Ein Shitstorm, der über Miroslava Duma einprasselte

vor 4 Monaten

Wenn Shitstorms es schaffen, eine politische Kontroverse ins Rollen zu bringen, dann ist das eine gute Sache.

 


 

Miroslava Duma gehört zu einer der bekanntesten Blogerinnen der Modewelt. Die geborene Russin ist CEO und Gründerin von Future Tech Lab sowie Mitgründerin von Buro 24/7 und The Tot. Ihr Instagram Account hat mehr als 1 Million Follower und ihre Reichweite in der Modewelt ist groß. Vorgestern Abend veröffentlichte die Bloggerin ein Foto auf ihrem Instagram Account von einer Grußkarte umrahmt von einem Blumenbouquet. Die Grußkarte ziert den Satz „To my n*ggas in Paris“ und stammt von ihrer Freundin und Designerin Ulyana Sergeenko.

Der Fakt, dass keine der beiden Frauen schwarz ist, löste einen viralen Shitstorm aus, der trotz der Entfernung des Posts und einer Entschuldigung der beiden, nicht aufhören möchte. Schon lange besteht der Eindruck, dass die Repräsentanz von schwarzen Models, mit wenigen Ausnahmen wie etwa Naomi Campbell und Imaan Hammam, sehr beschränkt ist. Sie werden von Laufstegen, Kampagnen und Editorials ausgeschlossen. Trotzdem wird bei den Modeschauen gerne auf kulturelle Merkmale, wie krauses Haar in Form von Perücken und Styling mit typischen Ethno-Mustern zurückgegriffen.

Die Verfasserin der Karte stützt sich bei ihrem Entschuldigungs-Post bei Instagram auf das Zitieren des Songs „N*ggas in Paris“ und darauf, dass sie ein großer Fan von Kanye West und Jay-Z ist.
Dabei geht es den beiden Musikern in ihrem Song darum, zu zelebrieren, dass sie es als schwarze Männer geschafft haben und in der Fashionmetropole Paris, welche aus amerikanischer Sicht oft das kulturelle Zentrum Europas verkörpert, angekommen sind.

Dagegen zeugt das Verfassen und Posten dieser Karte von Taktlosigkeit und fehlender Inbetrachtnahme politischer Zusammenhänge. Es müsste mittlerweile klar sein, dass das N-Wort eindeutig rassistisch ist, insbesondere dann, wenn es nicht von Schwarzen verwendet wird. Doch hat man oft den Eindruck, dass die glänzende Welt der Mode sich so gut es geht von „political correctness“ frei machen möchte.

Zwar sagen Duma, als auch Sergeenko, dass sie mit dem Post niemanden angreifen oder verletzen wollten, dennoch löst er eine Kontroverse aus. Das ist gut so, denn Kontroversen sorgen auch dafür, dass sich mit gewissen Sachverhalten neu auseinandergesetzt und Raum für Diskussionen geschaffen wird.

Bilder:
Instagram

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