Eine Hommage an The Killers

vor 4 Jahren

Ein Bildband über eine der erfolgreichsten Indie-Rock Bands unserer Zeit.

Sie füllen Stadien auf der ganzen Welt, spielen sold-out Shows, verkauften bisher rund 18 Millionen Platten und wurden mit diversen Preisen ausgezeichnet. Bei The Killers erinnern wir uns vor allem an einen Song – „Mr. Brightside“, die nach wie vor erfolgreichste Single der vierköpfigen Band. Ein wunderschöner Song, der auch viele Jahre später das ein oder andere Indie-Herz mit Nostalgie erfüllt. Der in Berlin lebende Fotograf Erik Weiss ist ein vertrauter Freund der Band und begleitete Brandon Flowers, Dave Brent Keuning, Ronnie Vannuci und Mark Stoermer während ihrer Tour 2013 durch die USA und Europa. Weiss hielt mit seiner Kamera besondere Augenblicke vor und nach ihren Shows fest, besuchte die Band im Studio und dokumentierte darüber hinaus ganz private Momente in ihrem Zuhause. Entstanden ist eine persönliche Fotostrecke und Hommage an The Killers, die den Touralltag einer der größten Bands der Gegenwart zeigt, zwischen Privatjet und Tourbus, Hotelresidenzen und Konzerthallen, sowie intime Momente fernab der Scheinwerfer. Diesen Monat erscheint das 300-seitige Fotobuch des Fotografen, mit dem Titel „The Killers – Somewhere Outside That Finish Line“.

Fräulein: Die Bilder wurden in Schwarz-Weiß aufgenommen. Was kann man durch Schwarz-Weiß Fotografie erzählen, was man durch Farbe nicht unbedingt ausdrücken kann?
Erik Weiss: Schwarz-Weiß ist für den Fotografen eine Limitierung, für den Betrachter aber eine Möglichkeit, sich auf den Bildinhalt zu konzentrieren. Es gibt keine Ablenkung durch knallige Farben und Effekte. Darüber hinaus empfinde ich SW-Fotografie als zeitloser, da sie nicht den jeweils aktuellen Farben unterworfen ist.

Wie bist du dazu gekommen Musiker und Bands zu portraitieren? Was fasziniert dich daran und welche Herausforderungen siehst du darin?
Die ersten Shootings mit Bands und Musikern machte ich für Musikmagazine. Meistens gab es nur sehr wenig Zeit (manchmal nur 5 bis 10 Minuten) und die Locations waren oft die jeweiligen Hotels. In dieser kurzen Zeit und an den nicht selbst gewählten Orten zu Fotografieren und dabei Fotos mit Sinn zu machen, war die eigentliche Herausforderung. Irgendwann habe ich die zeitliche und räumliche Limitierung sogar genossen und wurde immer schneller … Später entstanden aus diesen Begebenheiten Kollaborationen und sogar Freundschaften mit einigen Künstlern.

Wann berührt ein Foto einen Betrachter deiner Meinung nach? Welche Aufnahme hat dich persönlich besonders inspiriert und nachhaltig geprägt?
Wenn man heutzutage länger als 15 Sekunden auf ein Bild schaut, dann muss da schon etwas Faszinierendes sein. Als ich anfing zu Fotografieren, waren es vor allem die Arbeiten von Henry Cartier-Bresson, die ich mir sogar stundenlang anschauen konnte.

Du warst eine ganze Zeit lang mit The Killers unterwegs. Welche Momente waren für dich besonders prägend und intim, die du mit deiner Kamera festhalten konntest? 
Ich besuchte Brandon Flowers in seinem Haus in Las Vegas, er spielte mit den Kindern und wir machten zusammen BBQ. Irgendwann saß er zusammen mit seinem jüngsten Sohn am Flügel und sie spielten gedankenverloren irgendeinen Song. Vielleicht waren es diese Momente, die ich am wenigsten erwarten durfte, die ich am längsten im Kopf behielt. Vielleicht auch deshalb, weil sie gar nichts mit der Tour der Band zu tun hatten.

Wie kam es zu der Idee die Band zu begleiten? 
Ich glaube, es war Ende 2012 in Manchester, als ich der Band so eine Art Tour-Reportage vorschlug. Ich gab ihnen ein paar Fotobücher und kurze Zeit später schlugen sie mir vor, das Ganze auf der Nordamerika-Tour stattfinden zu lassen. Später ergänzten wir noch die Show im Londoner Wembley Stadion, da es für die Band ein sehr besonderer Auftritt war.

Wie hat sich die Beziehung zwischen dir und der Band durch die gemeinsame Zeit verändert?
Das Vertrauen zwischen uns wuchs, je länger wir unterwegs waren. Ich konnte Vorschläge für das Buch machen und sie direkt mit der Band besprechen. So fanden wir auch den Namen des Buches „Somewhere outside that finish line“, den wir dem Song „Flesh and Bone“ entnommen haben. Es war ein permanenter Gedankenaustausch, der für die Entstehung des Buches sehr förderlich war.

Der Bildband erscheint diesen Monat über Bravado/USA.

Beitrag von Alina Amato
Fotos: Erik Weiss

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