Auf FOMO folgt jetzt JOMO

vor 2 Monaten

Joy of missing out – die Freude, etwas zu verpassen.

Wir kennen es alle: Wir entdecken auf Instagram Bilder oder Videos von einem Event und fühlen uns ein bisschen schlecht, weil wir schon den dritten Freitag in Folge mit bestelltem Essen im Bett liegen.

Die Angst etwas verpassen zu können ist groß. Man vergisst das Smartphone zu Hause, das WLAN funktioniert nicht oder man befindet sich auf einem acht stündigen Flug ohne Internet. Horror! Man könnte ja ein wichtiges Ereignis versäumen. Diese sogenannte FOMO – Kurz für „Fear of missing out“ (dt. die Angst etwas zu verpassen) beschreibt die zwanghafte Sorge, eine soziale Interaktion oder ein Ereignis zu verpassen und nicht mehr auf dem Laufenden zu sein.

Seit letztem Jahr existiert nun der Gegentrend. Statt die Nacht zum Tag zu machen, schaut man eine ganze Staffel der neuen Lieblingsserie und freut sich darauf, am nächsten Abend genau das Gleiche zu machen.  Diese JOMO „Joy of missing out“ (dt. die Freude daran, etwas zu verpassen) lässt uns genießen alleine und offline zu sein und sogar eine gewisse Befriedigung darüber zu erfahren. Man gibt kein Geld aus, ist am nächsten Tag ausgeschlafen, vor allem nicht verkatert und wird nicht enttäuscht, wenn die Party doch nicht so toll wird, wie wir uns das vorgestellt hatten.

Es geht darum, den Moment zu genießen. Smartphone und Laptop werden weggelegt oder zu Hause gelassen und man hört mal wieder wirklich den eigenen Gedanken, oder den Menschen um sich herum zu. Der JOMO-Trend regt die Leute an, sich mal wieder Zeit für sich selber zu nehmen, fern ab von der Reizüberflutung des Internets.
Aber JOMO soll nicht heißen, dass man nie wieder das Haus verlässt; auch vor der Tür kann man sich hervorragend mit sich selbst beschäftigen. Spazieren gehen, ein Kinobesuch, Mittagessen – das alles geht nicht nur in Begleitung. Anfangs vielleicht ein bisschen ungewohnt aber mit der Zeit merkt man wieder, wieviel Spaß man doch mit sich selbst haben kann.

In Zeiten digitaler und kultureller Überforderung ist es oft nicht leicht „Nein“ zu sagen, jedoch ist es wichtig, sich mit seinen Ängsten, Träumen, Gedanken und Problemen auseinander zu setzten. Und das klappt manchmal am besten alleine.

 

Text: Freia Wolter
Bild: Unsplash

 

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