14 Frauen über ihre größte Unsicherheit

vor 2 Monaten

Das beruhigende daran ist: Wir haben sie alle.

Mit Unsicherheiten zu leben, ist für fast alle – inklusive mir selbst – Normalität. Kleine und große Unsicherheiten begleiten uns Tag für Tag. Zugegeben waren sie im sowieso schon unangenehmen Teenageralter am schlimmsten (und ironischerweise häufig am banalsten), aber gerade als Erwachsene entstehen regelmäßig Situationen, die neue, bis dahin ungeahnte Unsicherheiten in mir hervorrufen. Durch Gespräche mit Freundinnen habe ich zwei Dinge gelernt: 1. Unsicherheiten sind ganz normal, jede*r hat sie. 2. Es hilft, darüber zu sprechen und zu hören, wie andere darüber sprechen.

Wir haben unsere Fräulein-Leserinnen gefragt, mit welcher Unsicherheit sie zu kämpfen haben. Ihre Antworten lest ihr hier:

Wenn ich sage, dass ich nur eine Lehre gemacht habe.

Belinda, 24

Unwissen und der Gedanke, dass mein Gegenüber generell mehr Wissen und Können hat (Bildung, Erfolg, Schönheit, Geld). Somit ist es nach dem Unwissen wohl auch der Vergleich mit anderen.

Audrey, 31

Dass ich nicht kompetent genug bin im Arbeitsumfeld.

Kati, 25

Termine übers Telefon zu machen. Ich gehe im Kopf haargenau durch was ich am besten sage, wenn jemand abnimmt.

Klara, 24

Französisch zu sprechen.

Sarah, 35

Ich mache mir immer viel zu viele Gedanken was andere von mir denken.

Nina, 24

Mir fällt es häufig schwer zu meinen Wissenslücken zu stehen. Anstatt nachzufragen, tu ich so als würde ich wissen wovon jemand gerade spricht. Im Nachhinein ärgere ich mich oft, nicht einfach dazu gestanden zu haben.

Sophia, 32

Mein Lachen. Nicht sein Klang, aber mein Gesicht dabei. Ich habe unglaublich viele Lachfalten um Mund und Augen. Ich finde mich einfach nicht schön, mich dabei auf Bildern zu sehen. Ein Lächeln ja, aber ein herzhaftes Lachen? Meine Schwester nannte mich mal Krabbe deswegen, es war liebevoll gemeint, aber seit dem ist es mir unangenehm. Lache ich trotzdem? Auf jeden Fall.

Jess, 23

Meine Persönlichkeit wirksam ins Deutsche zu übertragen (Humor, Höflichkeiten, usw.). — Meine Muttersprache ist Englisch.

Grace-Yvette, 38

Ich fühle mich besonders unsicher, wenn ich mich erstens: mit anderen vergleiche und zweitens: mit Leuten spreche, die sich irgendwo ein Pseudo-Ziel im Leben gesetzt haben und davon ausgehen, dass auch jeder den selben Gesetzmäßigkeiten unterworfen sein muss.
Was, wenn man jedoch noch nicht so ganz weiß, wer man ist oder was man in der Zukunft machen möchte? Muss man im gewissen Alter wirklich so tun als wüsste man mehr als vorher? Besonders unsicher fühle ich mich dann, wenn ich zugeben muss, dass ich keinen Fünf-Jahresplan habe und ganz ehrlich festgestellt habe, dass je älter ich werde desto mehr Fragen eröffnen sich und ich mir selbst eingestehen muss, wie wenig ich eigentlich weiß.
Natürlich kommt oft die Unsicherheit aus mir selbst herraus, man vergleicht sich immerzu mit anderen.
Man bekommt heutzutage von allen Seiten eine Scheinwelt vorgestellt, die jedenfalls mir ein verzerrtes Selbstbild kreiert, welches dazu führt mich ständig rechtfertigen zu müssen – sei es vor mir selbst oder vor anderen – dass ich es halt noch nicht so ganz weiß, wohin ich gehe und wo mein Weg enden soll.

Whisperingkarma, 29

Veränderungen körperlicher (Altern, Mutter werden), geistiger (immer weiter reichender Wissens und Erfahrungsschatz) und sozialer Art (Mutter werden und alleinerziehend sein), die mich vom Mädchen zur Frau gemacht haben bereiten mir immer wieder Unsicherheit. Zum einen genieße ich mein immer weiter wachsendes Wissen und die Erfahrungen, zum anderen merke ich, das bestimmte erprobte „Spielarten“ nicht mehr funktionieren - sowohl für mich als auch meine Mitmenschen. Besonders fällt mir das beim Flirten auf, aber auch in andern Lebenslagen. „Werkzeuge“ die immer funktioniert haben sind plötzlich völlig machtlos. Das ist faszinierend und frustrierend und vor allem verunsichernd.

Anna, 38

Nicht genug zu sein. Beruflich, als Freundin, als Tochter, als Mensch.

Sarah, 27

Ich kann Selbstbewusstsein nicht von Arroganz trennen. Ich lehne arrogantes Verhalten ab, weswegen ich grundsätzlich falsche Bescheidenheit nach außen trage. Ich entspreche dem Schönheitsideal aber möchte daraus keinen Gewinn ziehen, ich habe einen Universitäts-Abschluss den ich verharmlose. Meine größte Unsicherheit ist demnach zu mir bzw. zu meinen Eigenschaften zu stehen, aus Angst andere dadurch zu bedrohen.

Carmen, 27

Also ich muss ehrlich zugeben, dass ich jetzt nicht so DIE Unsicherheit habe. Für mich ist Unsicherheit auch etwas das mir zeigt, wo ich noch wachsen kann und somit hab ich da einen positiven Blickwinkel drauf. Ich hab immer wieder Dinge bei denen ich unsicher bin. Aber das ist kein schlechtes Zeichen für mich.

Magda, 29

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