Weekend Reads zum Wochenende

vor 5 Monaten

Für jeden Lebensbereich ein lesenswerter Artikel: Von Kunst über Leben bis hin zu Kultur und Mode.

„Ob er Trump mag oder nicht – das ist mir egal“

Die Fotografin Heji Shin hat Kayne West porträtiert. In einem Interview gegenüber dem Monopol zieht sie das Fazit: „Kanye West passt in keine Schubladen – und ist gerade deshalb interessant.“ Grund für Heji Shin dem amerikanischen Hip-Hopper und Produzenten  in einer Ausstellung in Zürich eine Portätserie zu widmen. Warum Kanye West trotz negativer Presse und fragwürdiger Auftritte in der Galerie Buchholz zu sehen ist, könnt ihr hier erfahren.

Die Verkuschelung der Welt

„Hygging“ ist das Geheimnis der skandinavischen Lebensphilosophie für mehr Zufriedenheit. In Deutschland, Großbritannien und den USA ist dieser Trend nun brandaktuell. Warum Faulheit nicht das gleiche wie Gemütlichkeit bedeutet erklärt Anna Gien in ihrem Artikel – eine Gesellschaftskritik.
„In der Hygge-Welt hingegen ist alles in Ordnung. In ihr gipfelt das Leben umgreifende Erfahrungsarmut, in der Exzess als Kategorie nicht mehr denkbar scheint. Die neue Ethik des Wohlbefindens führt zu einem Menschenbild, das ganz und gar harmlos ist: Wir tragen Beige und Hellblau, vermeiden „Störfaktoren“ so umfassend, dass wir Beziehungen, die uns zu sehr in Anspruch nehmen, kurzerhand zu toxic relationshipserklären, und trinken mildbrühige Matcha Lattes, die uns nichts anhaben können.“

Auch Pippi Langstrumpt ist nicht für alle Kinder

Im Sommer 2018 beschlossen zwei Frauen mehr Diversität in die Kinderzimmer zu bringen. Sie gründeten den Onlineshop Tebalou und schufen damit einen Ort, an dem alle Kinder in Deutschland sich mit ihren Eltern repräsentiert sehen, ob schwarz, alleinerziehend oder quuer.​ Über ihre Beweggründe und ihre Erfolgsgeschichte berichtet Redakteurin Ciani Sophia.

„Vor einem halben Jahr sind Tebbi und Olaolu mit ihrem Onlineshop gestartet und erhalten schon viel positive Resonanz. Vor allem an Ständen auf Events kommen sie mit unterschiedlichen Menschen in Kontakt. Mütter, die verwundert sind, dass es einen Onlineshop für Diversität im Kinderzimmer überhaupt gibt, um dann erschrocken festzustellen, dass in ihrem eigenen Bücherregalen Geschichten von diversen Lebenswelten fehlen. Alleinerziehende Mütter, die sich freuen ein Buch zu finden, indem ihre eigene Situation nicht problematisiert, sondern widergespiegelt wird.“

Ich halte mich, für wen ich will

Ein Plädoyer für mehr Verkleidung im Alltag von Bloggerin Claire Beermann.
„Warum sagen so viele Menschen „Für wen hält die sich?“, wenn eine theatralisch oder verrückt gekleidete Frau an ihnen vorbeiläuft? Ich glaube, dass hinter dieser Verurteilung tatsächlich Überforderung und Scheu stecken. Denn die Frau in der Drama-Robe macht ja einen Schritt auf die anderen zu. Sie fälscht mit ihrer Verkleidung nichts, im Gegenteil: Sie öffnet sich, sie erzählt eine Geschichte von sich.“

 

Text: Teresa Löckmann

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