#FairByLaw

vor 3 Monaten

Am Tag vier der Fashion Revolution Week folgt wohl eines der wichtigsten Statements.

Hinter dem Hashtag verbirgt sich die Forderung nach einer unternehmerischen Sorgfaltspflicht. 118.600 Leute haben bereits die Online Petition, die die Aktivistin Lisa Jaspers heute gestartet hat, unterzeichnet. Diese fordert eine gesetzliche Regelung, die Unternehmen zu einer größeren Sorgfaltspflicht zwingen soll. Denn der gestrige Tag markiert unter anderem das 6-jährige Jubiläum von Rana Plaza. Ein baufälliges Gebäude in Bangladesh, in dem eine Bank, Büros und Textilfirmen auf acht Stockwerken untergebracht waren. Am Vortag schon waren Risse im Beton festgestellt worden und die Polizei hatte sogar den Zutritt verboten. Trotz des Verbotes arbeiteten am 24. April zum Großteil Näherinnen in dem Gebäude, das am selben Tag einstürzte und mehr als 1100 Personen unter sich begrub. Die meisten von ihnen produzierten für europäische und auch deutsche Einzelhandelsketten wie C&A, Mango oder KiK. Eine Tragödie, die weltweit Schrecken und Trauer auslöste.

Die Petition startet deswegen noch ein zweites Mal, für die sie großartige Supporter*innen wie u. a. Anna Schunk (VIERTEL/VOR), Dr. Miriam Saage-Maaß (ECCHR), Aktivistin Kübra Gümüşay, Madeleine Daria Alizadeh (Daria Daria), Autorin Magarete Stokowski, Influencerin & Body-Image-Aktivistin Melodie Michelberger, die Musikerin MOGLI, Schauspielerin Maria Ehrich, Mary Scherpe (Stil in Berlin), Nike van Dinther und Sarah Gottschalk (This is Jane Wayne), die einhorn-Gründer Philip Siefer und Waldemar Zeiler, die Aktivisten Raul Krauthausen und Shai Hoffmann, Grünen-Politikerin Renate Künast, Köchin Sophia Hoffmann sowie die Influencerinnen Victoria van Violence und Wana Limar gewinnen konnte.

Gemeinsam rufen #fairbylaw deshalb Angela Merkel und die zuständigen Ministerien dazu auf, endlich Nägel mit Köpfen zu machen und Deutschland nicht länger hinter unverbindlichen Textilbündnissen und Aktionsplänen verstecken zu lassen, sondern Gesetze zu schaffen.

Frankreich hat ein ähnliches Gesetz bereits vorletztes Jahr verabschiedet. Das sogenannte „Loi relative au devoir de vigilance des sociétés mères et des entreprises donneuses d‘ordre“ ist in seiner Bedeutung und Tragweite für die Menschenrechte in der Textilindustrie einzigartig, denn es verpflichtet große französische Unternehmen dazu, mit angemessenen Maßnahmen Menschenrechts- und Umweltrisiken zu identifizieren und diesen vorzubeugen, sowie öffentlich Rechenschaft darüber abzulegen. Kommen sie dem nicht nach und zieht dies tatsächlich Menschenrechtsverletzungen nach sich, haften sie unter bestimmten Bedingungen.

Jetzt soll Deutschland nachziehen. Jeder, der die Petion ebenfalls unterschreiben will, kann dies HIER tun.

Verwandte Artikel