie sie 55 Minuten zu Musik auf einer Insel tanzt – und wer würde das nicht gerne wollen – kann dies trotzdem getrost tun.

 

 

Bild: PR

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