7 Frauen über die Beziehung zu ihrem eigenen Körper

vor 1 Monat

Warum müssen wir eigentlich erst lernen unseren Körper zu lieben?

Es hat ganz genau bis zu diesem Sommer gedauert (und bis zu meinem 24. Lebensjahr), bis ich mich getraut habe kurze Sachen zu tragen. Mehr oder weniger freiwillig, denn die konstanten Temperaturen über der 30-Grad-Marke ließen mir eigentlich keine andere Wahl. Dennoch fühle ich mich heute zum ersten Mal voll und ganz zufrieden mit mir selbst. Ob ich meinen Körper liebe? Soweit bin ich noch nicht. Aber ich kann endlich zugeben, dass es Tage gibt an denen ich keinen Gedanken an das Aussehen meiner Oberarme, mein Bauch oder meine Beine verschwende. Und warum sollte ich das auch? Mein Körper ist mein Zuhause, der mich Tag für Tag durchs Leben begleitet und mich beschützt. Trotzdem habe ich, ebenso wie viele andere Frauen, mein ganzes Leben lang einen Kampf gegen meinen eigenen Körper geführt. Weil er nicht dünn genug und die Haut nicht Straff genug ist und die Proportionen auch irgendwie nicht so sind, wie ich sie gerne hätte.

Fräulein wollte von seinen Leserinnen wissen, wie sich ihre eigene Körperwahrnehmung und Wertschätzung im Laufe ihres Lebens verändert hat. Lest ihre Geschichten hier:

Als ich mit 16 meine Tage bekam, habe ich die ganze Woche lang geweint. Ich wollte nicht erwachsen werden. Inzwischen ist für mich der Gedanke, dass ich als Frau fähig bin einen anderen Menschen in die Welt zu setzten unfassbar magisch.

Laura, 23

Die Beziehung zu meinem Körper ist eine schwierige. Ich liebe meinen Körper aber bin oft krank und es fühlt sich so an als ob er oft gegen mich ist. Ein konstanter liebevoller Krieg, wenn man so will.

Leyla Margareta, 24

Ich übe mich jeden Tag darin, meinen Körper zumindest so zu akzeptieren, wie er ist – ihn manchmal auch schön und sexy zu finden. Ich bin sehr jung Mama geworden (mit 22) und habe schon einiges mit meinem Körper durchgemacht. Vor der Schwangerschaft habe ich viel Sport gemacht und einiges an Kilos verloren. Im Spiegel habe ich das nicht bemerkt. Acht Kilogramm sind mir nicht aufgefallen, nur dass die Hosen plötzlich nicht mehr passten und mich alle darauf ansprachen. Das Körpergefühl blieb erstmal gleich. Eigentlich führte es nur dazu, dass man immer mehr abnehmen wollte, wie eine Abwärtsspirale. Aber dann kam die Schwangerschaft – am Anfang wusste ich nichts davon und fühlte mich aufgedunsen und so unwohl wie nie in meinem Körper. Heute kann ich allen Frauen raten: Werdet Schwanger, ihr werdet euch nie besser fühlen in eurem Körper! Die Schwangerschaft war die liebevollste Beziehungszeit mit meinem Körper. Er war der heilige Tempel, der so ein Wunder vollbringen konnte und ich habe mich wirklich nie unwohl oder zu dick gefühlt, trotz geschwollener Beine und riesiger Brüste. Nach der Schwangerschaft hat sich das leider wieder verändert. Das kennen wahrscheinlich alle Mütter. Man ist eine Milchkuh, darf kaum Sport machen, hat sowieso keine Zeit und Energie dafür und gleichzeitig will man sich endlich irgendwann wieder sexy fühlen. Und dabei vergisst man doch total, dass der Körper immer ein heiliger Tempel ist, der jeden Tag verdammte Wunder vollbringt, damit wir Leben können. Und dann wird er (in erster Linie von uns selbst) einfach verurteilt durch Attribute wie "Schwabbelhintern", "Reiterschenkel" oder "Besenreißer".

Ich stelle auch sehr oft fest, dass das, was mir nicht gefällt, anderen gar nicht auffällt - Männern schon gar nicht. Ich bekomme sehr oft gesagt, dass ich sexy sei und manchmal fühle ich mich auch so, meistens, wenn ich alleine bin und niemand da ist, mit dem ich mich vergleiche.

Mein Bauch hat sich nach der Schwangerschaft als aller erstes wieder vollständig zurück gebildet. Man sieht die Schwangerschaft dort nicht - nur am Hintern, wo das Bindegewebe jetzt ziemlich schwächelt. Dafür habe ich eine andere sehr sehr starke Bindung: Die zu meiner Tochter, und die ist sehr viel mehr Wert, als ein straffer Arsch.

Paula, 27

Eigentlich mag ich meinen Körper mittlerweile ganz gerne. Außer ich trage einen Bikini oder ein enges Kleid. Oder habe soeben eine ganze Pizza auf einmal gegessen. Oder sehe wie meine beste Freundin die dritte Tafel Schokolade verdrückt, während ich an meinem Apfel knabbere. Jedenfalls habe ich irgendwann beschlossen nicht mehr wie der Rest meiner Familie Kalorien zu zählen und jede Mahlzeit abzuwiegen. Denn das hat mich im Endeffekt auch nicht glücklich gemacht; vielmehr hat es mich frustriert und krank gemacht. So esse ich mittlerweile zwar möglichst gesund und treibe regelmäßig Sport, aber ich zwinge mir nichts mehr auf. Und damit bin ich recht zufrieden.

Penny, 20

Ich höre öfter einfach zu, interpretiere Signale die mein Körper mir sendet. Beobachte und versuche darauf einzugehen.

Melanie, 29

Ich möchte sanfter zu mir selbst sein. Ich habe es leid immerzu nur meine Dehnungsstreifen zu sehen, die meinen Körper bedecken anstatt sie auch einfach mal zu vergessen. Ich möchte mehr Dankbarkeit praktizieren im Allgemeinen, aber auch mir bewusster sein wie viel der Körper aushält und wunderbar funktioniert und ihn nicht nur ständig darauf zu reduzieren was er nicht ist, nämlich "perfekt". Bis heute habe ich noch nicht das ideale Rezept für Selbstliebe gefunden, jedoch nehme ich mir bewusst vor mit all meinen Sinnen zu erleben, die mein Körper mir zu Verfügung stellt, gut oder schlecht die ganze Palette gehört nunmal dazu. Weil es sich gut anfühlt in meinem Körper zu sein.

Whisperingkarma, 29

Ich habe sehr viele Muttermale und hasste sie als ich ein Teenager war. Ich habe regelrecht Panik bekommen, wenn ich sie zulang angeschaut habe. Als wären sie eine Hautkrankheit. Habe andere immer für ihre makellose Haut beneidet.
Heute mag ich sie, weil sie mich ausmachen und ich mir generell nicht mehr so viel aus meinem Äußeren mache und vor allem nicht aus Makellosigkeit. Ich bin mir sicher, dass die Medien und das ganze Retouching in Magazinen einen Einfluss hatten, wie ich meine Haut wahrgenommen habe. Jede kleinste Hautunebenheit wird weggezaubert und Kosmetikwerbung lebt vor, man könne so einen Look mit Cremes und Wässerchen erreichen. Das hat sogar dazu geführt, dass ich mit circa 16 bis Anfang 20 einen Reinigungstick hatte. Morgens, mittags, abends irgendein Gesichtswasser, Peeling oder Waschgel. Heute lasse ich fast nur noch Wasser und Luft an meine Haut und versuche der Kosmetikindustrie weitestgehend zu widerstehen und lieber zu Sachen aus der Natur zu greifen. Mal mit mehr mal mit weniger Erfolg.

Miriam, 29

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