„Nudes“: Zwischen Mode und Aktfotografie

vor 1 Monat

Die Helmut Newton Stiftung zeigt die wohl intimsten Werke von David Lynch, Saul Leiter und Helmut Newton in der Ausstellung Nudes.

Mit subtiler Verführung und zeitloser Eleganz setzte Helmut Newton in den 80er Jahren Maßstäbe für eine neue Art der Aktfotografie. Seine Serien „Naked and Dressed“ und „Big Nudes“ machten Newton weltberühmt. Die Werke waren eine schmale Gratwanderung zwischen Mode- und Aktfotografie und zeigten neben entblößten Körpern, auch nackte Schaufensterpuppen oder Stützprothesen. In der Ausstellung Nudes der Helmut Newton Stiftung in Berlin werden neben seinen Klassikern auch 40 bisher unveröffentlichte Werke gezeigt. Die dreiteilige Ausstellung widmet sich zum ersten Mal in der Geschichte der Stiftung ausschließlich Aktfotografien.

Neben Newtons progressiven Fotografien werden Werke von David Lynch und Saul Leiter gezeigt. Die Aufnahmen von Regielegende Lynch sind ebenso unkonventionell und grotesk wie seine filmischen Werke. Dabei zeigt der Künstler großflächige Nahaufnahmen in Schwarz/Weiß, bei denen erst auf den zweiten Blick menschliche Körper erkennbar sind. In den Fotografien spielt Lynch mit Licht und Schatten und transformiert so die Formen seiner Objekte in neue, unerwartete Motive. In den Werken geht es weniger um die Entblößung des weiblichen Körpers als um dessen Entdeckung.

Ebenso subtil und geradezu schüchtern wirken die Aufnahmen von Saul Leiter. Dabei zeigt der einstige Harper’s Bazaar Fotograf Akt-Porträts von Frauen, die rauchend auf einem Sofa liegen und gedankenverloren in Leiters Kamera schauen. Zu Lebzeiten hielt der Modefotograf diese intimen Schwarz-Weiß-Aufnahmen noch unter Verschluss. Oftmals waren seine Models hierfür Geliebte und Freundinnen, die er in seiner New Yorker Wohnung ablichtete. Nach seinem Tod veröffentlichte Margit Erb, Direktorin der Saul Leiter Foundation einige dieser Aufnahmen unter dem Titel „In My Room“ in einer Gallerie in New York. Die privaten Aufnahmen werden nun zum ersten Mal in Deutschland gezeigt.

Auf ähnlich subtile und geschmackvolle Weise zelebrieren die drei Künstler auf ihre jeweils ganz eigene Art die Vielseitigkeit und Schönheit des weiblichen Körpers. Dabei zeigen sie das Aktfotografie mehr sein kann als eine stumpfe Darstellung des nackten Körpers. Intime und sinnliche Momente zwischen Model und Fotograf.

 

Wann: 01. Dezember 2018- 19. Mai 2019

Wo: Helmut Newton Stiftung – Museum für Fotografie, Jebensstraße 2, 10623 Berlin

 

Bilder: PR

Beitrag: Nadja von Bossel

 

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