Im Interview: Saralisa Volm

vor 1 Monat

Eine Perspektive auf die Macht und Machtlosigkeit im Leben

Mit ihrem Artikel über Versagensägste schlägt das Multitalent große Wellen und auf ihrem Instagram Account berichtet sie über ihr alltägliches, ganz persönliches Scheitern. Zudem ist sie Produzentin, Schauspielerin, Kuratorin, Autorin und vierfach-Mutter – das alles gleichzeitig. Erfolg und Fehlschläge gehören dazu. Anlässlich des Themas der kommenden Fräulein-Ausgabe spricht Saralisa Volm mit uns über Macht.

Fräulein: Das Thema unserer aktuellen Ausgabe ist Macht. Wie würdest du das Gefühl von Macht beschreiben? In welchen Momenten fühlst du dich mächtig?

Saralisa Volm: Macht ist für mich das Gefühl von Sicherheit. Was ja spannend ist, ist, dass Leute, die sich mächtig fühlen, eine größere Bereitschaft haben, Grenzen zu überschreiten, genauso wie Menschen, die sich ohnmächtig fühlen. Laut Studien ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass sich jemand, der sich mächtig fühlt, das letzte Stück vom Kuchen nimmt. Dass jemand im Verkehr denkt, „ich kann schneller fahren“. Das ist schon ein Freiheitsgefühl, dass da mitkommt, wo man dann auch sehr vorsichtig sein muss. Das Gefühl von Macht ist, glaube ich, dieses „ich bin frei, ich stehe über den Dingen, ich kann mehr“.

Fräulein: Wo siehst du dann das Potenzial von Macht; wie kann jemand auf andere einwirken, auf eine positiven oder negative Weise?

SV: Macht gibt dir natürlich immer die Möglichkeit, andere zu kontrollieren; Es hat so auch etwas Marionettenhaftes. Macht entsteht ja auch durch eine Abhängigkeit, die andere von dir haben. Zum Beispiel in Gruppenkonstellationen, wenn man Kinder hat oder auch in einer Partnerschaft. Das ist natürlich auch super gefährlich, weil man irgendwann diese Macht als etwas Normales empfindet. Macht ist eigentlich was, das mit ganz viel Verantwortung kommt. Das vergessen viele Mächtige.

Fräulein: Da du gerade die zwischenmenschlichen Beziehung ansprichst. Gibt es in jeder Art von Beziehung immer eine mächtigere Person oder herrscht da eher ein Gleichgewicht?

SV: Es gibt verschiedene Bereiche und verschiedene Abhängigkeiten in einer Beziehung. Klar gibt es Beziehungen, in der einer ganz klar mächtiger ist und den anderen in der Hand hat. Aber ganz allgemein, in Beziehungen, in denen beide als gleichberechtigt gelten, da unterscheiden sich die Abhängigkeitsstrukturen in verschiedene Einzelteile. Es kann sein, dass die eine Person mehr Geld hat, dadurch finanziell eine andere Position einnimmt und die andere wie in einem Angestelltenverhältnis bezahlt. Und trotzdem kann die andere Person vielleicht ein Wissen haben oder emotional stärker sein und erstere da in der Hand haben. In Beziehungen sind es meist verschiedene Ebenen, also immer eine Wechselwirkung von Macht.

Fräulein: Also ist es vielleicht sogar gesund, dass man in unterschiedlichen Bereichen mächtiger ist als die andere Person?

SV: Da Menschen ja sehr unterschiedlich und individuell sind, gibt es sicherlich wenig Leute, die auf allen Ebenen ihre*n Partner*in ausstechen. Man hat meistens einfach eine Machtteilung zwischen zwei Leuten in unterschiedlichen Bereichen, wo man den anderen dann auch braucht. Im Idealfall ergänzen sich die Stärken und Schwächen so, dass sich beide wohl und zuhause fühlen. Unabhängig davon, ob man in einer romantischen Beziehung lebt oder über die Beziehung zwischen Eltern und Kindern oder einer beruflichen redet.

Fräulein: Ein großes Thema bei dir persönlich ist das Scheitern, zum Beispiel auf deinem @365_imperfections Instagram Account. Welchen Zusammenhang siehst du zwischen Macht und Scheitern?

SV: Je strahlender das Außen ist, desto einfacher ist es, bestimmte Dinge zu erreichen. Im Idealfall wollen ja andere, dass man ihnen Sicherheit gibt. Dass man garantiert, dass alles super funktioniert und dass man alles zum richtigen Zeitpunkt liefern kann, dass man selbst nicht zweifelt, denn Zweifel sind schwierig. Und in bestimmten Momenten ist es dann wichtig, so zu wirken, als würde man nie scheitern. Aber gerade das Zugeben vom Scheitern ist doch viel schwieriger. So was wie „jetzt stehe ich hier und bekomme das einfach nicht hin“. Deshalb hat eine Machtposition auch ganz viel mit dem Realisieren eigenen Scheiterns und eigener Fehlerhaftigkeit und eigenen Problemen zu tun. Schwäche zeigen ist dennoch was, was der Macht im ersten Moment eher hinderlich ist.

Fräulein: Ist es denn für einen Menschen selbst wichtig, dass man dann scheitert und Schwäche zeigen kann?

SV: Für mich war es total wichtig, deswegen ist daraus auch @365_imperfections entstanden. Man entwickelt ein Außenbild von sich selbst, man will, dass Leute einem vertrauen und einem die Möglichkeiten geben, die man gerne hätte. Dafür ist es wichtig, dass man stabil ist und dass es so aussieht als würde alles immer klappen. Dabei reproduziert man dieses eigene Bild von sich, solange bis man denkt, „Hä? Irgendwie hat das, was andere Leute sehen, was in der Zeitung steht, gar nichts mehr mit dem zu tun, wie ich mich jetzt gerade fühle“. Da kann man auf der einen Seite denken, „das ist super, das bin nicht ich“. Oder es wird so anstrengend, weil man so viel Energie da hineinsteckt und dann Energie für ein eigenes Projekt, einen eigenen Film oder die eigene Schauspielarbeit auf der Strecke bleibt. Das ist dann total schade.

Und es ist unglaublich befreiend, für Leute die es lesen. Befreiend, für mich zu wissen, ich kann meinen Job gut machen und trotzdem Angst haben oder vergessen, meine Haare zu waschen. Es ist alles okay. Du musst nicht der*die perfekte Chef*in sein und heute morgen schon um 4 Uhr 30 meditiert haben um hier mitreden zu können.

Fräulein: Also macht es dir immer noch Spaß, regelmäßig auf deinem Account etwas hochzuladen?

SV: Total! Es macht vor allem auch der Austausch mit anderen Leuten Spaß. Sie schicken mir teilweise ihre eigenen Geschichten. Daran sehe ich, dass es sich alles so ein bisschen weiter dreht. Auch, dass Leute selbst ihr Scheitern erzählen und den Account taggen und ihre eigenen Gedanken dazu haben. Das ist eigentlich das beste daran. Es ist für mich eine große Befreiung und es ist schön, dass es auch für andere mitfunktioniert.

Fräulein: Weißt du auch sofort, wenn du morgens aufstehst, welches Scheitern du als nächstes posten wirst?

SV: Das ist mal so, mal so. Ich sammele sie Geschichten natürlich die ganze Zeit. Es ist ja zum Glück auch nicht so, dass ich immer morgens aufstehe und sofort etwas Blödes passiert. Einiges wird also vorbereitet, wie die Bilder und Videos. Meistens habe ich eine Idee und dann schicke ich mir selbst zwischendurch ein paar Emails. Manche Dinge kann man auch nicht steuern. Aber wenn jetzt etwas umkippt oder kaputt geht, dann ist es auch cool, dass es passiert ist. Dazu mache ich dann erst mal eine Story. Das ist echt super.

Fräulein: Also freust du dich auch ein bisschen darüber, wenn Dinge schiefgehen.

SV: Ja, das ist ganz toll! Da habe ich in meinem Artikel auf Zeit auch das Zitat von Philipp Roth geschrieben: „Nothing bad can happen to a writer, everything is material.“ Und das ist wirklich lustig, weil das vorher in meinem Leben auch so wahr, aber abstrakt. Irgendwann wird das in einem Film vorkommen, irgendwann wird das in einem Buch vorkommen, irgendwann werde ich das benutzen.

Fräulein: Auf welche Weise werden Machtverhältnisse durch social media beeinflusst? Kann man sich da auch eine neue Form von Macht aufbauen?

SV: Man kann sich durch Aufmerksamkeit eine Macht aufbauen. Aber man braucht dafür nicht social media. Wenn ich eine Prime Time Talk Show in der ARD habe, brauche ich keinen Instagram-Account. Es ist mit Sicherheit eine Möglichkeit Leute zu erreichen. Man sollte aber den Wirkungsgrad der klassischen Medien nicht unterschätzen. Und am Ende des Tages sind die mächtigsten Leute, diejenigen, die überhaupt keine Aufmerksamkeit bekommen. Es gibt diese Form von enorm viel Macht, eine „Hinterzimmermacht“, Leute, die nicht wollen, dass ihre Gesichter irgendwo zu sehen sind. Da redet man mit Minister*innen oder Präsident*innen, aber füllt keinen Account mit dem, was man tut. Macht hat nichts mit social media zu tun sondern immer noch hauptsächlich mit Geld.

Fräulein: Gibt es denn Momente, in denen du dich mehr oder weniger mächtig fühlst?

SV: Das ändert sich ganz stark im Verhältnis zu anderen Leuten. Es gibt zwei Dinge, die einem relativ schnell ein Machtgefühl geben. Abhängigkeit – ich habe vier Kinder, das ist einfach Macht über vier Leben. Ich entscheide zum Beispiel, wo sie wohnen. Natürlich muss ich damit verantwortungsvoll umgehen, aber es ist trotzdem eine Form von Macht. Und das andere ist Angestellte zu haben. Das bringt auch Verantwortung mit sich, aber auch Macht. Auch wenn sie nicht wollen, wenn ich sie anrufe und eine Aufgabe gebe, müssen sie doch zum großen Teil das tun, was ich möchte, weil sie damit ihren Lebensunterhalt verdienen. Das hatte ich nicht mit 20, aber heute habe ich es. Also ist es schon ein Unterschied in meinem Leben.

Das muss auch immer stark reflektiert werden. Wie geht man mit sowas um? Es gibt auch andere Verhältnisse, zum Beispiel wollen zehn Leute die Rolle haben und einer* entscheidet. Dann fühlt diese*r sicher sehr mächtig in dem Moment. Wenn aber klar ist, fünf Leute wollen dich besetzen nächsten Monat und du kannst dir eine*n aussuchen, bist du in dem Falle in einer mächtigeren Position und wirst auch anders behandelt. Man kann ganz andere Ansprüche stellen. Da stellt sich die Frage: Wie viel Arschloch wird man? Und dann gibt es auch den Fall, das man merkt: Je schlechter man sich benimmt, desto besser behandeln einen die anderen. Das ist wirklich eine gesellschaftliche Katastrophe.

Fräulein: Können dann Macht und Erfolg synonym verwendet werden? Oder bringt Macht erst den Erfolg hervor?

SV: Beides. Macht kann dich erfolgreich machen, weil du einen anderen Startmoment hast. Ein gewisser Erfolg kann auch erzwungen werden. Zwar nicht der ganz große, wo alle Leute begeistert sind. Macht an sich hat ganz viel mit ökonomischen Möglichkeiten zu tun. Das kann Erfolg unterstützen und Erfolg macht natürlich mächtig.

Fräulein: Du bist Mutter, Regisseurin, Produzentin, Schauspielerin, Kuratorin und Autorin. Wie würdest du „Erfolg“ auf dein Leben beziehen? Ist das ein Wort, das du oft hörst?

SV: Man läuft natürlich nicht durch die Gegend und denkt, „wow, ich bin so erfolgreich!“ Es ist ja sowieso nie genug. Ich fühle mich in vielen Dingen nicht sehr erfolgreich. Ich bin ja auch relativ gut darin, mich auf Sachen zu fokussieren, die nicht gut funktionieren. Das ist ein Grund, warum es mir gut gelingt 365 Fehler und Probleme zu finden. Auf der anderen Seite merke ich dann auch, wenn etwas funktioniert und freue mich darüber. Eine wesentliche Sache dabei, die auch mit Erfolg und Macht zu tun hat, ist Freiheit. Ich mag gerne entscheiden können, welches Projekt ich mache. Was ich kann und darf ist nicht von anderen Parteien abhängig.

Fräulein: Mit POISON hast du bereits viele Projekte realisiert, ob Filme oder Ausstellungen. Hast du ein Lieblingsprojekt, das du mit deiner Produktionsfirma durchgeführt hast?

SV: Es kommt auch immer darauf an, was meine Aufgabe in den jeweiligen Projekten ist. Wir machen zum Beispiel die Ausstellungsreihe „bitch MATERrial“ mit dem Spin-Off „bOObs“. Die Ausstellung eröffnet am 21. September in Hamburg.

 

 

bOObs goes Hamburg – Wir zeigen Brust

Vernissage am 21. September
Ausstellung vom 22. bis 28. September
Raum linksrechts | Valentinskamp 37 | 20355 Hamburg

 

Schön ist hier die Unabhängigkeit zu sagen, dass wir diese Reihe machen, auch, wenn sie nicht durch die staatlichen Fördermodelle finanziert wird. Wir hoffen natürlich immer noch, dass sich das ändert, aber ziehen es auch so durch, weil uns die Thematik wichtig ist.

Ich habe mir eine Struktur geschaffen, Leute gesucht, und daher die Möglichkeit, solche Sachen einfach machen zu können.

Fräulein: Ihr finanziert manche Projekte über Crowdfunding. Ist das eine Schwierigkeit und auf welche Hindernisse stößt du als Produzentin von Independent-Streifen noch?

SV: Es sind eben andere Probleme. Wenn Leute ihr Geld geben, wollen sie im Normalfall etwas dafür. Sie wollen entweder ein tolles Produkt – das will ich selber ja auch – aber manchmal divergieren da auch die Meinungen, was ist gut, was ist schlecht? Wenn du Investor*innen hast, wollen sie Gewinne machen. Jede*r will sich beteiligen können und mitreden, aber das ist normal. Wenn du einen Film machst, machst du ihn mit vielen Leuten zusammen. Alle haben ihre Bedürfnisse, diese müssen mitbedacht werden. Im Idealfall hat man Partner*innen, die eine ähnliche Vision haben, wie man selbst. Dann wird die Sache natürlich einfacher.

Fräulein: Also dann lieber weiter mit deinen Kolleg*innen von POISON die Filme machen?

SV: Am besten wäre natürlich im Lotto zu gewinnen. Dann haben wir so und so viel Geld, reicht für zwei Filme und die werden jetzt in den nächsten zwei Jahren gedreht. Aber vielleicht macht auch gerade diese Reibung, das Engagement und der Versuch, ob es doch anders geht, das Ergebnis manchmal besser, weil man sich anders dafür einsetzen muss.

Fräulein: Denkst du, dass Berlin als Kunst- und Medienstadt dabei auch einen Einfluss auf dich und die Arbeit hat?

SV: Es gibt sind wahrscheinlich zwei Dinge in Berlin, die am meisten auf mich einwirken. Das ist zum einen das kulturelle Angebot, das ich sehr gerne nutze, aber das sind zum anderen selbstverständlich die Leute, die hier wohnen. Es ist eine Stadt, in der viele Filmschaffende, bildende Künstler*innen und Musiker*innen leben, viele Leute, mit denen man arbeiten will. Eine gute Stadt, um in dieser Szene produktiv zu sein. Denn die Beteiligten eines Projektes können schnell zusammenfinden.

Fräulein: Was inspiriert dich persönlich?

SV: Das ist schwierig zu sagen. Am Ende des Tages kann ich nicht genau benennen, woher die Idee für ein Projekt kommt. Sachen wachsen bei mir meistens über eine Zeit. Man redet über Themen und vor allem, wenn man selbst schon ein Interesse daran hat, nimmt man alles dazu auf. Es ist eine Mischung. Aber das Gefühl ist immer, „ich habe einen Geistesblitz!“ Natürlich habe ich keinen Geistesblitz. Ich habe viel gesehen, gelesen und gehört, mit Leuten gesprochen und mich ausgetauscht. Das Gefühl ist aber plötzlich: das muss ich machen!

Fräulein: Welche weiteren Projekte können wir von dir in der Zukunft erwarten?

SV: Aktuell bin ich täglich im ‚Festival der Liebe‘ auf Tele 5 zu sehen. Und wie gesagt kommt die Ausstellung ‚bOObs‘ im September in Hamburg. Diese ganze Reihe geht auf jeden Fall weiter. Ich habe auch gerade ein Musikvideo mit Daniel Zillmann gedreht, was sehr schön war, weil ich ihn unglaublich toll finde. Da hatte ich große Freiheit, es war wie ein Geschenk. Das Video kommt im Oktober. Momentan gibt es auch ein Dokumentarfilmprojekt, an dem ich arbeite, das drei Frauen begleitet. Dafür reise ich demnächst nach Bangladesch.

Fräulein: Warst du denn schon mal da?

SV: Ja, ich war dort letztes Jahr, unter anderem in dem Rohingya-Camp, einem Flüchtlingscamp. Das ist natürlich auch spannend, gerade, wenn man über Macht spricht. Wir waren da mit einer Gruppe von Harvard-Student*innen. Die haben sehr viel Macht über ihre eigenen Rechte, also Abklärung von Bildmaterial. Das war schon relativ aufwendig, bis alles unterschrieben war. Sonst könnten sie uns verklagen. Sie können überall hinreisen, sie sind sehr gut finanziert. Das gilt auch für uns. Mit einem deutschen Pass kommst du an so viele Orte in der Welt. Die Menge an Ländern, in die du reisen kannst, ist die höchste Anzahl von allen Pässen, die es gibt.

Im Camp hast du dann den Vergleich zu Leuten in einer Stadt, die fast eine Millionen Einwohner*innen hat, die dort nie rauskommen können. Es gibt keine Rechte, die jemand wahrnehmen kann. Selbst, wenn man wollte, könnte man sich nicht beispielsweise politisch engagieren um die eigene Lage zu verändern. Das ist die absolute Machtlosigkeit, das absolute Ausgeliefertsein. Und wenn wir über den Alltag sprechen, dürfen wir nicht vergessen, wie mächtig wir doch eigentlich sind.

Fräulein: Dass Macht also auch etwas Lokales ist?

SV: Auch, dass es etwas Naturgegebenes ist. Selbst die Ärmsten hier sind mit einer Freiheit gesegnet, wenn man es ins Verhältnis setzt mit jemandem aus diesem Rohingya-Camp, die einfach enorm ist. Die Option zu wählen, eine*n Ärzt*in zu besuchen, über den Wohnort zu entscheiden. Das ist eine natürliche Macht, die uns manchmal vergessen lässt, wie mächtig wir sind und auch wie wirkmächtig. Durch Konsum, durch Entscheidungen.

Es gibt ein Zitat von Toni Morrison dazu, dass es wenn man in eine Machtposition kommt, nicht darum geht, sie zu genießen, sondern andere Leute auch zu befreien.

„The function of freedom is to free someone else.“ - Toni Morrison

Wie vorhin schon gesagt, Macht kommt mit einer unglaublichen Verantwortung.

Fräulein: Vielleicht ist Macht als Wort deshalb oft auch eher negativ konnotiert, da Leute mit ihrer Macht nicht gut umgehen.

SV: Wenn ich als Chefin meine Mitarbeiter*innen mitentscheiden lassen würde, dann würde es mich ja auch in meiner eigenen Macht beschneiden. Das ist quasi das Spiel. Bin ich bereit, meine eigene Macht zu reduzieren?

 

Interview: Maxine Thimm
Titelbild: (c) Kirsten Becken
Beitragsbilder schwarz-weiß: (c) Hilde van Mas

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