Weekend Reads zum Wochenende

vor 4 Wochen

Eine Reise in die Literatur nicht-heterosexueller Geschichten.

„XX – Was wäre wenn“ – Angela Chadwick
Eine Geschichte über ein Kind und zwei leibliche Mütter. Angela Chadwick stellt in „XX – Was wäre wenn“, erschienen 2018 im Atrium Verlag, die Frage, wie es wäre wenn zwei Frauen gemeinsam mit Hilfe von Gentechnik ein Kind bekommen würden. Dabei, so der revolutionäre Kern ihres Gedankenspiels, soll keine Samenspende von einem Mann mehr nötig sein.

„Was wäre, wenn zwei Frauen ein leibliches Kind miteinander bekommen könnten? Angela Chadwick setzt sich in ihrem Debütroman XX mit dieser ebenso moralischen wie brisanten Frage auseinander, die Frauen und Männer gleichermaßen betrifft – und nicht weit entfernt ist vom derzeitigen Stand der Wissenschaft. Jules und Rosie wollen ein Kind. Für das lesbische Paar gibt es dafür nur eine denkbare Lösung: Rosie muss sich von einem Samenspender befruchten lassen. Doch Jules hadert. Sie wünscht sich nichts sehnlicher als ein leibliches Kind mit der Liebe ihres Lebens. Da erreicht das Land eine bahnbrechende Nachricht: Forschern ist es gelungen, eine weibliche Eizelle mit der DNA einer anderen Eizelle zu befruchten. Rosie und Jules ergreifen ihre Chance. Als Rosie auf diesem Weg als erste Frau von ihrer Freundin schwanger wird, gerät das Leben des Paares völlig aus den Fugen. Neben den gewöhnlichen Herausforderungen werdender Eltern stehen Jules und Rosie plötzlich im Zentrum einer weltweiten Diskussion um die Zukunft der Menschheit – denn bei der neuen Form der künstlichen Befruchtung können nur Mädchen gezeugt werden… Aus zwei weiblichen Eizellen gezüchtete Mäuse wurden bereits vor Jahren der Öffentlichkeit präsentiert. 2016 ging die Nachricht eines neugeborenen menschlichen Babys mit drei biologischen Eltern, zwei Müttern und einem Vater, um die Welt. Angela Chadwick spinnt diese wissenschaftlichen Entwicklungen weiter und zwingt die Leser ihres Romans, sich neben grundsätzlichen moralischen Fragen mit den ganz eigenen Vorstellungen von Familie auseinander zu setzen.“ (PR)

Hier erhältlich!

„Call me by your name“/ „Ruf mich bei deinem Namen“ – André Aciman
Viele werden vergangenes Jahr den gleichnamigen Film im Kino gesehen haben und aus dem Schwärmen nicht mehr herausgekommen sein. Eine Liebe, die so schön, traurig und erfüllen ist, wie wohl lange keine andere. Auch wer kein Fan großer Liebesromane ist, dieses Buch sollte man gelesen haben – spätestens jetzt wo eine Fortsetzung voraussichtlich Herbst 2019 erscheinen soll. André Aciman gelingt es mit seinem Roman eine Vollkommenheit zu schildern, ohne in Kitsch zu verfallen oder verlogen rüberzukommen.

“ Völlig unvorbereitet trifft Elio seine erste große Liebe: Oliver ist für sechs Wochen bei Elios Familie an der italienischen Riviera zu Gast, wo der Harvard-Absolvent sein Buch über Heraklit beenden will. Oliver, der wie Elio jüdische Wurzeln hat, ist weltgewandt, intelligent, schön. Oliver ist alles, was Elio will, vom ersten Moment an. Ein fast unerträgliches Spiel von Verführung und Zurückweisung beginnt und wächst sich allmählich zur Geschichte zweier Seelenverwandter aus, die wissen, dass diese Liebe die vollkommenste und zugleich unmöglichste ihres Lebens sein wird. In einem kurzen Sommer zwischen Obsession und Angst, Verlangen und Verzweiflung suchen zwei Menschen nach dem Augenblick der absoluten Erfüllung: dass jeder sich in den Andern verwandle.“ (Klappentext)

Hier erhältlich!

„Middlesex“ – Jeffrey Eugenides
„Middlesex“ ist bereits seit über 17 Jahren auf dem Buchmarkt erhältlich. Nur ein Jahr nach Veröffentlichung erhielt Jeffrey Eugenides für sein Meisterwerk den Pulitzer-Preis und schaffte es auf die BBC-Auswahl der besten 20 Romane von 2000 bis 2014. Es ist eine Geschichte über Transformationen, eingebettet in die Zeitläufte der 20. Jahrhunderts. Einwanderung, Heimat und Fremde werden ebenso thematisiert wie die Erfahrung einer schmerzhaften Adoleszenz und sexuelle Veränderung im Kontext von Gesellschaftsverhältnissen(/-stereotypen) der siebziger Jahre.

„In einem griechischen Bergdorf am Hang des kleinasiatischen Olymp fing alles an. Ein junger Mann und eine junge Frau, die Geschwister Eleutherios und Desdemona Stephanides, fliehen vor den Türken nach Smyrna und, als die Stadt brennt, weiter nach Amerika. Es ist das Jahr 1922. Auf dem Schiff, weit weg von allem, erschaffen sie sich als einander Unbekannte neu: Sie heiraten, verbringen ihre erste gemeinsame Nacht in einem Rettungsboot. „(Klappentext)

Hier (englisch) oder hier (deutsch)!

Text: Teresa Löckmann

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