„Verhüllt, enthüllt!“ – eine Ausstellung zum Kopftuch

vor 1 Woche

Es ist nur ein kleines Stück Stoff und doch sind seine Bedeutungen immens. Von modisch bis politisch – die Ausstellung des Weltmuseum in Wien befasst sich mit 17 Positionen zur Kopfbedeckung.

Plakatsujet der Ausstellung © KHM-Museumsverband

Toll ist es, wenn Kunst es schafft einem neue Perspektiven zu eröffnen, insbesondere dann, wenn es um Vorurteile geht. Der islamische Hijab ist wohl das Kleidungsstück, dass mit die meisten Ressentiments weckt. Schlagwörter wie Unterdrückung und Jungfräulichkeit springen in die Köpfe.  Die religiöse Kopfbedeckung, vom Westen häufig als rückständig angesehen, hat in der europäischen Kultur ebenso Tradition wie im Islam. Ohnehin hat die Geschichte der Kopfbedeckung weit vor den Religionen ihren Ursprung und ist im permanenten Wandel. Im Nationalsozialismus galt das Kopftuch als Symbol für Heimat und Bodenständigkeit, in den 1950er Jahren als luxuriöses Accessoire. Junge Musliminnen verschleiern sich um nicht als sündig oder verfügbar zu gelten. In Wahlen hält das Kopftuch für hitzige Migrationsdebatten her. Das weibliche Haar als Politikum. Protest. Oder Auflehnung gegen den männlichen Blick.

In der aktuellen Ausstellung des Weltmuseum in Wien wird das vorbelastete Stoffstück entladen, in dem es neutral und wie ein Gemälde präsentiert wird. 17 Künstler*innen und Wissenschaftler*innen zeigen ihre Positionen zum Kopftuch auf individuelle Weise.

„Verhüllt, enthüllt!“ ist vom 18. Oktober 2018 bis 26. Februar 2019 im Wiener Weltmuseum zu sehen.

 

Bilder: Wiener Chic 2018 © Susanne Bisovsky, Foto: Bernd Preiml

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