Save Spaces für Frauen

vor 5 Monaten

Was Männer können, können Frauen jetzt auch: Statt Gentlemen-Clubs gibt es jetzt Women-Only Spaces.

Nicht nur in den USA schießen Women-only Spaces als Antwort auf die fehlende Gleichstellung der Geschlechter wie Pilze aus dem Boden. Längst kommt der Trend nach Europa und zeigt sich auch hier von großer Beliebtheit. Räume, Veranstaltungen, Nachtclubs und sogar Konzerte sind jetzt für ‚Women Only‘. Die deutsche Band KIZ veranstaltet sogar jedes Jahr ein Konzert nur für Frauen. Aber schadet das dem Feminismus oder fördert es ihn?

Die Idee von geschlechterspezifischen Räumen ist zunächst nichts Neues: Vergleichbare Clubs nur für Frauen gab es bereits schon im 19. Jahrhundert. Und obwohl sich seitdem viel verändert hat, besonders die letzten Jahre im Zeichen des Feminismus standen, besteht für sie doch noch eine Notwendigkeit.

Während Men-Only Ereignisse und Räume, wie z.B. Gentlemen Clubs, aber meist allein zum Vergnügen und aus absoluter Freiheit existieren, entstehen Women-Only Events und Spaces aus einer ganz anderen Motivation heraus. Frauen wird oft beigebracht, dass sie im Leben „ihren Mann stehen müssen“, um erfolgreich zu sein. Dabei sollten sie doch einfach „ihre Frau stehen“ können – ohne negative Konsequenzen. Women-Only Spaces appellieren genau an diesen Gedanken. Die Idee ist es, einen geschützten Rahmen zu schaffen, in dem Frauen zusammenkommen und sich austauschen können, ohne dass der Druck des männlichen Blickes auf ihnen lastet. Frauen grenzen also Männer nicht einfach aus, weil sie es können und es ihnen Spaß macht. Vielmehr grenzen sie sich ab, weil das öffentliche Leben immer noch weitgehend von Männern dominiert wird und ihre Vorlieben und Anliegen in den geschlechtergemischten Bereichen nicht ausreichend Gehör finden.

Andererseits geht es doch beim Feminismus gerade um die Gleichstellung der Geschlechter in allen Bereichen, oder? Die bewusste Abgrenzung und Unterscheidung zum anderen Geschlecht kann damit zurecht als antifeministisch gesehen werden. Besonders betrifft dieser Punkt die Menschen, die keine biologische Frau sind oder sich mit keinem der Geschlechter identifizieren, also transgender, intersex und nicht-binäre Personen. Wird Ihnen der Zugang zu Women-Only Events und Räumen gewährt?

Veranstaltungen und Räume nur für Frauen sind also nicht grundsätzlich feministisch oder anti-feministisch. Wie mit vielen Dingen ist es bei ihnen eher so, dass man gewisse Dinge bei der Ausführung falsch oder richtig machen kann. Eins ist aber klar: Ihre Daseinsberechtigung ist unbestreitbar gegeben.

 

Text: Aylin Yavuz
Bild: Usplash

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