Heft: Inspirationen unserer Fräuleins

vor 3 Jahren

Alles, was Fräuleins Protagonisten und Autoren, die unser Magazin erst besonders machen, inspiriert, begeistert und besonders gut schmeckt.

Unsere Autorin und liebste Supperclub-Muse Violet Kiani war zuletzt besonders von der Küche aus Fern-Ost begeistert: „Momentan stehe ich auf asiatische Spezialitäten. Ich habe neulich die Wan Tans in Chilli-Öl in Lon-Men’s Noodle House in Berlin-Charlottenburg entdeckt, die könnte ich jeden Tag essen, unglaublich köstlich. Ein anderes Geschmackshighlight war das Soon Tofu im BCD Tofu House in L.A., eine Suppe mit Bio-Tofu, an deren Geschmack ich mich immer noch erinnere – dabei dachte ich immer, ich mag gar kein Tofu!“

Zuletzt haben The Kills viel Zeit in L.A. verbracht. Sängerin Alison Mosshart hat in der „City of Now“ (Jamie Hince) eine ganz besondere Leidenschaft entwickelt: „Ich habe in L.A. meine Obsession für Polizeihelikopter entdeckt – die Polizei nennt sie „Air Ships“. Sie haben eine unglaubliche Energie, scheinen mächtig und allwissend. Ein Cop erzählte mir, dass erst neulich ein Helikopter einen Russen verfolgt habe, der eine Windel trug, mit einem Fleischermesser drohte und von Autodach zu Autodach sprang. Das ist L.A.! Ich liebe es.“

Die Künstlerin Amalia Ulman hat mit ihrer Instagram-Performance vielleicht das erste große Gesamtkunstwerk in den Sozialen Medien erschaffen. Inspiration sucht sie sich allerdings ganz analog, in den „Description of Apocalypse“ von William Carlos Williams, nachzulesen in dessen Buch Spring and All: „The imagination, intoxicated by prohibitions, rises to drunken heights to destroy the world. Let it rage, let it kill. The imagination is supreme. To it all our works forever, from the remotest past to the farthest future, have been, are and will be dedicated.“

Die Künstlerin Tita Giese ist schwer zu fassen, ihre Pflanzen-Projekte im öffentlichen Raum wirken oftmals mysteriös, subtil, irritierend. Kein Wunder also, dass ihre Liste mit Inspirationen nicht gerade konventionell ist:

Chinesische Möbel und Nacktschnecken
Cuscuta – gefährliche Schlingpflanzen
Hatsune Miku, der erste, total virtuelle Superstar mit Leuchtschlange und Palmen in Düsseldorf-City
Die Architektur von Bin Ladens Villa in Abbottabat.

Noch vor Kurzem blickte die Künstlerin Alicja Kwade selbstbewusst und leicht entrückt vom Fräulein-Cover. Was sie liebt: den Geruch von verschwelter Kohle: „Das Wort inspiriert finde ich schwierig, aber bewegen tut mich der Geruch von Teer. Damit verbinde ich Industrialisierung, Veränderung, Urbanisierung, den Künstler Robert Smithson, aber auch Sommer, Absatzabdrücke und Flaschenkorken, und meine Geburtsstadt Kattowitz.“

Die Berliner Designerin Malaika Raiss liebt Rosen. Zum Glück gibt es die nun auch dezent süßlich für die zarteste Stelle des Körpers: „Mein letztes Geschmackserlebnis ist ein Mitbringsel aus der Beauty-Abteilung von Bergdorf Goodman in New York. Der Lip Conditioner von AERIN duftet und schmeckt dezent süßlich nach Rose und pflegt die Lippen samtweich. Inzwischen bin ich regelrecht süchtig nach dem Geschmack.“

Marilyn Minter, deren Schamhaar-Fotos uns vor ein paar Ausgaben so verzückten, ließ sich von einem ganz besonderen Hollywood-Epos inspirieren: „Das Letzte, was mich wirklich umgehauen hat, war Mad Max-Fury Road. Der Film hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich ständig an ihn denken muss. Die Ästhetik, die Story, alles daran war überwältigend. Einen ähnlichen Eindruck hinterließ bei mir zuletzt wohl nur Rick Owens Frühjahr/Sommer 2014 Fashion Show.“

Niemand erspürt so zielsicher die Schönheit in den kleinen Dingen des Alltags wie unsere Autorin Julia Zange. Ihr Geheimtip? Pastillen von Kaufhof: „Was mich immer wieder fasziniert ist der Geschmack von Veilchenpastillen. Die schmecken leicht parfümiert und erzeugen ein wohliges inneres Kribbeln. Am besten sind die von Husserl oder Galeria Kaufhauf aus diesen offenen Schütten und mit violettem Zuckermantel. Hohe Suchtgefahr!“

Stings Tochter, die englische Sängerin Eliot Sumner, ist nicht nur geschmackssicher wenn es um Musik und Stil geht, sondern auch ein richtiger Nudel-Freak: „Ich esse sehr viele Ramen und Udon-Gerichte. Das sind meine internationalen Lieblingsrestaurants:

Cocolo Ramen, Kreuzberg, Berlin
Santouka, Los Angeles
Ivan Ramen, New York
Koya Bar, London
Momofuku, New York“

Tenko Nakajima hat uns in dieser Fräulein eine Stilgeschichte des Kimonons geschenkt, dabei steht sie bei weitem nicht nur auf Unisex: „Gestern als ich in der Sonne in Roppongi, Tokio zur Hiromi Yoshii Galerie gelaufen bin, lief mir eine elegante Frau mit hauchdünnen, grünen Strumpfhosen entgegen. Es sah so aus, als hätte sie die Hautfarbe von Shrek oder einer Frau aus Star Trek. Irgendwie außerirdisch aber sehr sexy.“

Bild: Via Tumblr
Dieser Beitrag erschien in der Fräulein 2/2016

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