Fotografie: Rebekah Campbell

vor 1 Monat

Rebekah Campbell dokumentiert das zärtliche Lebensgefühl der heutigen Jugend.

Die New Yorker Fotografin Rebekah Campbell gehört zu der jungen Generation weiblicher Künstlerinnen, die die Schönheit und Zärtlichkeit der heutigen Jugend dokumentiert, ehrlich und nah. Zusammen mit der Fotografin Petra Collins steht sie für eine neue künstlerische und feministische Bewegung, welche die Definition von Weiblichkeit, Schönheit und Selbstermächtigung neu bestimmt. Rosaroter und verspielter, nicht intellektualisierter Feminismus, der das Lebensgefühl unserer Generation repräsentiert. Rebekah Campbell portraitiert eine bunte Vielfalt an Menschen, vorwiegend Mädchen, aber auch Jungs. Alle Hautfarben und Körpertypen, reale und nicht retuschierte Hintern. Kräftige Mädchen mit großem Po und Dellen, andere Mädchen mit kleinem Busen und zarten Armen. Mit ihren Fotos ist es wie Liebe auf den ersten Blick. Man möchte hineintauchen und sich zusammen mit den Protagonistinnen und Protagonisten im Moment verlieren. Rebekah Campbell fotografiert regelmäßig bekannte Persönlichkeiten wie die Sängerin Soko und Julia Cumming von Sunflower Bean, und arbeitet für internationale Magazine und Designer, unter anderem für Harpers Bazaar, i-D, W Magazine, Refinery 29 und Marc Jacobs.

Fräulein: Wann hast du begonnen zu fotografieren?
Ich glaube, es war ein Zusammenschluss von Momenten, in denen ich realisiert habe, dass ich dauerhaft Fotos machen wollte. Die erste Kamera bekam mit etwa 16 Jahren in die Hand. Kurz danach fing ich an sie überall mit hinzunehmen. Kunst war immer ein Teil meiner Erziehung, seitdem ich jung war.

Als ich deine Arbeiten zum ersten Mal sah, spürte ich gleich eine Beziehung zu der Atmosphäre, die sich darin widerspiegelt. Es wirkt so, als würden deine Bilder das Gefühl unserer Generation erzählen. Was glaubst du, was die Leute fühlen, wenn sie deine Arbeiten sehen?
Ich hoffe, dass sie etwas fühlen, das ihnen in ihrem Inneren ein warmes Gefühl beschert. Alles, was ihren Sinnen und Gefühlen unterliegt.

Fühlst du dich durch das Fotografieren selbstermächtigt? Inwiefern hat deine Arbeit deine Sicht auf Menschen und Schönheit verändert?
Ja, in der Regel fühle ich mich stark. Das Fotografieren hat viele Dinge in meinem Leben verändert. Vor allem aber hat mir die Fotografie dabei geholfen, die besonderen Momente zu finden, die es sich lohnt zu entdecken. Dinge, die ich sagen möchte, aber nicht in Worte fassen kann. Ich kann es nicht nur auf Individualität oder Schönheit beschränken, es ist erleuchtend.

Wie würdest du Schönheit mit deinen eigenen Worten beschreiben?
Eine elektische Anziehung, die nicht allein über die Augen geschieht.

Nach welchen Gesichtern schaust du?
Nach Menschen, die mich an sich heran lassen. Ich mag die Erkenntnis, die durch die Kamera kommt. Du weißt es und die Person, die du fotografierst, weiß es.

Was ist der Unterschied zwischen männlicher und weiblicher Fotografie. Würdest du sagen, dass es dort einen Gegensatz gibt?
Auf jeden Fall. Ich rede sehr viel mit den Mädchen darüber, die ich fotografiere, da es ein riesiger Unterschied ist, wenn sie mir erlauben etwas zu sehen, was sie einem männlichen Fotografen niemals erlauben würden zu sehen. Es ist eine Empfindung, ein Zusammenschluss ähnlicher Kräfte.

Wir reden heute sehr viel über Feminismus und Girl Power. Was sind heute deiner Meinung nach inspirierende Frauen und Künstlerinnen?
Hannah Wilke, Corrine Day, Vivianne Sassen.

Woran arbeitest du derzeit?
An einem sehr spannenden Video, aber ich darf noch nicht verraten für wen es ist. Außerdem arbeite ich an einigen Editorial-Projekten und plane meinen Trip nach London.

Gibt es ein Lieblingsbild, das du in den vergangenen Jahren aufgenommen hast?
Ich mag eigentlich keine Favoriten, aber ich habe kürzlich meine Freundin Sasha fotografiert. Wir haben zusammen etwas Magisches geschaffen. Es ist abschreckend zu sagen, ein einziges Bild sei das Lieblingsfoto, wenn man unentwegt, jeden Tag und jede Woche fotografiert.

Beitrag: Alina Amato
Fotos: Alle Bilder via Rebekah Campbell

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